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Titelfoto: Jonas Raab
15. Oktober 2018

Alter Trend lebt wieder auf

Schnupftabak gehört für einige genauso zur bayerischen Tradition wie Bier, aber wer macht das eigentlich und warum? Wir haben uns einmal auf die Suche gemacht.

Immer mehr Menschen entdecken ein echt bayerisches Suchtmittel wieder für sich: den Schnupftabak.Jonas Raab

Regensburg. Wenn man an Schnupftabak denkt, sieht man vor seinem inneren Auge einen älteren Mann am Stammtisch, der die Nase über eine Prise Tabak hält. Die meisten verbinden Schnupftabak mit etwas, das nicht mehr cool ist. Man kennt es vielleicht noch von seinen Großeltern, aber man würde nicht daran denken, es selbst zu versuchen.

Dabei hat der Schnupftabak in Regensburg Tradition: In der Gesandtenstraße wurde fast 200 Jahre lang Schnupftabak produziert. Auch im Rest von Bayern gehört der Tabak seit dieser Zeit für einige fest zur Kultur und damit auch zur Tradition.

Trotzdem würde man kaum vermuten, dass seit einigen Jahren auch vermehrt junge Leute Schnupftabak konsumieren. Die meisten von ihnen nutzen den Tabak, um das Nikotin auch ohne Rauch aufzunehmen. So geht es auch Richard, er ist 27 Jahre alt und Student. Er benutzt Schnupftabak, wenn er am Wochenende auf Partys geht. „Für mich ist Schnupftabak die rauchfreie Alternative zur Zigarette“, sagt er. Denn seit dem Rauchverbot in Gaststätten und Bars kann man dort nicht mehr ungehemmt qualmen.

Obwohl beim Benutzen von Schnupftabak kein Rauch entsteht, enthält der Tabak genauso wie die Zigarette Nikotin und kann bei übermäßigem Gebrauch schädigen.

Für richtige Schnupftabak-Fans gibt es übrigens auch eine Menge interessantes Zubehör. Zum Beispiel Schnupfrohre, auch ironischerweise als „Zielrohre“ bekannt, die dafür sorgen, dass der Tabak auch sicher seinen Weg in die Nase findet. Und bei Schnupftabakmaschinen wird das Pulver sogar mit bis zu 150 km/h in die Nase befördert.