Ein Fiebertraum mit Potenzial

Die Post-Rocker Wassermanns Fiebertraum bringen in Rekordzeit das Erstlingswerk „Brandung“ raus.

Schon einmal vormerken: Am Samstag, 16. Juni präsentieren Wassermanns Fiebertraum im W1 ihr Album.

Christian (Gitarre), Michael (Gitarre), Peter (Schlagzeug) und Reini (Bass) machen Post-Rock. Dabei legen sie als Wassermanns Fiebertraum mit ihrem ersten Album „Brandung“ die Messlatte ziemlich hoch. In vielerlei Hinsicht.

Die Bandbiografie ist noch nicht allzu lange. Erst vergangenen Sommer hatten sich die vier Musiker als Band zusammengefunden. Ursprünglich kommen die Mitglieder alle aus Niederbayern und haben dort auch ihren Proberaum. Kennengelernt haben sie sich zum Teil über die Passauer Musikszene. „So viel Raum für lokale Bands gibt’s da leider nicht“, sagt Michael. Auftrittsmöglichkeiten sind eher rar. Nun aber studieren sie alle in verschiedenen Städten: Wassermanns Fiebertraum sind verteilt auf Wien, Landshut, Passau und Regensburg. Da knüpfen sich natürlich Kontakte, vor allem zu anderen Musikern.

„Wir schreiben Bands und Veranstalter an, laden sie ein und im Gegenzug können wir dann eventuell auch in deren Städte spielen.“ Ein praktisches Geben und Nehmen also. „Das ist schon ein Selbstläufer“, sagen sie. Die nächsten zwei Monate spielen Wassermanns Fiebertraum fast jedes Wochenende ein Konzert in einer anderen Stadt. Auch Regensburg ist dabei: Am Samstag, 16. Juni teilen sie sich zusammen mit The 2055s (Regensburg) und Tonwertkorrektur (München) die Bühne im W1.

Auf ihrer Facebook-Seite präsentieren Wassermanns Fiebertraum außerdem quasi auch ein fünftes Bandmitglied, Hans, zuständig für Visuals. Sie nennen es liveeigene Videokompositionen. „Wir lassen bei Konzerten immer Videos laufen, die zur Stimmung der Lieder passen“, erklärt Peter. „Hauptsächlich Naturaufnahmen.“ Die Band will ihre Zuhörer mitnehmen auf eine emotionale Reise. „In Wassermanns Fiebertraum vermischen sich Wahrheit und Unwirklichkeit, Melancholie, Leid und Bildung, Rausch und Fantasie.“

Ein bisschen fantastisch ist auch die Geschichte des Namens: Tatsächlich ist dieser nämlich aus einem Fiebertraum entstanden. Während einer Sommergrippe im vergangenen Jahr träumte Michael tagelang von einem Wassermann und schrieb dabei einige Songs. So fanden Wassermann und Fiebertraum zusammen.

Viele von Michaels Songideen finden sich nun auch auf dem aktuellen Album „Brandung“. „Das ging deswegen wirklich sehr schnell. Die Lieder waren ja schon fast fertig“, sagt Reini. Fürs Aufnehmen und Mischen war ein Kumpel zuständig, gemastert wurde das Album dann in Hamburg bei Hertzwerk und ein knappes dreiviertel Jahr nach Bandgründung konnten Wassermanns Fiebertraum vor wenigen Tagen schon ihr Erstlingswerk in Händen halten. „Ein cooles Gefühl“ – da sind sie sich einig.

Natürlich ist auch der Name des Albums kein Zufall. „Der spiegelt einfach die Stücke auf dem Album wider“, sagt Reini. „Brandung, das sind sich überstürzende Wassermassen, die auf die Küste prallen. Energiereich, aber – wenn sich das Wasser dann zurückzieht – wieder ruhiger im Ausklang.“ Michael erklärt weiter: „Wir haben ja immer recht bildhafte Titel. Wir versuchen, durch die – zugegebenermaßen teilweise sehr abstrakten – Titel die Stimmung musikalisch wiederzugeben, die in dem Stück transportiert werden soll. Es hat auf jeden Fall viel mit Traum und Fantasie zu tun. So wie’s wir halt auch mögen.“ Peter ergänzt: „Wir wollen mitreißende Gefühle musikalisch umsetzen.“

Ihr Album beschreiben sie als prägnant, gängig und mit Ohrwurmcharakter. Der Höreindruck bestätigt diese Aussage. Die Lieder sind relativ kurz, weswegen sich auch die Melodien nicht verlieren oder man den musikalischen Themen überdrüssig wird. Auch Musikfreunden, die sich in der Post-Rock-Ecke nicht gerade zuhause fühlen, kann man „Brandung“ getrost ans Herz legen, was wohl mitunter auch an dem etwas poppigen Einschlag liegt. Ein eigenes Bild über den Ohrwurmcharakter kann man sich online machen. Das Album gibt es dort bereits zum Hören und natürlich auch zum Kaufen.

Nach den geplanten Auftritten wollen sie wieder in den Probenraum und Lieder schreiben. Demzufolge stünde dann wohl in den kommenden Monaten einem der Wassermänner der nächste Fiebertraum ins Haus. Weitere Infos und Songs zum Probehören auf:

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