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Charlotte Nachtmann
28. November 2018

3 Gänge, drei Tische

Essen verbindet, das können vermutlich viele WGs bestätigen. Aber kann das auch funktionieren mit Leuten, die man noch nie zuvor gesehen hat? Wir waren beim Running Dinner der Katholischen und Evengelischen Hochschulgemeinde Regensburg und haben es ausprobiert.

Ein Running Dinner ist die ideale Möglichkeit, nicht nur in die Küchen anderer Regensburger, sondern auch anderer Länder reinzuschauen. Foto: Charlotte Nachtmann

Regensburg. 19 Teams, drei Gänge und eine kulinarische Bandbreite von Lasagne-Suppe bis hin zu traditioneller persischer Küche. Das von der katholischen und evangelischen Hochschulgemeinde auf die Beine gestellte Running Dinner war für die knapp 40 Teilnehmer sozusagen auch eine kleine Rundreise durch die verschiedensten Ecken Regensburgs. Die beiden Medizinstudentinnen und begeisterten Running-Dinner-Teilnehmerinnen Antonia Förch und Nina Olvermann bringen es auf den Punkt: „Dadurch, dass man sich nicht kennt, weiß man auch nicht, was man zu essen bekommt.“ Umso begeisterter waren die beiden dann, als Johanna und Sam zur Hauptspeise Adáspolo aufgetischt haben. Was soll man sagen: der Zimt-Reis mit Linsen, Hackfleisch und Rosinen war einfach zu köstlich, um nach einer Portion aufzuhören.

Johanna Wannack, eine der drei Organisatorinnen des ersten Running Dinners der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) und Katholischen Hochschulgemeinde (KHG), hat das Kochen ihrem frischangetrauten Ehemann überlassen. „Sam kocht einfach besser“, sagt die Lehramtsstudentin , die sich seit über zwei Jahren bei der ESG engagiert, mit einem Schmunzeln.

Immer wieder in neuen Teams

Zusammen mit Vincent Ziegler (ESG) und Ruth Luschka (KHG) hat Johanna Wannack einen ausgeklügelten „Fahrplan“ für den Abend entworfen. „Wir wollten, dass sich bei jedem Gang immer wieder neue Teams treffen und sich nichts doppelt. Mit den ursprünglichen 21 Teams, die sich angemeldet hatten, wäre das auch perfekt aufgegangen. Aber mit Ausfällen haben wir schon gerechnet und deshalb ein Notfall-Dinner bei uns in der ESG bereitgestellt“, erklärt Vincent. In den Räumlichkeiten der ESG am Peterstor haben sich dann am Abend gegen 22 Uhr auch alle mit vollgeschlagenem Magen zur großen Abschluss-Party eingefunden.

Los ging es schon um 18 Uhr mit den Vorspeisen, um 19 Uhr 30 wurde der Hauptgang serviert und gegen 21 Uhr das Dessert. Doch wer glaubt, dass so ein recht enger Zeitplan gemütlichem Beisammensein im Wege steht, liegt falsch. „Wir haben auch versucht, die Wege zwischen den verschiedenen Esstischen für die Teams so kurz wie möglich zu halten“, berichten die Organisatoren, „Das war ein stundenlangen Hin und Her bei der Planung, gerade auch weil wir die vegetarischen Teams berücksichtigen wollten. Für das nächste Mal wissen wir, dass wir ein bisschen mehr Zeit einplanen sollten.“ In die intensive Planungsphase waren die drei vor sechs bis acht Wochen gegangen. Die Idee zu einem Running Dinner kam aber schon vor einem halben Jahr beim ökumenischen Gemeinderats-Wochenende auf, als es darum ging mal wieder gemeinsame Projekte zu finden, wie es die beiden Hochschulgemeinden schon seit langem praktiziert.

Ob es eine Wiederholung des Running Dinners geben wird, wollen Ruth Luschka, Johanna Wannack und Vincent Ziegler von der Resonanz und dem Erfolg abhängig machen. Aber noch bevor alle Teller leer gegessen waren hat sich schon angedeutet, dass die drei Studenten eine zweite Runde für ihr „Herzensprojekt“ ins Auge fassen.

Charlotte Nachtmann