Logo Mittelbayerische.de
Portal auswählen »
16. Juli 2018

„Einen minusPØL, bitte!“

Ein blauer Likör erobert Regensburg und von dort die ganze Welt – die Erfolgsgeschichte zweier Regensburger Studenten und ihres Start-ups minusPØL.

Was als klassische Schnapsidee begann, ist heute ein echter Kassenschlager, nicht nur im neuen George Tanne Café. Foto: Stina Walterbach

Regensburg. Fast jeder kennt das blaue Getränk, das es mittlerweile in den meisten Regensburger Kneipen als Shot oder gemischt als Cocktail zu trinken gibt. Doch bis hierhin war es für die beiden minusPØL-Erfinder ein langer Weg.

Die zwei Freunde Philipp Maier und Philipp Hockenberger, die sich während des Studiums kennengelernt haben, gründeten das Unternehmen mit zwei weiteren Bekannten im Jahr 2015. „Es begann definitiv als klassische Schnapsidee“, erinnert sich Philipp Hockenberger. „Wir haben damals selbst für einige Partys Vodka und Eisbonbons gemischt.“ Und dieser Geschmack kommt an, nicht nur bei den Gründern, sondern auch bei vielen anderen Partybesuchern, woraufhin sich die Studenten auf die Suche nach einem vergleichbaren Produkt im Handel machten. Als diese ergebnislos blieb, ergriffen sie die Gunst der Stunde: „Rein nach dem Prinzip: Wenn’s kein anderer macht, machen wir’s halt, haben wir uns entschlossen, den Likör mit dem beliebten Geschmack professionell selbst herzustellen.“ Bis zu dem heutigen, charakteristischen Geschmack des blauen Likörs verging allerdings noch über ein Jahr voller Recherche, diversen Selbsttests und externer Beratung über Lebensmitteltechnik. „Es ist ein langer Weg, sein eigenes Getränk zu entwickeln, und nicht alle Proben haben damals so gut geschmeckt wie heute“, erklärt Philipp.

Was als Schnapsidee begann, entwickelte sich rasch zum Kassenschlager. Die ersten 5000 Flaschen wurden von den Studenten in der Industrieküche eines Freundes noch selbst hergestellt. Nachdem die Nachfrage nach dem Likör allerdings stetig stieg, war der Arbeitsaufwand bald nicht mehr zu bewältigen und die Suche nach einem Abfüller begann. Seit über zwei Jahren arbeiten sie nun schon mit ihrem Partner zusammen und das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Entwickelt von Freunden in der Studenten-WG, über die Region hinaus und nun sind wir kurz vor dem Sprung in die ganze Welt“, freut sich Philipp, der mittlerweile in Australien lebt. Dort bauen die Jungunternehmer derzeit eine Außenstelle auf, um den australischen und den asiatischen Markt „blau einzufärben“, wie uns Philipp verrät. „Das ist eine Riesenchance für uns“, sagt er. Heute arbeiten die beiden mit einigen Partnern zusammen und sind dabei etwas von den klassischen Start-up-Strukturen abgewichen. „Wir haben gelernt, dass es besser ist, manche Dinge nicht selber zu machen, auch wenn die Kosten dadurch steigen.“

Doch auf die Erfahrungen, die sie gesammelt haben, möchten sie nicht verzichten. Obwohl beiden neben Studium, Nebenjob und Unternehmensgründung wenig Freizeit blieb und sie dabei einiges auch auf die harte Tour lernen mussten, sind sie sich einig: „Das eigene Unternehmen zu gründen und es beim Wachsen zu begleiten, ist eines der besten Dinge, die es auf dieser Welt gibt!“