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Stina Walterbach Christina Ott
01. März 2019

Öfter mal was Neues

Einmal Platz nehmen und genießen. Im Taracafé wird vegan gekocht: Auf den Teller kommt dabei vor allem saisonales Gemüse und Rohkost. Das Dinner „Vier Gänge In Farben“ war also eine echte Überraschung, auch für unsere Redakteure.

Unsere Redakteure im Geschmackswunderland. Wir haben das Dinner „Vier Gänge In Farben“ im Taracafé mal genauer unter die Lupe genommen. Fotos: Stina Walterbach

Nichts für „blutige“ Anfänger (Stina Walterbach)

Samstagabend, und ich habe eine Einladung zum Essen. Da fängt das Wochenende doch schon mal gut an. Es geht zum Veggie-Dinner ins Taracafé. Für mich eher untypisch, denn ich esse Fleisch. Nicht ständig und auch nicht in großen Mengen, aber zu einem guten Steak sage ich nicht nein. Was heute auf den Teller kommt, ist allerdings meilenweit entfernt von meinen üblichen Essgewohnheiten. Aber probieren geht ja bekanntlich über studieren. Die Zutaten lassen mir schon mal das Wasser im Mund zusammenlaufen: Grünkohl, Linsen, Schwarzwurzel – alles super leckere Sachen, die in anderer Form schon auch mal auf meinem Speiseplan stehen. So habe ich sie allerdings noch nie gegessen: zum Teil roh, exotisch gewürzt, außergewöhnlich kombiniert und manchmal komplett anders als erwartet, was meinen Gaumen schon nach den ersten zwei Gängen komplett überfordert. Meine Kollegin, seit Jahren Vegetarierin, kann darüber nur müde lächeln. Offensichtlich bin ich doch nicht so offen für Neues, wie ich dachte. Probiert habe ich natürlich alles, und einiges hat mich auch sehr positiv überrascht. Zum Beispiel die Grünkohlchips oder die Goldrübchen kannte ich so noch nicht. Kardamom dagegen wird auch künftig nur sehr wenig Verwendung in meiner Küche finden.

Mein Fazit: So ungerne ich es zugebe, aber ich bin wohl doch eher der Typ „ Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“. Einen Lichtblick gibt es aber noch. Estella Schweizer vom Taracafés hat mir versichert, je öfter man etwas probiert, umso eher passen sich die Geschmacksnerven an.

Inspiration pur (Christina Ott)

„Hast du Samstagabend Lust auf ein Vier-Gänge-Menü im Taracafé? Ich brauch noch einen Vegetarier“ – das sind die Sätze, bei denen es sich mal richtig lohnt, Vegetarier zu sein. Vom Taracafé hatte ich schon viel gehört und auch mal ein Stück Rohkostkuchen gegessen, ein Menü dort war aber auch für mich eine Überraschung; eigentlich für alle, denn Estella kochte ja auch ein Überraschungsmenü. Ich hatte in einem veganen Restaurant mit verschiedenen Fleischersatzvarianten a la Tofu, Seitan und Co. gerechnet, lag aber völlig falsch. Stattdessen wurden wir mit Saisongemüse überrascht. Und das sind im Winter nun mal nicht die „üblichen Verdächtigen“ wie Tomaten, Zucchini und Co., sondern Grünkohl, Rüben und Schwarzwurzel. Hatte ich schon mal gehört, hatte ich teilweise schon probiert – und trotzdem war ich total überrascht, wie man das zubereiten kann. Knuspriger Grünkohl oder Goldrübchen mit Erdnusssoße – einfach super lecker! Wärmende Gewürze wie Kardamom und Kurkuma gaben den Gerichten noch eine exotische Note. Dass meine Kollegin ein bisschen damit haderte, kann ich trotzdem verstehen: Man hat einfach seine Lieblingsgerichte und Kombinationen, die man gewohnt ist und auf die sich die Geschmacksknospen einstellen. Als ich vor vielen Jahren Vegetarier wurde, war ich relativ früh damit konfrontiert, mich auf neue Dinge einzulassen – man kann ja nicht immer nur Nudeln mit Soße essen. Ich hatte also schon ein bisschen Vorsprung. Trotzdem kann ich jedem raten: Lasst euch auf die Geschmacksexperimente ein! Saisonal essen ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch gut für unseren Körper. Und das ist gar keine neue Erfindung, sondern einfach nur etwas, das ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. Als ich meiner Oma von dem Menü erzählt hatte, war sie auch ganz begeistert. Ein paar Tage später bin ich gleich zum Wochenmarkt und hab mir Grünkohl, Pastinaken und Schwarzwurzeln besorgt, so inspiriert war ich!

Die nächsten Dinner „Vier Gänge In Farben“ sind übrigens am 1., 16. und 22. März, dann sogar mit Koreanischem Special. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Wir wurden zwar vom Taracafé zum Menu eingeladen, das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.

Stina Walterbach Christina Ott