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Titelfoto: Attila Henning
20. September 2018

Von der Idee zum Hanfriegel

Redakteur Robert Torunsky im Gespräch mit Hans-Brainfood-Gründer Matthias Coufal.

Hans-Brainfood-Gründer Matthias Coufal und seine außergewöhnliche Produktidee.Attila Henning

Regensburg. Von der Idee zum eigenen Start-up: Matthias Coufal hat schon beim StartUp Weekend 2016 in Regensburg und beim Pitch-Wettbewerb Makers‘ Club mit seiner ausgefallenen Produktidee überzeugt. Jetzt will er mit einer Crowdfunding-Kampagne auch endlich den Produktionsstart schaffen.

Matthias, Du hast bei der Juli-Ausgabe des Makers‘ Club in der TechBase den Pitch-Wettbewerb mit einer ungewöhnlichen Geschäftsidee gewonnen – Hans Brainfood, dem Energieriegel fürs Hirn. Wie kamst Du auf diese Idee?

Matthias Coufal: Ich bin in meinem Beruf als Produktmanager viel unterwegs und stand da häufiger vor der Herausforderung, dass im Büro oder auf Dienstreisen nichts Vernünftiges zu essen verfügbar war oder schlicht die Zeit gefehlt hat, etwas zu besorgen. Die meisten gesunden Produkte zielen auf die Fitness ab, ich war auf der Suche nach einem Snack, der die Gehirnleistung erhöht. Deshalb habe ich mich 2016 auf die Suche gemacht, ob es Riegel oder andere Snacks gibt, die meinen Ansprüchen genügen. Das heißt ohne Zusatzstoffe, mit Sättigungseffekt und eben der Königsdisziplin, der Steigerung der Konzentrationsfähigkeit.

Bist Du fündig geworden?

Nein, so etwas hat es nicht gegeben. Ich habe dann recherchiert, welche Naturprodukte die Hirnleistung überhaupt steigern können. Dabei bin ich auf geschälte Hanfsamen gestoßen, die in puncto Nährstoffgehalt alles übertreffen, was sonst künstlich zusammengefügt wird. Hanfsamen enthalten nicht nur sehr viel Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren, sondern auch alle essenziellen Aminosäuren. Die sind dafür verantwortlich, dass Hormone wie Dopamin und Serotonin gebildet werden. Diese Botenstoffe beeinflussen maßgeblich die Stimmung und damit auch die Konzentrationsfähigkeit.

Bei Hanf denken viele unweigerlich an das Rauschmittel. Das sind aber zwei Paar Stiefel, oder?

Ja, Hanfsamen haben keine psychoaktiven Stoffe und sind ein Nahrungsmittel. Es handelt sich um eine mitteleuropäische Pflanze, die zwischenzeitlich verdrängt wurde. In Kanada, den USA, im Baltikum und China sind Hanfsamen als normales Nahrungsmittel etabliert. Wir haben mittlerweile die Lizenz zum Anbau, die nur Gärtner und Landwirte erhalten. Zum Glück ist mein Bruder Josef Landwirt.

Wie ging es weiter?

Ich hatte immer einen Riegel im Sinn, da man die einfach auch gut mitnehmen kann. Der Riegel besteht tatsächlich nur aus Hanfsamen und Honig als Bindemittel. Das ist das Original, dann gibt es noch Varianten mit Kakaonibs, Kaffee und Maulbeere und aktuell testen wir Apfel- und Zimt. Ich wollte aufgrund der Allergene kein Getreide als Zutat verwenden. Bei Soja ist die Herkunft fragwürdig und viele Menschen haben eine Unverträglichkeit. Der Name „Hans“ leitet sich von Hanfsamen ab und ist zudem sehr griffig – deswegen heißt der Riegel Hans Brainfood.

Wie war das erste Feedback?

Extrem gut. Viele hätten den Geschmack süßer erwartet, da sie das von Müsli- oder Schokoriegeln gewöhnt sind. Auch die Geschäftsidee kam gut an, beim Start-up-Weekend habe ich direkt den ersten Platz gemacht. Dort habe ich auch meinen Geschäftspartner Jakob Graf kennengelernt, der sofort Feuer und Flamme war. Wenig später ist Isabella Voit dazugestoßen, die für das Design verantwortlich zeichnet.

Besitzt der Riegel Serienreife?

Ja, wir haben eine Kooperation mit einem Hersteller. Mit einer Crowdfunding-Kampagne, die von 20. September bis 25. Oktober auf der Onlineplattform Startnext möchten wir mindestens 15 000 Euro generieren, um in Produktion gehen zu können.