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Veronika Königer
06. Januar 2019

Von der WG-Küche zur Brauanlage

Die Genossenschaftsbräu Regensburg e.G. hat sich im vergangenen Jahr eine eigene kleine Brauerei aufgebaut - ein Projekt, das seinen Ursprung in studentischen Brauversuchen in der eigenen Küche hatte.

Mitglieder der Genossenschaftsbräu Regensburg stellen die Brauanlage auf. Foto: Hannah Ernst

Regensburg. Vor dreieinhalb Jahren sind Johannes Falter und einige Freunde erstmals mit Bier in Berührung gekommen – also mit der Herstellung, nicht dem Genuss. Da haben sie gemeinsam in der WG-Küche Gerstensaft gebraut, einfach mal zum Ausprobieren. Es hat Spaß gemacht und nach einigen Versuchen auch geschmeckt. So entstand die Idee mehr daraus zu machen. Die Freunde begannen nach Möglichkeiten zu suchen, den Traum von einer Kneipe mit eigener Brauerei in Regensburg zu verwirklichen. Dabei stießen sie auf die Rechtsform der Genossenschaft – was zuerst einmal nach Bank und nicht nach Bier klingt. Schließlich überzeugte das Konzept, dass jeder unabhängig von der Höhe seiner Investition das gleiche Stimmrecht hat, die Hobbybrauer aber.

Per Mundpropaganda warben sie um Mitglieder, im November 2017 fand das erste Treffen von Interessierten statt. Schnell erkannte man: In Regensburg fehlen bezahlbare Flächen für eine Kneipe. Also beschloss man zuerst einmal nur Bier zu brauen, und zwar auf einem Bauernhof in Holztraubach bei Regensburg, der der Familie eines Mitglieds gehört. Die Idee einer eigenen Kneipe wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, ist aber immer noch das große Ziel.

Vorbereitung auf den ersten Ausschank

Zwar wurde die Genossenschaftsbräu Regensburg eG erst am 17. April 2018 offiziell gegründet, aber schon seit Januar letzten Jahres arbeiteten Mitglieder am Umbau des Stalls, in dem die Brauanlage heute steht. Sie entfernten Boden und Putz, betonierten und fliesten, verlegten Leitungen – alles in Eigenarbeit und mithilfe der unterschiedlichen handwerklichen Fähigkeiten, die in der Genossenschaft vertreten sind. Die Brauanlage selbst wurde schließlich im November geliefert und aufgestellt.

Jetzt warten die mittlerweile 67 Mitglieder und der Vorstand mit Johannes Falter, Maximilian Neumann und Hannes Döllerer darauf, im Frühling das erste Bier ausschenken zu können. In ein bis zwei Kneipen und Getränkemärkten soll es verkauft werden, bei Veranstaltungen und bei Festen von Mitgliedern. „Wichtig ist uns, dass die Verkaufsorte vom Charakter zu uns passen, familiär sind. Wir wollen uns auch nicht unter Druck setzen, sondern nur so viel brauen, wie wir eben nebenbei schaffen, uns geht es nicht um Profit, sondern um die Gemeinschaft und den Spaß am Brauen“, erklärt Johannes Falter. Das ist auch den anderen Genossenschaftsmitgliedern klar: Sie sind aus Interesse dabei, nicht wegen des Gewinns. Viele von ihnen sind oder waren Studierende in Regensburg. Aber auch Eltern, Großeltern, Freunde und Bekannte aus verschiedensten Berufen kommen in der Genossenschaft zusammen. Und für wirklich Interessierte sind ihre Reihen noch offen – auch für kreativen Input, der gerne an mail@genossenschaftsbraeu-regensburg.de gerichtet werden kann. Auf Instagram kann man das Projekt auf @braugenossen.rgb verfolgt werden.

Veronika Königer