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Veronika Königer
28. Februar 2019

Von Krapfen, Kreppeln und Berlinern

Der Faschingsendspurt naht mit großen Schritten und in allen Bäckereien tauchen wieder die Krapfen auf. Doch was hat es mit diesem süßen Gebäck eigentlich auf sich?

Ob mit Himbeermarmelade, Schokolade, Pudding, Vanillecreme oder Eierlikör gefüllt, an Fasching darf ein leckerer Krapfen nicht fehlen. Foto: karepa – stock.adobe.com

Regensburg. Die typischen Faschingskrapfen, die man in Bayern derzeit eigentlich überall findet, kennt jeder: gefüllte, in Fett gebackene Kuchen aus Hefeteig. Traditionell ist die Füllung Marillenmarmelade, aber kann auch zum Beispiel Himbeermarmelade, Schokolade, Pudding, Vanillecreme oder Eierlikör sein. Allerdings finden sich zur Faschingszeit immer wieder auch weniger leckere Scherzexemplare, die dann zum Beispiel mit Senf gefüllt sind – also vielleicht nicht gleich herzhaft in jeden Krapfen reinbeißen, der euch angeboten wird!

Wer Fasching lieber in den Gegenden genießt, wo er Karneval oder Fastnacht heißt, muss sich auch an etwas andere Bezeichnungen für den Krapfen gewöhnen: In der Fastnacht-Hochburg Mainz und der Umgebung zum Beispiel heißt das süße Gebäck „Kreppel“. Zwar gibt es auch rheinische Krapfen, die haben aber keine Füllung, stattdessen oft Rosinen im Teig. Weiter oben im Norden muss man „Berliner“ oder „Berliner Ballen“ bestellen – in Berlin und Teilen von Ostdeutschland heißt das Gebäck dagegen „Pfannkuchen“. Und um die Verwirrung komplett zu machen: In manchen Teilen Süddeutschlands, Frankens oder Thüringens bekommt man keinen typischen Faschingskrapfen, wenn man Krapfen bestellt, sondern dünne Gebäckscheiben mit dickem Rand, die anderswo als „Küchle“ oder „Auszogne“ bezeichnet werden. Wenn ihr euch also nicht ganz sicher seid – am besten in der Bäckerei mit dem Finger drauf zeigen, damit ihr dann auch wirklich euren Krapfen bekommt. Natürlich gibt es das Gebäck nicht nur in Deutschland, sondern eigentlich auf der ganzen Welt. In Belgien, Chile, Norwegen, Portugal und Spanien heißt es in der jeweiligen Landessprache sogar Berliner oder Berliner Ballen.

Wem haben wir die Krapfen denn eigentlich zu verdanken? Einer Legende nach hat sie 1756 ein Berliner Zuckerbäcker erfunden, der als Kanonier unter Friedrich dem Großen dienen wollte, aber nicht zum Soldaten taugte. Zu seiner Freude durfte er damals trotzdem als Feldbäcker beim Heer bleiben – und schuf sozusagen als Dank ein Gebäck aus Hefeteig in Form von Kanonenkugeln, die er mangels eines Backofens in heißem Fett über dem Feuer ausbuk.

Heutzutage müssen die Krapfen zum Glück nicht mehr über offenem Feuer gemacht werden, sondern auf dem Herd. Die Zubereitung ist auch nicht so schwer. Für 12 Krapfen braucht ihr folgende Zutaten: 500 Gramm Mehl, 200 Milliliter Milch, ein Päckchen Trockenhefe, 50 Gramm Zucker, fünf Eigelb, 60 Gramm Zucker, eine Prise Salz, ein wenig Zitronenaroma und ein Liter Öl oder Fett zum Frittieren, außerdem eine Füllung eurer Wahl – sei es Marmelade, Eierlikör, Pudding, Nutella, oder doch vielleicht Senf. Zuerst macht ihr die Milch lauwarm, mischt sie mit Hefe, Zucker und Milch und lasst den Teig 10 Minuten lang gehen.

Dann gebt ihr die restlichen Zutaten dazu und lasst den Teig noch einmal ungefähr eine halbe Stunde gehen, bis er doppelt so groß ist. Einmal kräftig durchkneten, in 12 gleich große Stücke teilen, zu Kugeln formen und noch einmal eine halbe Stunde gehen lassen – dann werden die Kugeln portionsweise in dem heißen Öl oder Fett in der Pfanne frittiert. Abtropfen und abkühlen lasst ihr die Krapfen am besten auf Küchentüchern, damit nicht alles ölig wird, zum Abschluss spritzt ihr dann mit einem Spritzbeutel die Füllung eurer Wahl hinein. Schon könnt ihr euch das Gebäck schmecken lassen – sei es als Krapfen, Kreppel, Berliner Ballen oder Pfannkuchen.

Veronika Königer