Bonaparte erobert Regensburg
„Die sollen da alle rein? Das geht nie und nimmer?“
Wir waren erstmal baff, als wir aus dem Bus hüpften und vor der Alten Mälzerei standen. Davor standen wahrscheinlich doppelt so viele Leute, wie überhaupt reinpassen. Wegen Bonaparte. Nicht Napoleon Bonaparte, der genau 200 Jahre zuvor in und um Regensburg blutige Schlachten lieferte, sondern wegen Bonaparte, der Band.
Eine lustige Truppe aus Berlin, die sich dadurch auszeichnet, dass sie auf der Bühne Tierköpfe und Zirkuskostüme tragen, wild herumhüpfen und gleichzeitig ganz formidable Musik machen. Bonaparte spielten am Montagabend in Regensburg und die Alte Mälzerei platzte aus all ihren Nähten.
Drinnen tropfte der Schweiß von der Decke, die als einziger Anhaltspunkt noch dazu da war, oben und unten voneinander zu unterscheiden. Sogar vorne und hinten waren schnell nicht mehr erkennbar. Beim ersten Song und der Frage „Do you wanna Party with Bonaparte?“ stand das Publikum mit auf der Bühne.
„Ich weiß nicht, ob ich mehr Schweiß oder mehr Bier im Becher hab“, kam es von links und rechts stieß mir immer wieder ein Fuß an den Kopf. Der gehörte einer jungen Dame, die auf einem wackligen Barhocker auf und ab sprang. Der Barhocker machte dabei nicht den Anschein, dem Treiben lange standhalten zu wollen.
Anständig und gesittet ging anders. Und während Ostbayern gerade das „Napoleonjahr“ begeht, feierte Regensburg einen Abend mit den Namensvettern des französischen Kaisers.
(Fotos: Säm Wagner)
