Kunst auf allerengstem Raum

„Fünf auf 54 m²“ heißt ein neuartiges Ausstellungskonzept fünf junger Regensburger Künstler, das die Besucher direkt ins Geschehen mit einbinden soll.

Die „Fünf auf 54m²“-Künstler Sarah Kral, Sebastian Schnellbögl, Sarah Muise, Christian Köscher, Marie Neumann (von links) verkleidet als das Tier, dem sie am Nächsten sind.

Die Gruppenausstellung „Fünf auf 54 m²“ wird von Donnerstag, 12. Juli bis einschließlich Sonntag, 15. Juli im 54 Quadratmeter kleinen Atelier Nummer 6 des Künstlerhauses Andreasstadel ungewöhnliche Einblicke in die Kunst von fünf Absolventen der Akademie Regensburg geben.

Die jungen Künstler präsentieren Arbeiten, die abseits des regulären Unterrichtsgeschehens in der Akademie entstanden sind. Neben Zeichnung, Illustration und Collage sind auch Videos und Urban Art sowie eine gemeinsame Performance zu sehen.

Die Vernissage am Donnerstag, 12. Juli um 19 Uhr wird die Gruppenausstellung beginnen lassen. Am Samstagnachmittag um 16 Uhr wird dann voraussichtlich das „Naturschutzgebiet Unterer Wöhrd“ ausgerufen. „Es ist ein Stück Wald, das von einem Parkplatz und einer Straße eingeschlossen ist“, erklärt Sebastian Schnellbögl, einer der Künstler. Was er allerdings nicht erklärt, sind Sinn, Zweck und Hintergrund der geplanten Aktion. Die Künstler möchten es spannend machen. „Man erlebt, was man eben in einem Naturschutzgebiet erlebt.“

Das Atelier 6 soll von den Besuchern nicht als Ausstellungsraum im eigentlichen Sinn, sondern als klassischer Arbeitsraum wahrgenommen werden. Jeder Besucher hat hier die Möglichkeit, während des gesamten Ausstellungszeitraums an einem Projekt mitzuwirken. Zusammen mit den ausstellenden Künstlern sollen Regensburger Wasserlaternen zuerst bauen und im Anschluss bemalen. Höhepunkt der Aktion ist am Sonntag um 22 Uhr. Dann werden die fünf jungen Künstler zusammen mit den Besuchen das Licht-Konzept am Donauufer (Unterer Wöhrd) vollenden.

Je nachdem, wie viele Gäste sich beteiligt haben, bilden die bunten Laternen ein größeres Lichtermeer und schwimmen entlang der Donau in Richtung Osten.

Bei „Fünf auf 54 m²“ haben sich die jungen Künstler Christian Köcher, Sarah Kral, Sarah Muise, Marie Neumann und Sebastian Schnellbögl zusammengetan. Sie alle wollen jetzt, nach ihrem Abschluss in Regensburg, an verschiedenen Hochschulen für Kunst und Design weitere professionelle Erfahrung sammeln. Die Akademie Regensburg, die dafür den Grundstock bildete, wurde 2002 von Stefan Göler und Georg Fiederer gegründet und möchte auf der Basis einer soliden handwerklich künstlerischen Ausbildung durch permanente Schulung des Wahrnehmungsvermögens kritische Sichtweisen und damit den eigenen künstlerischen Ansatz der Studenten fördern.

Die Stile der Fünf sind höchst individuell. Sebastian Schnellbögl praktiziert Urban Art. Er verwendete beispielsweise in einem Projekt den abgeblätterten Putz des Künstlerhauses um mit zusätzlich kreierten Körperteilen eine Ballerina zu formen und das Ganze anschließend auf Poster aufzuziehen. Sarah Kral konzipierte eine Fotoserie mit Klebeband, wodurch die Vorder- und Hintergründe der Bilder neu definiert werden. Sarah Muise stickt gezeichnete Gesichter in Toastbrot und stellt sie als neuartige Porträts in der Vitrine aus.

Bewundern kann man die Stile und Werke täglich von 14 bis 20 Uhr im Atelier 6 ( 1. Obergeschoss) des Künstlerhauses Andreastadel (Andreasstraße 28). Der Eintritt ist frei.

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