Lernen vom Meister

Fotografie-Veteran Michael Bry stellt seinen Schützlingen Aufgaben von „Bonjour Tristess“ bis „Hoffnung“ und stellt die besten Werke abschließend in der „Galerie & Raumstatt“ aus.

Der mittlerweile 86-jährige Michael Bry gilt als international anerkannter Fotograf im Grenzbereich zwischen Kunst und Dokumentation.

Die Veranstaltung nennt sich schlicht „Fototreff mit Michael Bry“ und findet wöchentlich in der „Galerie & Raumstatt“ statt. Eingeladen ist jeder, der eine eigene Kamera und Spaß am Fotografieren hat. Was viele Hobbyfotografen nicht wissen, ist, dass Michael Bry, Veranstalter des Fototreffs, einer der international anerkanntesten Fotografen unserer Zeit ist. 1938 floh er gemeinsam mit seinen Eltern vor dem Terror in Deutschland nach Chile, wo er das Fotografenhandwerk erlernte. 1954 reist er in die USA, arbeitet als Fotograf für die Eisenbahn und macht sich 1960 selbstständig. 30 schaffensreiche Jahre später verlässt Bry die USA wieder. Seine Bilder und Werke finden sich mittlerweile an berühmten Orten, wie dem San Francisco Museum of Modern Art. In Regensburg fanden seine Bilder Eingang in das Kunstforum Ostdeutsche Galerie, die Galerie Konstantin B sowie den Kunstverein Graz.

Zurzeit versucht Michael Bry sein langjähriges Wissen an interessierte Hobbyfotografen zu vermitteln. In seinen Kursen gibt er ein Grundthema, eine Art Aufgabe, vor, die von den Teilnehmern auf ihre eigene Art mit der Kamera interpretiert und erfasst wird. In den wöchentlichen Treffen gibt der Altmeister dann Ratschläge und Techniktipps zum besseren und aussagekräftigeren Fotografieren. Alle vier Wochen stellt Bry ein neues Thema und ein neuer Kurs beginnt. Waren unter den Teilnehmern der vergangenen vier Wochen genügend Talente dabei, organisiert der mittlerweile 86-jährige eine kleine Vernissage und stellt die Werke seiner Schützlinge vor.

So geschehen am Samstag, den 14. Januar in der „Galerie & Raumstatt“ zu dem Thema „Bonjour Tristess“. Die vier Kursteilnehmer hatten Bry mit ihren Bildern überzeugt und der arrangierte in der Galerie und Raumstatt eine kleine Ausstellung. „Das ist aber nicht ungewöhnlich. Ich bekomme häufig viele gute Fotos. Diese werden dann von mir zusammengestellt und präsentiert. Bekomme ich in einem Kurs nicht genügend schöne Bilder zusammen, findet einfach keine Ausstellung statt“, so der Fotokünstler.

Auch die Kursteilnehmer sind voll des Lobes für die Zusammenarbeit mit dem Profi. „Für mich war es der zweite Kurs bei Michael Bry“, sagt Axel Bardohn, Rentner und Hobbyfotograf aus Neumarkt. „Meine Frau und ich haben ihn vor etwa eineinhalb Jahren kennengelernt und finden seine Geschichte, seinen Background faszinierend. Außerdem schätzen wir seine Meinung im Bezug auf unsere Fotografie sehr.“ Gemeinsam mit seiner Frau Renate hat er sich der Aufgabe „Bonjour Tristess“ gestellt. „Ich wollte meine Fotografie weiterentwickeln und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, freut sich Renate Bardohn.

Ähnlich sieht das auch Kursteilnehmerin Petra Gerstl. „Ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich mit meinen Bildern nicht mehr zufrieden bin. Und ich habe gemerkt, dass mich gutes Equipment alleine auch nicht weiterbringt. Bei dem Kurs habe ich jetzt gelernt, meinen Blick zu schärfen und eine andere Sicht auf die Dinge zu kriegen. Das hat mich auf jeden Fall ein Stück weiter gebracht.“

Wer auch gerne seine Fähigkeiten an der Kamera erweitern oder verbessern möchte, der kann sich unter michael@bryfoto.de oder telefonisch unter 0151 - 17 50 43 95 direkt mit Michael Bry in Verbindung setzen und erfahren, wann der nächste Kurs startet. Kosten: 80 Euro.

Kultur & Gesellschaft. | 17. Januar 2012

„Bonjour Tristess“

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