Zeitreise ins alte Schottland

Bei Macbeth im Hesperidengarten erwarten eiskalte Hexen, gruselige Momente und die Faszination des Bösen das Publikum.

Die Theatergruppe Mähnenwind lässt mit „Macbeth“ einen düsteren Dramen-Klassiker im Hesperidengarten aufleben.

Mähnenwind hat einen neuen Standort. Die muntere Theatergruppe ist samt Ross und Reiter nun im Hesperidengarten angesiedelt. Mit im Gepäck hat sie das neue Theaterprojekt Macbeth. Dabei hat sich die junge Regisseurin Julia Schruff an das düstere Drama nach Shakespeare angelehnt.

Vor vier Jahren begründete die Gruppe Mähnenwind eine neuartige Form des Theaters, bei der neben den Schauspielern auch Pferde mitwirken. Damals ging es beispielsweise hoch zu Ross durch Stadtamhof, um die Geschichte des heiligen Martin authentisch darzustellen. Mittlerweile umfasst die Gruppe mehr als 20 Schauspieler.

Mit ihren Darstellungen verwandelt Mähnenwind die Geschichte in ein Naturerlebnis, sie zeigt beeindruckende Szenen aus der Römer- oder Wikingerzeit oder gibt Einblicke in die Französische Revolution. Doch in diesem Jahr schien sich das Schicksal gegen die Truppe verschworen zu haben: Die Schließung des Keilberger Reitstalls und der damit verbundene Verlust der Waldbühne schien das vorzeitige Aus von Mähnenwind zu besiegeln. „Durch Zufall kamen wir mit Johannes Adler, dem Chef des Hesperidengartens, in Kontakt und nun können wir hier glücklicherweise unsere Theaterprojekte fortsetzen“, sagt Julia Schruff von Mähnenwind. Sie ist auch die Initiatorin des neuen Theaterstücks Macbeth. „Ich habe das Stück selbst geschrieben. Zum Großteil basiert Macbeth auf den Originaltexten“, erklärt Schruff. Der Clou an der Version ist, dass ein Teil in englischer und ein Teil in deutscher Sprache gespielt wird. Schruff kann dies auch begründen: „Der Hexenspruch ,double, double toil and trouble, fire burn, and cauldron bubble‘ klingt in der Originalsprache einfach authentischer und man kann den Satz auch nicht wirklich gut ins Deutsche übersetzen“, erklärt die talentierte Jungdarstellerin und Regisseurin lachend.

Gemeinsam mit Stefan Koran führt sie Regie und wird auf der Waldbühne selbst in eine Paraderolle schlüpfen. „Wenn die Schlüsselszenen des berühmten Dramas lebendig werden, umrahmt von Natur und echten Pferden, wie bei der weissagenden Hexe auf der nebeligen Heide oder beim Mord am arglosen König, und wenn das Publikum all diese Verwicklungen hautnah erleben kann, dann wird sich der Hesperidengarten ein bisschen in das Schottland von damals verwandeln“, so die Regisseurin.

Die Aufführungen finden statt an den Sonntagen 9., 16. und 30. September und am Mittwoch, 3. Oktober jeweils um 16 Uhr. Kartenreservierungen werden unter (09 41) 2 90 89 89 entgegengenommen, Karten gibt es im Hesperidengarten und an der Abendkasse.

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