„Lustig mögen die Leute“

Günther Brenner hat schon in vielen Filmen mitgewirkt, jetzt schlüpft der Regensburger erstmals in die Rolle eines Politikers.

Für die Rolle des Dienstmanns Alois Hingerl in „Ein Münchner im Himmel und in der Hölle“ bekam Günther Brenner (li.), hier an der Seite von Schauspielkollege Claus Wilcke, den Publikumspreis für den besten Schauspieler.

Der Regensburger Günther Brenner ist Schauspieler aus Leidenschaft. Für seine Spielfreude wurde der 45-Jährige jetzt sogar mit dem Publikumspreis für den besten Schauspieler bei den Clingenburg-Festspielen bei Aschaffenburg ausgezeichnet. Seine Rolle in der bayerischen Komödie „Ein Münchner im Himmel und in der Hölle“, eine Mischung aus Brandner Kaspar und Aloisius, kam beim Publikum an.

„Weil die Leute zur Zeit eher lachen wollen, ist es ganz gut, dass ich im Moment vor allem in Komödien mitspiele“, sagt Brenner. Auch sein neuster Film ist wieder etwas Lustiges und noch dazu eine doppelte Premiere für den 45-Jährigen, denn in „Das schaffen wir schon“ verkörpert der Brenner erstmals einen Politiker und eine real existierende Person. „Das war etwas ganz Neues für mich und gar nicht so einfach“, so der Schauspieler, der in der bitterbösen Politikkomödie den Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts Peter Altmaier spielt. „Wir haben 20 Tage in einem Fernsehstudio gedreht“, erzählt Brenner. Das hieß: Acht Stunden täglich stehen und mehrfache Wiederholungen der Sätze. „Das ist wirklich interessant, wenn man etwas oft genug wiederholt, so wie die Politiker, dann glaubt man das am Ende selbst“, sagt der 45-Jährige schmunzelnd. Allein der Trailer erreichte auf Facebook in den ersten drei Tagen über 200 000 Likes. Seit Donnerstag, 7. September können sich die Regensburger selbst ein Bild von der neuen Politikkomödie mit Günter Brenner machen – zu sehen unter anderem im Regina Kino. Für alle, die es nicht ganz so politisch mögen, gibt es Brenner ab 5. Oktober auch in dem Film „Unter deutschen Betten“ mit Veronica Ferres und in der ARD-Serie „Hubert und Staller“ zu sehen.

Foto: Brenner privat
 
Foto: Brenner privat

So schön Komödien aber auch sind, am liebsten spielt Brenner den Bösen: „Bösewichte zu spielen, macht mir eigentlich mehr Spaß und ist einfacher, weil das Extreme zu spielen immer sehr leicht ist. Auch einen ganz netten Menschen zu spielen ist leicht, am schwersten sind die ganz normale Leute.“ Damit auch die „normalen“ Leute natürlich rüberkommen, steckt Brenner immer auch ein wenig von seiner eigenen Persönlichkeit in die Rolle: „Dicke Leute wirken immer eher sympathisch“, so der Schauspieler. Darum seien auch Tatortkommissare oft etwas fülliger. Er selbst hat kein Problem mit seinem Gewicht, ganz im Gegenteil: „Wenn man sich als dicker Schauspieler auf der Bühne verausgabt und schwitzt, begeistert das das Publikum.“ Um sich für seine Theaterrolle fit zu halten, gab es für Brenner darum täglich doppelt belegte Leberwurstbrote. Eine Traumrolle gebe es zwar für ihn nicht, „ich finde immer die Rolle am schönsten, die ich gerade spiele“, einen Wunsch hätte er aber schon: „Ich würde gerne mal einen Anwalt spielen.“ Derzeit dreht Brenner aber erst mal die ZDF-Reihe „Frühling“ mit Simone Thomalla. Dabei spielt er einen Polizeichef, der aber auch wieder eher nett als böse ist. Lustig mögen die Leute eben.

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