Von wegen stumm

Die Stummfilmwoche Regensburg geht in die 35. Runde. Thema dieses Mal: „Traumwelten, Fantasien, Obsessionen – und der letzte Schrei der Mode“.

Am 11. August öffnet die 35. Stummfilmwoche „Die Büchse der Pandora“.

Von 10. bis 19. August, lädt der Arbeitskreis Film Regensburg e. V. wieder zu Stummfilmen mit Livemusik ein ins Museumscafé im Klosterhof des Historischen Museums ein.

Auch wenn der Name Stummfilmwoche auf ein stilles Event schließen lässt, sind die Kompositionen, die im Museumscafé gezeigt werden, alles andere als stumm. Jedes Jahr sorgen hochkarätige Musiker aus der Region dafür, dass die Stummfilmwoche nicht nur ein Erlebnis fürs Auge, sondern auch für die Ohren wird. Mit extra für diese Vorstellung arrangierten Partituren, interpretieren sie die Filme auf ihre ganz eigene Weise, tragen sie ins Heute und schenken den Zuschauern einmalige Filmkonzerte.

Seltenes und die Büchse der Pandora

Zu sehen gibt es bei der Stummfilmwoche in diesem Jahr so einiges. Dabei ist schon der Auftakt etwas ganz Besonderes und Seltenes: Denn das Deutsche Filminstitut zeigt am 10. August zum ersten Mal den frisch restaurierten „Kampf ums Matterhorn“, das Debüt von Luis Trenker. Gestaltet wird dieses Gipfeldrama von den Gebrüdern Teichmann und Leo Hurt.

Danach, am 11. August öffnet sich dann „Die Büchse der Pandora“. Dazu wird ein seltenes zeitgenössisches Instrument zu hören sein, eine Pedal-Steel-Gitarre, gespielt von Klaus Reichardt, zusammen mit dem Klavier von Sebastian Osthold.

Gleich zwei Filmkonzerte gibt es am 13. August zu sehen und zu hören. Denn Multiinstrumentalist Rainer J. Hofmann vertont nicht nur die Verfilmung der Oscar-Wilde-Tragödie „Salomé“, sondern auch den Vorfilm „Ein andalusischer Hund“ von Luis Buñuel und Salvador Dalí.

Am 14. August zeigt Nosferatu-Regisseur F. W. Murnau in „Phantom“, wie schnell ein normales Leben zerbrechen kann. Dieses Drama, nach einem Buch von Gerhart Hauptmann um die obsessive Liebe eines Poeten, der in seine surreale Traumwelt abgleitet, ist zum ersten Mal auf der Stummfilmwoche zu erleben, ebenso wie der Neoromantikexperte Vsevolod Pozdejev am Piano.

Und auch am 17. August spielt Murnau eine Rolle. Der Heuchler „Tartüff“ nimmt den Menschen im Film ihre Freude an irdischen Genüssen, das tut das Aljoscha-Zimmermann-Ensemble, das den Film vertonen wird, bestimmt nicht.

Eine Schildkröte für die Pausen

Im Eifersuchtsdrama „Schlachten – Eine nächtliche Halluzination“ am 18. August macht ein Gaukler bei einem Dinner mithilfe von Schatten die geheimen Wünsche und Fantasien der Gäste sichtbar. Hörbar gemacht werden die Schattenspiele von Rainer J. Hofmann.

Und zum Abschluss am 19. August ist „Der müde Tod“ zu sehen, der in der Anfangszeit der Stummfilmwoche ein echter Publikumsrenner war. Nach langer Pause kommt der Film nun in toprestaurierter Frische mit dem Aljoscha-Zimmermann-Ensemble zurück auf die Leinwand.

Für die Tage zwischen den Filmkonzerten steht in diesem Jahr „Die rote Schildkröte“ auf dem Programm. Der Animationsfilm ohne Worte und das vorerst letzte Projekt des legendären japanischen Anime-Studios Ghibli wird in der Filmgalerie im Leeren Beutel gezeigt.

Karten gibt es in der Touristinfo im Alten Rathaus und im Museumscafé.

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