Zwischen Musik und Literatur

„Musik – Bücher – Leute“: drei persönliche Grundpfeiler von Johannes Molz, die in seinem musikalisch literarischen Projekt namens Null zusammenfließen.

Nur ein neues Album aufzunehmen ist für Johannes Molz aka Null nicht genug. Er schreibt noch eine Novelle dazu und macht seine Auftritte so zur Konzertlesung.

Produzent, Sound-Engineer, Studiomusiker, Bassist bei Kellner, 8Track-Sessions-Mastermind, Initiator des Mälze-Song-Slams und ein aufopferungsvoller Familienvater mit Herz – all das ist Johannes Molz. Nicht verwunderlich also, dass bei solch einem Spektrum die Zeiteinteilung eine große Rolle spielt.

Den Großteil seiner freien Zeit und Energie steckt er in sein persönliches Herzensprojekt Null. Fast 20 Jahre hat er auf diese Unabhängigkeit hinarbeiten müssen. „Natürlich wäre es ein entspannterer Weg gewesen, diverse Jobs für Geld anzunehmen. Aber ein Mensch, der glücklich sein möchte, muss eben die Dinge tun, die ihn glücklich machen“, sagt Johannes. So hat er im Lauf der Zeit bewusst Punkte aus seinem Leben entfernt, die ihn von der Musik ablenken. Er wollte sich konkret der Musik und dem damit verbundenen Druck aussetzen.

Um bessere Texte schreiben zu können und sich intensiv mit dieser Materie zu befassen, absolvierte er ein Literaturstudium. Die Musik hat ihn dabei natürlich schon immer begleitet. Er hat sich selbst das Produzieren beigebracht und nahm andere Bands im eigenen Studio auf. Nur eine Frage der Zeit also, wann diese Fähigkeiten auch endlich in seinem eigenen künstlerischen Schaffen zusammenfließen sollten – war das große Ziel doch von Vornherein das Produzieren und Veröffentlichen eigenen Materials.

Zugang zum Null"schen Output erhält man auf seiner Bandcamp-Page. Über den Zugang im Allgemeinen macht er sich mittlerweile auch mehr Gedanken als früher: „Anfangs war ich gnadenloser und habe einfach mein Zeug gespielt. Mittlerweile verstehe ich mich aber immer weniger ‚nur‘ als Künstler, sondern vielmehr auch als eine Person, die das Ganze kommunizieren muss.“ Manche Leute empfinden seine Musik beim ersten Hören als „zu krass“ oder „depressiv“. Lässt man sich jedoch richtig darauf ein, fällt einem auf, dass sich seine glücklichen großen Rehaugen auch in seiner Musik wiederfinden.

Das Schöne an Null: Er hat zwar den Druck, mit seinem Schaffen auch Geld verdienen zu müssen, kommerzialisiert es deswegen aber nicht. Vielmehr schöpft er Kraft aus Konzerten wie beispielsweise beim Kurzfilmfest in Regensburg. Ein Kinosaal voller Menschen, die sich voll und ganz auf seine Welt einlassen – im Idealfall eine Mischung aus Lesung und Musik.

Die nächste Gelegenheit, sich selbst der Welt von Null hinzugeben, ist am 18. Mai im W1 – Zentrum für junge Kultur. Für alle Fans von Johannes gibt es zu guter Letzt noch Anlass zur Vorfreude: Damit seine Welt noch ein Stückchen größer wird, schreibt er bereits an einer neuen Novelle samt neuem Album. Schließlich muss die Kunst (Musik) für sich selbst sprechen und nicht ein Aufruf auf Facebook...

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