Außergewöhnliches Potenzial

Der Newcomerband Brics wird eine goldene Zukunft prophezeit.

Harrison McClary, Johannes Koch und Marc Rauscher (von links) sind auf dem Weg nach oben.

„Ich wünsche mir, dass einer unserer Songs irgendwann von irgendjemanden der Lieblingssong ist“, hofft Harrison McClary, Sänger der Regensburger Newcomerband Brics. Zusammen mit dem gleichaltrigen Johannes Koch (18) und Marc Rauscher (19) arbeitet er derzeit am ersten kleinen Album, von dem viel erwartet wird.

Die on3-Musikredaktion, die regelmäßig neue Bands vorstellt, bezeichnet die Brics als „eine der großen Bandhoffnungen aus Bayern“. Säm Wagner, Musikbeauftragter der Stadt Regensburg und zugleich Popularmusik-Beauftragter des Bezirks Oberpfalz, sagt: „Für eine so junge Regensburger Band sind Brics ihrer Zeit weit voraus. Es würde mit dem Teufel zugehen, wenn die Band nicht bald überregional durch die Decke geht.“

Dieser Meinung ist auch das Plattenlabel AdP-Records, das die Jungs bereits auf dem Schirm hat. „Wir haben die Brics schon länger beobachtet, sie auch bei on3 gesehen und waren total begeistert“, erzählt Label-Managerin Tess Rochholz. „Bei uns läuft es ungezwungen ab“, sagt Tess. Deswegen gibt es mit den Brics auch keinen klassischen Plattenvertrag. Vereinbart ist, dass die Band in Zusammenarbeit mit AdP-Records eine EP, ein „Mini-Album“ produziert.

„Eine junge Band, die so professionell rüberkommt, ist echt beeindruckend“, urteilt Tess und bescheinigt „außergewöhnliches Potenzial“. Für die EP, die für April geplant ist, hat sie sich schon ein paar Dinge ausgedacht; nun ist die Band an der Reihe.

Und die hat bereits seit Wochen nichts anderes mehr im Kopf. Harrison, Gesang und Gitarre, und Marc, Bass, sind der kreative Kern, schreiben Texte und verbringen viel Zeit im Proberaum. Johannes, der am Music College studiert, hat weniger Zeit, dafür mehr technisches Können – vor allem am Schlagzeug. „Ohne Johannes wäre unsere Musik nur halb so gut“; da sind sich Harrison und Marc einig.

Zu dritt haben sie es geschafft, ihrer Musikidee Leben einzuhauchen und einen Stil für sich zu finden. Nach dem Vorbild der Foals, einer englischen Indie- und Math-Rock-Band, machen sie Indie-Elektro, der zum Teil poppig ist und setzen ihre Loop-Station ein, wo sie können. Wie sie ihren Stil bezeichnen sollen, wissen die Drei selbst noch nicht: „Wir warten auf jemanden, der sagt, was wir tun.“

Zwölf dieser Lieder ohne definiertes Genre bestehen bereits. Weitere 100, bei Jam-Sessions entstandene Schnipsel, warten darauf, fertig zu werden. „Johannes ist die ordnende Kraft, die versucht, aus unseren vielen Ideen fertige Songs zu produzieren“, erzählt Harrison.

Für die EP wird es komplett neue Lieder geben. „Früher haben wir andere Musik gemacht, aber jetzt fühlen wir uns noch wohler.“ Es hätte ein Veränderungsprozess stattgefunden, sagen die Jungs. „Wir machen uns nun Gedanken, was dem Publikum gefällt“, erzählt Marc.

Hinsichtlich der EP fügt Harrison grinsend hinzu: „Wir arbeiten an etwas, das echt noch vielen Leuten gefallen könnte.“ Gleichzeitig sind die Jungs ganz bodenständig und bescheiden: „Wir wussten nicht, dass das alles passiert, was jetzt passiert.“

In kurzer Zeit haben die Brics, die sich erst im Sommer 2010 gründeten, schon viel erreicht. Den ersten Schritt wagte Harrison im Februar 2011. Ohne, dass sie ihre Musik jemandem vorgespielt hatten, meldete er sie für einen Band-Contest in der Mälze an. Von da an dachten die Brics nur noch von Auftritt zu Auftritt. Doch das ändert sich jetzt. An erster Stelle steht nun die EP.

Deswegen tun sie im Moment das, was wohl alle Eltern verteufeln aber in ihrer Situation wahrscheinlich das Richtige ist: Marc und Harrison legen ein Urlaubssemester ein und konzentrieren sich auf ihre Musik.

Die Brics sind in den kommenden Wochen zweimal in Regensburg zu hören. Sie spielen am Montag, 19. Dezember bei der „WinterSauna“ an der Uni und am Samstag, 28. Januar beim „Heimspiel“ in der Mälze.

Musik.

Live: Die Brics.

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