Die neue „Generation Indie“

Sie sind schon die dritte Generation guter Indie-Bands in Regensburg, sie sind noch jünger als der Rest und vielleicht sogar noch ein bisschen hipper: Polar Bird.

Beim Bismarckplatzfest zeigte die junge Band Polar Bird, was sie drauf hat. Sie klingen nach Indie Rock und treten in große Fußstapfen – geprobt wird nämlich im Bandraum von Nice Guy Eddie und Paper & Places.

Nice Guy Eddie gehören der 14. Bandpool-Generation der Mannheimer Popakademie an, Paper&Places stehen wohl tatsächlich vor dem, was man Durchbruch nennt – und Polar Bird? Die haben gerade ihren fünften Auftritt hinter sich. Mittlerweile ist Polar Bird auch mit in den Probenraum am Schenkerareal gezogen. Zu dritt teilen sich die Indie-Bands die beiden Räume im Keller. Doch eingeschüchtert vom Erfolg der anderen sind die Polar Birds nicht. Es scheint fast so, als wären diese Fußstapfen gerade groß genug für sie.

Alles begann im Herbst 2011, als Tydings McClary mit dem von Neumarkt nach Regensburg gezogenen Hannes Kuhr über Musik sprach. Hannes mag gerne die Foals, Two Door Cinema Club und Arctic Monkeys; Tydings auch. Und schnell war die Band in Planung. „Ich hatte eh schon lange den Plan, mit Marius was zu machen“, erzählt Hannes. Den Schlagzeuger, der dann noch fehlte, fügte Tydings hinzu. Er kannte Jannis Hönick über seinen großen Bruder (übrigens Harrison McClary, Sänger der Band Paper&Places). Ohne sich zu sehen, stand also die Besetzung fest. Marius Gardeia: Vocals, Guitar, Hannes Kuhr: Vocals, Guitar, Jannis Hönick: Drums, Tydings McClary: Bass. Das erste gemeinsame Treffen gab‘s dann aber erst bei der ersten Bandprobe. Doch außer über „die typischen Sachen“ wurde bisher noch über nichts gestritten. „Es hat von Anfang an gepasst“, sagt Marius Gardeia und die anderen Drei nicken. Das sieht man sogar: Auf der Bühne sind die Vier ein Herz und eine Seele.

Nach der Gründung wurde erst mal fleißig gecovert. Doch schon schnell setzte sich die junge Band zusammen und machte sich an eigene Sachen. Mittlerweile gibt‘s genug Songs, um eine Stunde zu bestreiten. Die Lieder klingen nach Bombay Bicycle Club, Flashguns und The Maccabees.

Der nächste Schritt soll eine Demo-CD sein. Doch dafür fehlt das Geld und die Jungs suchen fieberhaft nach einer Möglichkeit, ihre Tracks günstig in einer guten Qualität aufnehmen zu können. Abhilfe könnten Auftritte schaffen. Zwar haben die Jungs da erst fünf davon hinter sich, doch das kann ja noch werden. Paper&Places und Nice Guy Eddie haben ja auch irgendwann einmal von Null angefangen. Die beiden Bands sind Vorbilder für Polar Birds – auch wenn die Musik eine ganz andere ist. Dem Erfolg hinterherhechten tun sie aber nicht. „Das entwickelt sich alles von alleine. Es ja nicht so, dass wir planen so berühmt wie Paper&Places und Nice Guy Eddie zu werden“, sagt Hannes. „Das haben wir auch keinen Einfluss drauf.“

Die Ziele der Jung-Musiker sind klar: Hannes möchte bayernweit bekannt werden. Tydings möchte so schnell wie möglich eine CD in der Hand halten können. Jannis möchte so viele Leute wie möglich vor der Bühne stehen haben. Und Marius möchte den Stil der vier Musiker vereinheitlichen. Gleich klingen sollen die Songs nicht. Doch der Polar-Bird-Stil soll sich durchsetzen. Klingt alles sehr ambitioniert. Klingt, als könnte es etwas werden. Wir sind gespannt.

Links

Mehr aus Musik.

get social