Musikgenuss auf Bairisch

Bayerische Popmusik ist auf dem Musikmarkt derzeit ganz vorne mit dabei. Charmebereich schwimmt auf dieser Welle zwar mit, hebt sich aber dennoch von der Masse ab.

Andreas Wildenauer, Stefan Dick, Roman Wirthl und Max Dick (von links) sind mit ihrer Band Charmebereich auf Erfolgskurs.

Sympathisch sind sie, die Jungs von Charmebereich. Obwohl Roman Wirthl, Andreas Wildenauer und die Brüder Stefan und Max Dick mit Auftritten wie beim Gäubodenfest inklusive TV-Übertragung im Bayerischen Fernsehen und dem brandneuen Album gerade auf Erfolgskurs und damit ein bisschen im Stress sind – anmerken tut man ihnen das nicht.

Etwa ein Jahr lang wurde fleißig am ersten Studioalbum gewerkelt und am Ende kamen dreizehn Songs dabei heraus, die nun auf „Candlelightschafkopfen“ zu hören sind. Seit 2010 gibt es Charmebereich jetzt. Vorher spielten die Jungs eher in Bierzelten, hatten jedoch bald schon keine Lust mehr darauf, Partyhits zu covern. „Es hat damit angefangen, dass wir bei den Bandproben immer bled daher gredt haben,“ erzählt Roman. „Irgendwann hab ich mir gedacht, dass man das auch in Textform fassen und Lieder daraus machen könnte.“ Roman Wirthl ist nicht nur Sänger und Frontmann der Band, sondern schreibt auch sämtliche Texte selbst. Er betont jedoch, dass er diese Aufgaben nur dank der produktiven Zusammenarbeit und Professionalität seiner Kollegen so gut bewältigen kann. Das erste Lied, das Roman geschrieben hat, ist der „Bäcker“ („Geh Bäcker, back mir doch bitte a Frau“).

„Ich bin schon ewig Fan bayerischer Musik“, meint der Sänger. „Fredl Fesl, Ringsgwandl und Willi Astor fand ich schon immer gut und wollte bayerische Musik machen.“ Warum? „Erstens bin i Bayer und zweitens könnte man viele unserer Texte auf Englisch auch gar nicht mit dem gleichen Witz rüberbringen.“

Dass bayerische Musik derzeit ohnehin recht erfolgreich ist, findet die Band natürlich spitze. Es ist für sie eher verwunderlich, dass es nicht schon immer normal ist, auch in Musikrichtungen fernab von Volksmusik im Dialekt zu singen. Deshalb will die Band „das ganze Bayerische“ auch nicht so in den Vordergrund rücken. Dies zeigt sich auch bei Konzerten, denn die Jungs treten nicht in Tracht auf. „Wir wollen einfach ganz normale Pop-, Rock- und Jazzmusik machen und das Ganze eben auf Bairisch.“

In Tittling fand das erste größere Konzert von Charmebereich statt. „Da haben wir gemerkt, dass das Ganze funktioniert,“ sagt Andreas. Ihren bisher größten Auftritt, der auch im Bayerischen Fernsehen übertragen wurde, hatte die Band auf einer Extrabühne des Gäuboden Volksfestes in Straubing. Ihr Bekanntheitsgrad hatte sich aber schon vorher rasant gesteigert, nachdem Radiomoderator Matthias Matuschik ihre Songs auf Bayern 3 gespielt hatte. Kurz darauf unterschrieben sie beim Münchener Label „Donnerwetter Musik“ und sind seitdem auf Erfolgskurs. Mittlerweile haben sich die Jungs das erfüllt, wovon alle Musiker träumen – sie können von ihrer Musik leben.

Das Album selbst ist eine bunte und sehr witzige Mischung aus verschiedenen Musikrichtungen. Schon das erste Lied „Candlelightschafkopfen“ ist ein absoluter Ohrwurm – romantisch angehaucht, eingängig. Mit „I bin a Bayer“ kann sich jeder ein bisschen identifizieren. Der Song macht Laune. Auch „Rostiger Nogl“ bekommt man aus den Gehörgängen so schnell nicht wieder heraus. Die Songs unterscheiden sich stilistisch ein wenig voneinander. Während „Bäcker“ und „Small Talk“ tendenziell Funknummern sind und man bei „Disco Monster“ sogar Salsa Rhythmen vernehmen kann, wirkt „Braver Mo“ eher poppig. Als reines Popmusikalbum kann man den Erstling der Band also bei Weitem nicht bezeichnen und das ist auch der Grund, wieso es in keinem CD-Regal von Fans bayerischer Musik fehlen darf.

Noch interessanter ist es allerdings, die Jungs live zu erleben. Ein Konzert von Charmebereich hebt sich nämlich durch die Mischung aus Kabarett und Musik definitiv von der Masse ab und ist in jedem Fall ein Erlebnis. Wer die Band hautnah erleben möchte, sichert sich am besten Karten für ihren Auftritt am Donnerstag, 4. Oktober im Fürstlichen Brauhaus in Regensburg.

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