Sieben Antworten von HMBC

Der Holstuonarmusigbigbandclub zeigte in Regensburg, was er kann. Und das ist Einiges. Doch vor dem Konzert mussten die Fünf Rede und Antwort stehen.

Die Überflieger HMBC machten Halt in Regensburg. Von links: Johannes Bär, Philipp Lingg und Andreas Broger.

Es war schon ein kleines Fest, das HMBC da am Mittwoch, 11. Juli mit den Konzertbesuchern im Gloria Kulturtheater gefeiert hat. Man merkt sofort, dass die fünf Musiker – die allesamt Musik studieren oder Musik studiert haben – schlicht „was können“. Noch dazu haben sie Charme und Witz. kult.de hat ihnen auf den Zahn gefühlt. Sieben Fragen mussten sie getrennt voneinander beantworten.

kult: Beschreibe HMBC in drei Worten.

Bartholomäus Natter: ungewöhnlich, unberechenbar, schwierig.

Johannes Bär: Ich liebe es!

Philipp Lingg: Locker, lässig, funkig.

Andreas Broger: Unbeschreiblich, anstrengend (aber) lohnend.

kult: Wen bewunderst du am meisten?

Bartholomäus Natter: Es gibt viele Menschen, die man auf die eine oder andere Weise bewundert. Eltern, Geschwister, Lehrer, anderer Musiker. Das kommt darauf an, was man zum Bewundern sucht. Wenn ich an einen guten Trompeter denken muss, kann ich nicht an meinen Vater denken, weil er leider nicht Trompete spielen kann. Aber wenn ich darüber nachdenke, wer mich geprägt hat für mein Leben und wer mir die wichtigen Dinge im Leben beigebracht und erklärt hat, dann wird das wieder eher mein Vater sein als irgendein guter Trompeter.

Johannes Bär: Meine Freundin.

Philipp Lingg: Mama, Papa, Schwester, Schwester, Schwester.

Andreas Broger: Jeden, der es schafft, seine Kreativität erfolgreich auszuleben.

kult: Welcher war der bewegendste Moment eurer Bandgeschichte?

Bartholomäus Natter: Auch da gibt’s ein paar. Immer wieder gibt’s Momente, die einprägsam sind, die man sich lange merkt und über die man lange redet. Wenn eine neue Platte fertig ist, wenn ein neues Video fertig ist, wenn man für den Amadeus-Award nominiert ist und den dann auch noch kriegt oder der Millionste YouTube-Klick für „Vo Mello bis ge Schoppornou“, den wir im dritten Bezirk in Wien an einer 24-Stunden-Tankstelle gefeiert haben.

Johannes Bär: Da gibt’s viele. Teilweise persönliche Momente, die gar nichts mit Musik zu tun haben, teilweise Momente, die sehr viel mit Musik zu tun haben.

Philipp Lingg: Es waren in den vergangenen Jahren so viele schöne Sachen und so viele bewegende Momente. Das fängt damit an, wo wir das erste Video gemacht haben, wo man das erste Mal das Video gesehen hat, wo Leute einen auf der Straße erkannt haben, wo man nette Menschen getroffen hat, Konzerte, kleine und große. Es bewegt einen tagtäglich. Tagtäglich rüttelt‘s einen hin und her.

Andreas Broger: Klasse war, als wir in New York im Shrine Club gespielt haben vor 25 Schwarzen und nur zwei Weißen im Publikum. Das war schon ziemlich cool, dass das funktioniert.

kult: Worüber hast du zuletzt laut gelacht?

Bartholomäus Natter: Laut? Wahrscheinlich über irgendeine Ansage vom Johannes bei einem der vergangen Konzerte.

Johannes Bär: Über einen Satz, den unser Mischer gesagt hat. Wir waren heute Nachmittag im Schwimmbad und er sagte „Ich schwimme Rutsche“.

Philipp Lingg: Über ein Foto, das mir meine Freundin aus dem Zug geschickt hat.

Andreas Broger: Normalerweise lache ich immer bei einem unserer Konzerte.

kult: Der peinlichste Film in deiner DVD-Sammlung?

Bartholomäus Natter: Da gibt’s ein paar sauschlechte. Leider.

Johannes Bär: Ich hab gar keine. Aber es wäre „Dirty Dancing“, weil ich den Film tausend Mal ansehen musste.

Philipp Lingg: In meiner DVD-Sammlung sind alle Filme sensationell (lacht).

Andreas Broger: Ich hab mal einen ganz furchtbar schlechten Horrorfilm gekauft. Ich weiß nicht mal mehr, wie der heißt.

kult: Worauf bis du stolz?

Bartholomäus Natter: Auf Vieles. Ich bin stolz, dass es mit HMCB so gut funktioniert. Und dass wir uns so viele Jahre kennen und immer noch einander aufrecht in die Augen schau‘n können.

Johannes Bär: Naja, stolz. Stolz ist negativ. Aber ich freue mich über viele Sachen. Zum Beispiel, wie‘s mit HMBC läuft, wie’s bei mir privat läuft, wie die Gesamtsituation ist. Aber Stolz wäre hier der falsche Begriff.

Philipp Lingg: Dass ich mit meinen Instrumenten Konzerte spielen kann, wo’s den Leuten taugt. Oder wenn sie Lieder mitsingen, die ich geschrieben hab. Ich will nicht hochnäsig wirken, aber das erfüllt einen schon mit Freude. Krass, wenn man nie krampfhaft gesagt hat, ich muss jetzt ein Lied schreiben und ich muss Erfolg haben, sondern dass es einfach so gekommen ist. Das erfüllt mich mit Stolz.

Andreas Broger: Ich bin stolz, dass ich im Moment von meinen Spielereien leben kann.

kult: Wenn du Kaiser von China wärst, würdest du …

Bartholomäus Natter: In der verbotenen Stadt spazieren gehen.

Johannes Bär: In China gibt’s viel zu machen. Umwelttechnisch. Und sonst auch noch ein paar Sachen, ein paar Waffen und die Zwangssterilisation abschaffen.

Philipp Lingg: Ich würde mir eine Gibson Les Paul kaufen und einen Vintage-Gitarren-Verstärker aus dem Jahr 65 – und würde üben.

Andreas Broger: In China würde ich mal die ganzen Künstler und Reporter freilassen. Und die Pressefreiheit wieder einführen.

Stefan Bär konnte beim Interview leider nicht dabei sein.

Wer noch nicht genug hat von HMBC kann sie am Samstag, 29. September um 21 Uhr bei „Woidwind“ erleben. Das neue Volxmusik-Festival findet an diesem Tag ab 12 Uhr in Loifling bei Cham statt.

Musik.

Ein HMBC-Konzert schreit nach mehr.

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