Seit mehr als 20 Jahren stehen Smudo, Thomas D, Michi Beck und And.Ypsilon gemeinsam auf der Bühne, seit 2010 touren die vier Stuttgarter mit dem aktuellen Longplayer „Für dich immer noch Fanta Sie“ durchs Land – Regensburg war die vorletzte Station auf dieser ausgedehnten Tour bevor das große Finale in Stuttgart stattfindet.
Die Donauarena war nur zu gut zwei Drittel gefüllt an diesem Mittwochabend – die Fans im Innenraum nahmen den unverhofften Platz freudig entgegen und nutzten den ungewohnten Freiraum zum tanzen. Anlass dazu sollten die vier nicht mehr ganz taufrischen Jungs genug geben. Smudo und And.Ypsilon tragen ein nicht mehr zu kaschierendes Bäuchlein vor sich her, Michi Beck kann seinen Ansatz noch einigermaßen verdecken. Einzig Thomas D sieht – trotz oder wegen seines veganen Lebensstils – nach wie vor aus wie Zwanzig. Aber wer will‘s ihnen verdenken, sind die Fantastischen Vier zusammen auch schon mehr als 150 Jahre alt.
Um Punkt 20 Uhr aber erklommen erst einmal Phrasenmäher die Bühne. Die drei Norddeutschen stellten sich als perfekte Fanta-Vier-Vorband heraus, ähneln sich die beiden musikalischen Stile der Bands doch sehr. Das Publikum nahm‘s mit Freude und ließ sich von den Heidelbergern einstimmen auf das was kommen sollte. Höhepunkt der dreißig minütigen Show der Vorband war „Käpt’n Krück“, ein durch das Akkordeon geprägtes Lied – in der Wahl der Instrumente liegen Norddeutschland und Bayern eben nicht immer weit auseinander. Entsprechend wurden die drei studierten Kulturwissenschaftler gefeiert.
Nach einer halbstündigen Ruhepause erloschen die Lichter, die Bühne wurde in grünes Scheinwerferlicht getaucht und die vier Gladiatoren treten mit „Spießer“ auf die Rundbühne, die mitten in der Donauarena steht. Smudo, Thomas D und Michi Beck geben ihr bestes, allen vier Publikumsseiten gerecht zu werden, die Rundbühne scheint für die Fantas wie gemacht, die Show ist perfekt choreographiert. Über der Bühne schwebt eine ebenfalls runde LED-Videowand, die zusammen mit der aufwändigen Lightshow für ein wunderbares visuelles Erlebnis sorgt.
Für das auditive Erlebnis sorgen die vier Fantas zusammen mit ihrer Live-Band. Perfekt eingespielt und aufeinander abgestimmt spulen sie das Programm routiniert ab, kein Fehler schleicht sich in die durch zwanzig Jahre Bandgeschichte surfende Setlist ein und die drei für den Sprechgesang zuständigen Fantas sorgen wie eh und je zwischen den Songs für humorige Ansagen.
Das Publikum aber kommt nur schwer in Fahrt, es dauert fast eine Stunde bis Smudo den Regensburger Gospelchor einberuft und so auch die Sitzplätze zum Stehen und Tanzen auffordert („Habt ihr schon einmal einen sitzenden Gospelchor gesehen?“). Ab dann kocht die Donauarena und die Fantas haben sichtlich Spaß an ihrer Performance – wohlgemerkt nach zwei Jahren ausgedehnter Tour. Nach dem Klassiker „Sie ist weg“, bei dem sich das Publikum als extrem textsicher erweist, fährt die Band herunter und übrig bleibt ein durchtrainiert, oberkörperfreier Thomas D. Es ist Zeit für den „Krieger“, eine überdimensionale Diskokugel sorgt für die richtige Stimmung. Mit dem „Tag am Meer“ und „Was wollen wir noch mehr“ geht die Show zu Ende.
Die Fantastischen Vier aber lassen sich vom lautstark nach Mehr klatschendem Publikum nicht lange bitten und kommen schließlich für die Zugabe zurück. Mit „Troy“ und „Populär“ geht ein wunderbarer Abend in der Donauarena zu Ende. Und zum Abschluss noch eine frohe Botschaft: Nächstes wird es ein neues Album geben.

