Einblick in die Filmwelt

In der Reihe „Behind the Screens“ wird jeden Monat ein anderer Verleih vorgestellt. Von 20. bis 26. April laufen drei Filme von Pandora in den Kinos im Andreasstadel.

Adam und Eve sind unsterblich. Ist es ihre Liebe auch? Jim Jarmuschs Vampirballade „Only Lovers Left Alive“ ist eine poetische Liebesgeschichte mit Stil und Humor.

Die Kinos im Andreasstadel sind bekannt für ihre Arthouse-Filme. Täglich servieren die Betreiber den Besuchern ein Programm abseits des Mainstreams. Die Kinogäste sehen dann einen tollen Streifen. Was sie nicht sehen, ist der lange Prozess aus enger Zusammenarbeit mit den Filmverleihen und wirtschaftlicher Kalkulation. Deshalb haben sich Inhaber Medard Kammermeier und Mitarbeiter Florian Scheuerer und Josef Lommer, Mitarbeiter die in Kammermeiers Fußstapfen treten, etwas ausgedacht: In der Reihe „Behind the Screens“ werden einmal im Monat von Donnerstag bis Mittwoch nicht nur drei Filme, sondern auch deren Verleih vorgestellt. Dafür kommen auch Vertreter des jeweiligen Verleihs zum Gespräch nach Regensburg. Etwa 30 bis 40 Stück gibt es im Arthouse-Sektor in Deutschland. Jeden Monat können die Besucher einen von ihnen näher kennenlernen.

„Wenige wissen wirklich, was ein Verleih ist und was er macht. Das sind keine Videotheken, sondern eine Instanz, die maßgeblich in die Filmindustrie eingebunden ist. Das sind Leute mit viel Leidenschaft“, erklärt Scheuerer. Und deshalb laden Scheuerer und Co. diese Leute nun immer am vorletzten Samstag des Monats ein, um nach dem Hauptfilm mit dem Publikum über das Thema „Verleih“ zu diskutieren, aufzudecken, in welchem Verhältnis Produzent, Weltvertrieb, Verleih und Kino stehen und einen Einblick über ihr Unternehmen und dessen Film-Profil zu geben. Spannend ist das nicht nur für private Kino-Liebhaber, sondern zum Beispiel auch für Studenten der Medienwissenschaft. „Verleihe sind potenzielle Arbeitgeber“, sagt Scheuerer, der selbst in Regenburg Medienwissenschaft studiert hat.

Le Havre Fraktus
 
Le Havre
Fraktus

Der Verleih

Der nächste Verleih, der seinen Auftritt bekommt, ist Pandora Film. Er steht für die kontinuierliche Arbeit mit Regisseuren, Autoren und Produzenten, die eine eigene, unverwechselbare Filmsprache entwickeln. Zum Konzept gehört es, Projekte lange, intensiv und aus einer Hand vorzubereiten. Pro Jahr bringt der Aschaffenburger Filmverleih vier bis fünf Filme ins Kino. Neben aktuellen Kinostarts wird auf die Pflege des Repertoires großer Wert gelegt. In seinem Katalog hat er auch alle Filme des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki.

Die Filme

Only Lovers Left Alive (20., 21. und 23. April, 20 Uhr): Als Hauptfilm läuft die stylische Vampirballade von Jim Jarmusch: Der Undergroundmusiker Adam versteckt sich in einer heruntergekommenen Villa in Detroit vor den Zumutungen der modernen Welt, während seine große Liebe Eve tausende Kilometer entfernt Zuflucht in der romantischen Kasbah von Tanger gefunden hat. Als sie spürt, dass ihr lebensmüder Gefährte seiner Unsterblichkeit ein Ende setzen will, macht sie sich auf dem Weg zu ihm. Die Liebe von Adam und Eve hat schon Jahrhunderte überdauert, aber ihr ausschweifendes Idyll wird jäh zerstört von Eves wilder Schwester Ava.

Le Havre (25. und 26. April, 20 Uhr): Das kleine Kunstwerk von Aki Kaurismäki handelt von Marcel Marx, der sich in die Hafenstadt Le Havre zurückgezogen hat Hier geht er der Tätigkeit eines Schuhputzers nach. Sein Traum, ein großer Schriftsteller zu werden, ist längst begraben und trotzdem führt er ein zufriedenes Leben mit seiner Frau Arletty. Als Arletty schwer erkrankt, kreuzt gleichzeitig in Gestalt des minderjährigen Flüchtlings Idrissa das Schicksal seinen Weg. Marcel gezwungen sich gegen die menschliche Gleichgültigkeit zu erheben.

Fraktus (23. und 24. April, 20 Uhr): Die Mockumentary von Lars Jessen gibt humorvolle Einblicke in die Musikszene. Fraktus haben den Techno erfunden. Dennoch blieb die Band ein Mythos. Was wurde aus diesen Pionieren? Was machen die drei heute? Kann es ein Comeback dieser Pioniere geben? Der Film spürt die drei grundverschiedenen Musiker auf: In Hamburg, in Brunsbüttel und auf Ibiza findet Musikproduzent Roger Dettner die deutschen Techno-Urväter. Und ihm gelingt die Sensation: Er bringt sie an einen Tisch und Fraktus wieder ins Studio. Die Musikhistorie wird neu geschrieben.

Hier schon was zum Anschauen:

  • Behind the Screens, Pandora Film Verleih

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