So kündigte Oberbürgermeister Hans Schaidinger beim Treffen, zu dem er und Rechts- und Umweltreferent Dr. Wolfgang Schörnig zahlreiche Vertreter von Szene-Gastronomie, Polizei, Verwaltung, Verbänden und Hochschulen sowie Vertreter der Altstadtbewohner eingeladen hatten, an, dass die öffentliche Toilette auf dem Neupfarrplatz nach einer ersten Testphase von fünf Monaten nun dauerhaft auch nachts geöffnet bleiben soll. Sehr zur Freude von Anwohnern und Gastronomen des Obermünsterviertels sowie von Vertretern der Polizei. Unabhängig voneinander habe man festgestellt, dass durch dieses Angebot, das die Stadt rund 20 000 Euro im Jahr zusätzlich kostet, das Urinieren im öffentlichen Raum merklich zurückgegangen sei.
Problematisch sei jedoch weiterhin das große Müllaufkommen. Auf die Bitte der Wirte, im öffentlichen Raum größere Mülleimer zu installieren, reagierte Schaidinger prompt: „An einzelnen Hotspots wäre es sicherlich einen Versuch wert, ob eine solche Maßnahme Abhilfe schaffen kann.“
Forderungen nach einem allgemeinen Verbot von Alkoholkonsum im öffentlichen Raum musste der Oberbürgermeister allerdings eine Absage erteilen. Zwar habe man in anderen Bundesländern bereits gute Erfahrungen mit ähnlichen Lösungen gemacht. In Bayern sehe die Gesetzeslage anders aus. „Der Bayerische Städtetag setzt sich aber schon seit längerer Zeit dafür ein, dass die Kommunen mehr Spielraum in der Handhabe eines Alkoholverbots im öffentlichen Raum bekommen.“ Denkbar wäre jedoch ein Verbot von Alkohol in Bus und Bahn. Vor dem Hintergrund, dass eine Vielzahl von Nachtschwärmern aus dem Umland von Regensburg stammt und das „Vorglühen“ auf dem Weg nach Regensburg unerfreuliche Ausmaße annehme, werde man mit diesem Anliegen an Bus- und Bahnunternehmer herantreten.
„Abgesehen von Baugenehmigungen für gastronomische Betriebe sind Sperrzeiten die einzige Waffe, über die eine Stadtverwaltung verfügt, um das Nachtleben zu regulieren“, erläutert der Oberbürgermeister: Dass es sich dabei aber nicht etwa um ein stumpfes Schwert handle, habe die Sperrzeitverlängerung um zwei Stunden für das Gloria gezeigt. Eine ähnliche Maßnahme werde derzeit als Ultima Ratio in einem weiteren Fall in der Glockengasse geprüft.
Alfred Santfort, Leiter des städtischen Amts für öffentliche Ordnung und Straßenverkehr, teilte außerdem mit, dass der Kommunale Ordnungsservice (KOS) um zwei zusätzliche Kräfte aufgestockt wurde und Kontrollgänge jetzt häufiger und länger stattfinden. Gemeinsam mit den Wirten am Jesuitenplatz werde in Kürze ein Ortstermin stattfinden, um die Sicherheitslage der Club-Gäste auch während der Bauzeit für das neue Parkhaus St.-Peters-Weg zu erörtern. Unabhängig davon würden sich Polizei und KOS künftig mit größeren Kräftekontingenten für Termine rüsten, an denen sie mit einem besonders großes Menschenaufkommen im Obermünsterviertel rechnen müssten, wie es in den vergangenen Wochen vor Weihnachten und am 6. Januar der Fall gewesen war.
Dabei dürfen sie auch auf die Eigeninitiative der Wirte im Obermüsterviertel zählen. Mehrere Kneipen hätten gemeinsam einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der nicht nur rund zehn zusätzliche Sicherheitskräfte und eine Informationskampagne umfasse, erklärte ein Sprecher der Wirte: „Außerdem wird es ab dem 1. März von Donnerstag bis Samstag keine Doppeldecker-Angebote mehr geben, mit denen Gäste bisher zwei alkoholische Getränke zum Preis von einem bekommen haben.“
Schaidinger freute sich über das hohe Engagement und bedankte sich: „Es wäre zu wünschen, dass weitere Gastronomen diesem Beispiel folgen.“ Der Oberbürgermeister mahnte aber auch an, realistisch zu bleiben. „Wir dürfen nicht erwarten, dass wir die Gesellschaft umerziehen können. Aber ich bin mir sicher: Langfristig, mit kleinen Schritten, können wir durchaus etwas bewirken – doch das funktioniert nur gemeinsam, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.“

