Nationalspielerin gesucht

Lacrosse erobert die Welt. In Regensburg wird gerade eine Frauenmannschaft aufgebaut.

Sport der Zukunft? Der Lacrosse-Trend hat Regensburg erreicht. Aktuell wird eine Damenmannschaft aufgebaut.

Es sieht schon irgendwie seltsam aus: Da laufen Spieler mit einem Stock, der ein Netz vorne dran hat, auf einem Platz herum und werfen sich damit einen kleinen Ball zu. Es wirkt wie eine Mischung aus Hockey und American Football. Lacrosse heißt der Sport. Namensgeber ist dabei der Stock, der einen französischen Jesuitenmissionar an einen Bischofsstab erinnerte: la crosse. Das Spiel wurde von den Ureinwohnern an der amerikanischen Ostküste und an den Großen Seen bei der (damals noch nicht vorhandenen) Grenze zu Kanada zur Schlichtung von Kriegen gespielt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Lacrosse sogar olympische Disziplin, bevor der Sport an Bedeutung verlor und in der Versenkung verschwand. Erst vor 25 Jahren gründete sich die National Lacrosse League, 1994 wurde Lacrosse zur kanadischen Nationalsportart ernannt, seit zwei Jahren gibt es nun auch in Regensburg ein Lacrosse-Team: die ReLax Rhinos. Sie sind Bestandteil des Regensburger Hockey- und Tennis-Clubs (RHTC) und spielen auf dem Kunstrasenplatz am Weinweg. 25 Mitglieder hat die Lacrosse-Abteilung aktuell, die meisten davon sind männlich.

„Lacrosse wächst rasant schnell. Gab es letztes Jahr noch drei Divisionen in der zweiten Bundesliga, sind es in der nächsten Saison schon vier“, erklärt Lukas Ulrich. Ulrich spielt seit einem Jahr Lacrosse in Regensburg, er ist während seines Auslandsaufenthalts in den USA auf den Sport aufmerksam geworden. Ulrich hat zuvor schon verschiedene Sportarten ausgeübt, Lacrosse hat es ihm aber besonders angetan. „Es gilt als der schnellste Sport der Welt“, meint Ulrich. „Als Spieler benötigt man viel Kondition und die Technik zu beherrschen ist auch nicht ganz einfach“. Ein Spiel dauert vier mal 20 Minuten, die Wechsel sind wie beim Eishockey fliegend, deswegen ist der Sport sehr laufintensiv. Zu Beginn fällt es gar nicht mal so leicht, den Ball im Netz seines Sticks zu behalten, dazu ist eine spezielle Drehbewegung notwendig, die gleich zu Beginn intensiv trainiert wird. „Am Anfang trainieren wir vor allem das Werfen. Beidhändigkeit ist extrem wichtig bei dieser Sportart. Dann kommt das Fangen des Balls und eben die Drehbewegung, die den Ball im Netz hält und vor Attacken des Gegners schützt“, erklärt Lukas Ulrich. Beim Lacrosse ist es erlaubt, mit dem eigenen Stick den Stick des Gegners zu attackieren, so dass dieser den Ball verliert. Auch Checks sind erlaubt, weshalb die Spieler im Brustbereich, an den Schultern und an den Händen geschützt sind. „Es dürfen aber nur die geschützten Bereiche attackiert werden. Alles andere ist ein Foul, auch ein Check von hinten“, weiß Ulrich. „So gibt es kaum Verletzungen, außer den typischen blauen Flecken“.

Bei den Frauen sind die Regeln anders: Da darf nur der Stick attackiert werden, nicht aber der Körper. Es stehen zwölf Spielerinnen auf dem Feld, bei den Männern nur zehn. Und ein Spiel bei den Frauen dauert zwei mal 30 Minuten. Jessica Van Doren baut gerade eine Frauenmannschaft auf. Vor drei Monaten hat sie damit begonnen, zum Start der neuen Saison im Oktober soll das Team stehen. „Es ist wunderbar anzusehen, die Mädels lernen so schnell“, freut sich die 25-jährige Amerikanerin, die seit zehn Jahren Lacrosse spielt und seit zwei Jahren in Deutschland lebt. Wer unbedingt Nationalspielerin werden möchte, hat aktuell im Lacrosse gute Chancen, die Damenabteilung wird gerade aufgebaut.

„Das Schöne am Lacrosse ist, dass es für jeden Typen eine Position gibt. Die kleineren Frauen spielen in der Verteidigung, die laufstarken im Mittelfeld und die schnellen im Angriff“, erzählt Van Doren. „Wir haben Leihausrüstungen hier, wer sich den Sport also nur einmal ansehen möchte, kann jederzeit zum Training kommen“, erzählt Ulrich. Training ist immer montags von 20 bis 21 Uhr und mittwochs von 19 bis 21 Uhr an der städtischen Sportanlage am Weinweg. „Man muss nichts können wenn man zu uns kommt. Wir spielen alle auch noch nicht so lange und man lernt wahnsinnig schnell“, ergänzt er.

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