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Titelfoto: Maria Stich
09. Oktober 2018

Qual der Wahl

Fünf Tage vor der Landtagswahl und noch keine Ahnung, an wen dein Kreuzchen gehen soll? Wir stellen eine Website vor, auf der man noch schnell die Abgeordneten in seinem Stimmkreis checken kann.

Auf abgeordnetenwatch.de kann man einfach seine Postleitzahl eingeben und schon spuckt die Website die Kandidierenden aus.Maria Stich

Regensburg. Egal, wie unzufrieden man mit der aktuellen Politik ist. Egal, wie sehr sich die Inhalte der einzelnen Parteiprogramme scheinbar ähneln. Egal, wie sehr einen der Wahlkampf immer aufs Neue langweilt: Das alles ist kein Grund, nicht zur Wahl zu gehen. Im Gegenteil! Wer seine Stimme verschenkt, darf sich hinterher auch nicht beschweren. Ohne freie Wahlen gibt es keine Demokratie. Und selbst wenn die Partei oder der Kandidat, für den du dein Kreuzchen gesetzt hast, nicht Teil der Regierung wird – auch eine starke Opposition gehört zur Demokratie.

Also, falls du wählen darfst und deine Stimme nicht schon per Briefwahl abgegeben hast: Nutz die Chance, geh am kommenden Sonntag ins Wahllokal und entscheide mit, wer dich künftig im Landtag vertritt und wie Bayern in Zukunft aussehen soll.

Wer fünf Tage vor der Landtagswahl (am gleichen Tag findet übrigens auch die Bezirkstagswahl und in Regensburg der Bürgerentscheid zum RKK statt) noch nicht weiß, bei welcher Partei beziehungsweise bei welchem Kandidaten er sein Kreuz machen will, kann zunächst mal überfordert sein. Neben den klassischen Medien und den parteieigenen Internetseiten gibt es online aber inzwischen unzählige Tools, durch die man sich über die unterschiedlichen Inhalte informieren und die einzelnen Standpunkte vergleichen kann.

Das bekannteste ist wohl der Wahl-O-Mat von der Bundeszentrale für politische Bildung. Zwar gibt das „Quiz“ einen guten ersten Überblick. Gleichzeitig sind 38 Aussagen ganz schön viele Thesen, durch die man sich klicken muss und die Antworten/Positionen stammen größtenteils einfach aus den Parteiprogrammen.

Anders beim Kandidatencheck auf abgeordnetenwacht.de, der von einem gemeinnützigen Verein entwickelt wurde. Hier kann man neben den Wahlprogrammen vor allem auch nach den Direktkandidaten für seinen eigenen Stimmkreis suchen. Ähnlich wie beim Wahl-O-Mat bekommen die Abgeordneten auch ein paar Aussagen, zu denen sie aber jeweils ihre persönliche Meinung abgeben. Zusätzlich kann man über die Website selbst Fragen stellen und zum Beispiel das Abstimmungsverhalten einsehen.

Einen Nachteil gibt es aber auch hier: Die einzelnen Kandidierenden müssen die Fragen vorab natürlich beantworten. Sonst tauchen die Namen zwar in der Übersicht des Stimmkreises auf – zu ihrer jeweiligen Position erfährt man aber nichts.