Ästhetisches Prinzip Mode

Die 16-jährige Regensburgerin Miss Annie ist eine international bekannte Fashionbloggerin.

Annie Wachsmuth alias Miss Annie hat sich in der Modeszene einen Namen gemacht.

Miss Annie ist 16 Jahre alt, bloggt seit eineinhalb Jahren über Mode (TheFashionMirror) und war schon bei den Fashionweeks in Berlin, London und Paris. Im wirklichen Leben heißt sie Annie Wachsmuth, besucht die 11. Klasse des Albert-Magnus-Gymnasiums und spielt in ihrer Freizeit Fußball beim SC Regensburg. Rechtsverteidigern. Eine Tatsache, die man ihr nicht so richtig glauben mag, ist sie doch ein zierliches Mädchen und eigentlich sieht man sie nie ohne ihr Trademark: den Hut.

Selbst in der Schule hat sie – dickköpfig wie sie ist – durchgesetzt, den Hut ständig tragen zu dürfen. „Klar haben zu Beginn einige Lehrer gemeint, ich solle den Hut abnehmen. Das tat ich dann auch, hab ihn aber nach kurzer Zeit wieder aufgesetzt und heute stört sich niemand mehr daran“, erzählt Miss Annie. Neben dem Hut fällt an ihr auch der etwas extravagante Lidstrich auf, angelehnt an die Swingin‘ Sixties, und eine gewisse Liebe zum Schwarz-Weiß. Sie selbst bezeichnet ihren Stil als „romantisch und mädchenhaft“, zudem legt sie Wert „auf die Details und Schnitte“. Und ohne Accessoires geht es bei ihr nicht, hier gilt die Regel „Schmuck muss man sehen“, wie Miss Annie rät. So findet die 16-Jährige in Regensburg auch fast keine Klamotten, die ihr gefallen: „Mode muss nicht teuer sein, es braucht keine Markenklamotten. Ich kaufe viel Second Hand und Vintage-Sachen“, dazu aber muss Miss Annie nach Berlin oder nach Kopenhagen.

Als sie vor mehr als einem Jahr mit dem Bloggen begonnen hat, kannte sie nur ein Ziel: die Fashionweeks. „Ich wollte da unbedingt hin. Das hieß viel schreiben, viel kommentieren, einfach in die Szene der Fashionblogger zu kommen“. Und als sich der Blog durchgesetzt hatte, ging alles ganz schnell: „Ich hab eine E-Mail an eine PR-Agentur geschrieben, die mich zuvor wegen meines Blogs schon einmal kontaktiert hatte und prompt hatte ich 20 Einladungen zur Fashion-Week in Berlin", freut sie sich noch heute, wenn sie zurück denkt. Heute lesen 1000 bis 1500 Besucher täglich ihre Seite. Das Münchener Modelabel Talbot Runhof hat sie dann nach Paris eingeladen und sie war am Ziel angekommen. Dort knipste sie Bill Cunningham, der Modepapst unter den amerikanischen Fotojournalisten, und ihr Bild landete sogar in der New York Times. Entdeckt hat es dort zufällig ihr Vater.

Ihr Hobby will der Teenager auf jeden Fall zum Beruf machen will: „Zuerst wollte ich Modedesignerin werden, durch das bloggen tendiere ich jetzt aber eher zum Modejournalismus“. Außerdem interessiert sie sich für Fotografie, „aber nicht für die kommerzielle Art die Fotografie die im Modesektor leider vorherrscht“, wie sie betont. Miss Annie begreift „Mode als ein ästhetisches Prinzip“: „Ich habe eine bestimmte ästhetische Vorstellung im Kopf und die will ich verwirklichen, egal ob als Film, Video, Foto oder Buch“, meint sie und stellt fest, dass sie jede Profession dieser Kategorien interessant findet. Wichtig sei, dass „das Künstlerische einen Zweck, einen Gedanken verfolgt“. Dazu will Miss Annie nach dem Abitur weg – Berlin, Hamburg oder besser noch London oder Paris und sich dort in der Modewelt verlieren.

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