Der kleine Teeladen

Rick Prokein kam aus Berlin zurück nach Regensburg, nur um den kleinen Teeladen in der Brückstraße erhalten zu können.

Rick Prokein führt seinen eigenen Teeladen. Zusammen mit dem Teehaus Backfischer ist er der einzige, der Tees noch selber mischt.

Man läuft leicht vorbei am kleinen Laden in der Brückstraße. Wenn man aber stehen bleibt und einen Blick durchs reich dekorierte Schaufenster in den Teeladen wirft, wird man in eine andere, längst vergangene Zeit zurück versetzt. Am 25. Juli 1954 eröffnete „Via Ponte“ und blieb seitdem beständig ein Familienbetrieb. Rick Prokein war als Kind oft im Laden seiner Tante, weiß genau, wo er gewickelt wurde, wo welches Erinnerungsstück stand oder hing. Tee liebt er seit seiner Kindheit, meint er.

Prokein aber verschlug es ins ferne Berlin, er arbeitet dort für eine Plattenfirma. Dann aber möchte sich seine Tante zur Ruhe setzen, die Existenz des Teeladens ist in Gefahr. „Ich mag Veränderungen, die ich nicht selbst verursacht habe, nicht“, erzählt Prokein. Vom 1. bis zum 25. August 2004 versuchte er sich als Teeverkäufer: „Ich musste erst herausfinden, ob das was für mich ist, ob ich mit den Kunden umgehen kann und immer so nett sein kann, wie ich selbst behandelt werden möchte“. Diese drei Wochen waren eigentlich als Urlaubspause geplant, der Laden wäre geschlossen gewesen. Das Hinweisschild hat Rick Prokein immer noch.

Rick Prokein Rick Prokein Rick Prokein Rick Prokein Rick Prokein
 

Rick Prokein

Rick Prokein

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Rick Prokein

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Acht Jahre später steht er immer noch im kleinen Teeladen in der Brückstraße. „Bereut habe ich‘s bis jetzt noch nicht, es macht immer noch Spaß. Ich will auf keinen Fall morgens aufwachen und beim Gedanken, jetzt den Laden aufsperren zu müssen Bauchschmerzen bekommen“, meint Prokein. Auch wenn der Anfang etwas holprig war, die Freude am Laden ist da – mehr denn je.

Obwohl er seit seiner Kindheit Tee mischen und aromatisieren konnte, musste er sich das Können offiziell bestätigen lassen und dazu die Ausbildung zum Teataster und den Kräuterschein machen: „Sonst dürfte ich fast keine Tees selbst mischen, fast alle Kräuter gelten als Heilkräuter, dafür braucht man den Schein“. Hexenküche nennt Prokein seine Teeküche, in der er ständig neue Mischungen kreiert. Bis auf das Teehaus Bachfischer ist er der einzige in Regensburg, der die Tees noch selbst mischt.

In Zukunft aber wird man Prokein nicht mehr jeden Tag im kleinen Laden antreffen können, seit er bei der Popgruppe „Distain!“ eingestiegen ist, findet sich der Regensburger häufiger in anderen Städten wider, die Band ist auf Tour. „Als sich Distain! von ihrem bisherigen dritten Bandmitglied trennten, hab ich gesagt, das bisschen Background singen und Keyboard spielen kann ich auch – Schwupps war ich dabei“ erzählt Prokein. Ein Video hat die Band seitdem schon in Regensburg gedreht und es steht eventuell ein Gig in der Domstadt an: „mehr aber darf ich noch nicht verraten, die Planungen sind noch nicht abgeschlossen“, so Prokein.

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