Rock ohne Radio-Mainstream

Nachdem My Glorious am Mittwoch, 8. Februar eine wirklich gute Show ablieferten, standen sie später Tobias Eder, dem Gewinner des meet & greets, in einem Interview Rede und Antwort.

Ein entspannter Plausch: Gregor, Paul, Laura, Sami und Tobias (von links) beim meet & greet.

Nach Ohrange und General Sherman trumpften My Glorious im Gloria auf. Zu hören waren Titel aus den beiden Alben, einer besser als der andere. Mit im Publikum standen Tobias Eder und seine Begleitung Laura. Tobias hatte das meet & greet gewonnen und durfte hinterher auch das Interview mit der Wiener Band My Glorious führen.

Eure Ansagen zwischen Songs sind teilweise sehr gefühlvoll. Denkt ihr euch die immer neu aus?

Sami Goodenough: Die Ansagen sind nie gleich. Vor allem bei der Ansage vor einem Lied wie „Flower“, in dem es um Kindesmissbrauch geht, ist es sehr schwierig. Man muss die Leute zum Zuhören bringen, ohne die Stimmung zu zerstören.

In eurer Band-Biografie heißt es, ihr seid im Januar 2008 aus den Fragmenten der Rockband Fresh entstanden. Wie genau?

Gregor Sailer: Als mein Bruder und ich den Samuel (Anm. d. Red.: Sami Goodenoughs bürgerlicher Namen ist Samuel Fischer) das erste Mal hörten, dachten wir „Es wäre toll, wenn wir mit so einem guten Sänger wie ihm mal Musik machen könnten“. Da die österreichische Musikszene nicht so groß ist, sind wir uns bald über den Weg gelaufen, haben zusammen bei Fresh gespielt und dann My Glorious gegründet.

Wie ist es, mit seinem Zwillingsbruder in einer Band zu spielen?

Paul und Gregor Sailer: Harmonisch, unkompliziert, wundervoll. Es ist manchmal so, als wären wir keine zwei Personen, sondern eineinhalb Personen. Wir müssen auch nicht reden, um uns zu verstehen.

Sylvia Massy produziert Alben für die Red Hot Chili Peppers, REM und viele mehr. Sie hat mit euch euer zweites Album „Inside my head is a scary place“ gemacht. Wie kommt ihr an so eine Größe des Musikbusiness?

Sami Goodenough: Sylvia hat uns über unsere Myspace-Seite angeschrieben und schrieb, dass sie unsere Musik und unseren Stil gut fände und gerne mit uns arbeiten würde. Aber da wir nicht wussten, wer sie ist und über Myspace so unglaublich viele Sachen reinkommen, haben wir sie zuerst ignoriert. Wir dachten, sie sei irgendein Mädel, das sich profilieren will. Irgendwann, als mir langweilig war, hab ich sie gegoogelt und endlich gesehen, wer sie überhaupt ist und welche Musik sie macht.

Jupiter Jones, deren Support ihr bereits wart, sind für den Echo nominiert. Wann kriegt ihr einen Echo?

Sami Goodenough: Im März. Da besuchen wir sie und werden ihnen den Echo einfach aus dem Regal klauen.

Paul Sailer: Wir sind gar nicht interessiert am schnellen Erfolg. Sondern daran, wirklich gute Musik zu machen.

Sami Goodenough: Der Markt für unsere Musik ist eher Amerika. Das heißt nicht, dass wir in Deutschland nicht investieren! Aber für die amerikanischen Radiosender und Medien ist es leichter, unsere schwere Themen und Texte zu akzeptieren. Daheim ist es oft so, dass Sender sagen, sie finden die Musik wirklich klasse aber sie können die Songs nicht spielen.

Stadtbekannt. | 09. Februar 2012

My Glorious im Gloria

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