Trümpfe im Musik-Ärmel

Christian Strobe, eine Hälfte von Disco Trash Music, ist auf Solopfaden unterwegs. Recht erfolgreich sogar. Denn der neue Katy Perry-Remix ist von ihm.

Christian Strobe, der eigentlich Christian Schnall heißt, hat für Katy Perry einen Remix gemacht.

Im Internet kursieren Remixe, die Christian Strobe, der eigentlich Christian Schnall heißt, von einem M83- und einem Arcade Fire-Song gemacht hat. Beide wurden rund 10.000 Mal runtergeladen. Vor zwei Monaten flatterte Post von Katy Perrys Plattenfirma bei ihm ins Haus. EMI bestellte einen Remix für die neue Single The One That Got Away. So schnell wie möglich.

Wo hatte denn die Plattenfirma deine E-Mail Adresse her?

Die steht in Musikblogs und so. Die ließ sich schnell finden.

Hast du Katy Perry lange bitten lassen oder gleich zugesagt?

Ich hatte zwei Optionen: Entweder einen Remix für eine unbekannte australische Band oder einen für Katy Perry machen. Da hab ich mich recht schnell für Katy Perry entschieden und auch nicht lange überlegt. Das Problem war nur, dass es sehr schnell gehen musste. Ich war innerhalb von zwei Wochen jeden Tag mit EMI in Kontakt und wir haben den Fortschritt besprochen und analysiert. Irgendwann war die Plattenfirma dann zufrieden und hat Katy Perry den Remix vorgespielt.

Dann hattest du gar keinen Kontakt zu Katy Perry, oder?

Nee.

Wie war’s, mit EMI zusammenzuarbeiten?

Das war sehr interessant. Vor allem, weil einen drei Leute gleichzeitig betreuen. Einer für den Vertrag, einer für die Finanzen und einer einfach so. Da merkt man schon, dass das ein Riesenkomplex ist, der sehr geregelt, strukturiert und professionell arbeitet.

Disco Trash Music hatte ja mit „Phobia“ auch erst kürzlich einen richtigen Hit. Was ist erfolgreicher? Du oder das Duo?

Keine Ahnung. Mein Soloprojekt steht ja in den Startlöchern. Das hat stark angefangen und ist über Nacht durch die Decke gesprungen. Mit Disco Trash Music dagegen haben wir uns über einen langen Zeitraum kontinuierlich hochgearbeitet. Wenn dann Katy Perry kommt, ist das das totale Gegenteil. Ein richtiger Hype. Das kann aber auch morgen wieder vorbei sein.

Hast du den Boom deines Soloprojekts forciert oder ist dir das einfach so passiert?

Als der M83-Song rausgekommen ist, war ich total perplex weil meine erste EP „Midnight Call“ fast den gleichen Namen trägt wie deren neuer Titel, „Midnight City“. Man hätte meinen können, es sei ein Abklatsch. Ich hatte die Idee, einen Remix zu machen um Aufmerksamkeit zu erregen. In der Nacht schusterte ich den Track zusammen und schickte ihn morgens um 4 an Musikblogs. Innerhalb der ersten 24 Stunden hatte ich ein paar hundert Klicks. Aber das war alles total spontan.

Du hast doch noch eine Band. Eine, die melancholische Indie-Musik spielt. Wie hieß die nochmal?

Spruce. Und eigentlich habe ich mit dieser Band auch ein ganzes Album in der Schublade. Aber mir fehlt die Zeit, aktiv zu werden. Ich warte auf den richtigen Augenblick, die Band zu reaktivieren und habe so quasi noch einen Trumpf im Ärmel.

Würdest du von dir behaupten, dass du jetzt dick im Geschäft bist?

Nee.

Glaubst du, dass Katy Perry auch ihren nächsten Hit von dir remixen lassen wird?

Nee, das glaub‘ ich nicht. Die großen Plattenfirmen suchen sich immer was Neues. Etwas, das gerade dem Zeitgeist entspricht. Da war ich diesmal zufällig dabei. Aber es könnte vielleicht sein, dass dadurch andere größere Aufträge reinkommen.

Trotz großen Erfolgen legst du immer noch in Regensburg auf. Im Scala zum Beispiel oder beim Hide Club. Du bleibst der Stadt treu. Warum?

Weil alle meine Freunde hier sind. Außerdem sind wir mit Disco Trash Musik viel unterwegs und freuen uns immer wieder aufs Heimkommen.

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