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Stefan Obermeier
Titelfoto: Stefan Obermeier
26. August 2014

Ausblicke in Regensburg

In der weiten Welt gibt es Vieles zu entdecken. Man kan aber auch vor der eigenen Haustüre anfangen. Wir zeigen euch die schönsten Regensburger Aussichtspunkte.

Sonnige Aussichten.

Regensburg. Wenn man in eine neue Stadt zieht, ist Vieles erst mal fremd und aufregend. Nach einer Weile kennt man aber die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und selbst die beliebtesten Plätze zum Weggehen sind kein Geheimnis mehr. Was also tun, um Langeweile zu vermeiden? Glücklicherweise gibt es in den weitverzweigten und verwinkelten Gassen Regensburgs nach wie vor Orte, die nur die Wenigsten kennen oder gar betreten haben. Der Grund hierfür? Man muss erst einmal ein wenig körperliche Anstrengung auf sich nehmen um sie zu erreichen. Die Rede ist von den Türmen, Gebäuden und Anhöhen des Weltkulturerbes. Wer sich allerdings überwindet, sie zu erklimmen, wird mit einem traumhaften Blick über die Stadt belohnt, wie man ihn sonst nur von tollen Fotos kennt, die andere auf Facebook hochladen … Wir stellen euch unsere Top 5 der schönsten Aussichtspunkte vor:

Städtischer Ausblick: Restaurant im Galeria Kaufhof

Das Restaurant DINEA befindet sich auf der vierten Etage der Galeria Kaufhof, mitten im Herzen Regensburgs. Von der Dachterrasse bietet sich ein wunderbarer Blick auf den Kern der Altstadt – man kann bei einer gemütlichen Tasse Kaffee das schöne Wetter genießen und die Leute beim Flanieren über den Neupfarrplatz beobachten.

Adresse: Neupfarrplatz 8, Lage: Zentrum / Innenstadt, zu Fuß oder mit dem Rad problemlos erreichbar, Eintritt: kostenlos, es sei denn, man wird beim Hochgehen von spontaner Kauflust überfallen. Öffnungszeiten: Der Zugang zur Terrasse richtet sich nach den Öffnungszeiten der Galeria Kaufhof (Mo - Sa, 9 - 20 Uhr) und der aktuellen Wetterlage.

Himmlischer Ausblick: Sternwarte Regensburg

Die Sternwarte Regensburg zählt zu den ältesten Volkssternwarten der Welt und wird vom Verein Freunde der Sternwarte Regensburg e.V. betrieben. Jeden Freitag kann man an einer öffentlichen Sternführung teilnehmen und dabei Planeten und Sterne aus nächster Nähe beobachten. Gegen Abend kann man vom Dach des Gebäudes aus den Sonnenuntergang beobachten, die Häuserzeilen Regensburg betrachten und beim Blick über den Horizont den Tag ausklingen lassen …

Adresse: Ägidienplatz 2, Lage: Zentrum; aufgrund der klammen Parkplatzsituation empfiehlt es sich auch hier, mit dem Rad oder zu Fuß zu kommen. Eintritt: Die Führungen des Vereins der Sternwarte Regensburgs e. V. sind kostenfrei. Öffnungszeiten: September bis April, 19.45-20 Uhr und Mai bis August, 20.45-21.05 Uhr.

Da man Sterne lediglich bei relativer Dunkelheit beobachten kann, bleibt der Blick durchs Fernrohr auf die unbewölkten Nächte des Jahres beschränkt. Der restliche Teil der Führungen findet jedoch wetterunabhängig statt. Wer Lust auf einen Blick in den Himmel hat, sollte circa 20 Minuten vor Beginn des Rundgangs da sein - man muss nämlich erst klingeln und unter Umständen ein bisschen warten, bis jemand aus dem oberen Stockwerk kommt um aufzumachen.

Nostalgischer Ausblick: Evangelisch-lutherische Dreieinigkeitskirche

Der Glockenturm des 1631 fertiggestellten Gotteshauses ist eines der Highlights unseres Stadtrundgangs. Das achtstöckige Bauwerk wurde in etwa vor 15 Jahren gegen ein geringes Entgelt für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Grund hierfür: Die Pfarrei ist aufgrund der Renovierungsarbeiten im Innenraum der Kirche auf jeden Euro angewiesen. Beim Aufstieg in die luftige Höhe muss man sich erst einmal durch enges Gebälk aus knarzigen Holzstiegen kämpfen (an manchen Stellen misst die Höhe zur Decke lediglich 1,50 Meter!) – allein das ist schon ein Abenteuer. Im vorletzten Stockwerk flankiert eine schwere Eisenglocke den Weg und man kann kurz innehalten, um die Handwerkskunst frühbarocker Baumeister zu bestaunen. Nach zwei weiteren Biegungen hat man es dann geschafft. Oben angelangt, hat man einen der herrlichsten Rundumblicke über ganz Regensburg. Von den Winzerer Höhen bis hin zum Dom, nahezu alles ist von hier einsehbar.

Adresse: Am Ölberg 1, Lage: Zentraler geht’s kaum. Die Kirche befindet sich auf direktem Weg vom Neupfarrplatz zum Bismarckplatz; geradeaus durch die Gesandtenstraße gehend, findet ihr die Kirche schräg gegenüber der Cafébar. Den Zugang bildet derzeit das Hauptportal der Kirche. Drin angekommen folgt ihr einfach der Beschilderung Richtung Kanzel, wo der Aufstieg beginnt. Eintritt: Um Zugang zum Turm zu erhalten, ist ein geringer Obolus zu entrichten. Regulär zahlt man 2 Euro; Studenten, Schüler und Rentner ermäßigt 1,50 Euro. Öffnungszeiten: Der Einlass ist auf die Sommermonate beschränkt. Die reguläre Besichtigungszeit liegt zwischen 12 und 18 Uhr, an langen Sommertagen auch mal länger – je nach Besucherandrang und Wetterlage.

Verträumter Ausblick: Prebrunnturm im Herzogspark

Nachdem wir euch bisher drei innerstädtische Bauwerke vorgestellt haben, gehen wir nun weiter hinaus in die Natur – genauer gesagt in den Herzogspark. Die am Rande des Stadtzentrums gelegene Grünanlage wurde Ende des 13 Jahrhunderts erbaut. Sie war ursprünglich Teil der Regensburger Stadtmauer und ging erst 1935 in den Besitz der Stadt über. Mit dem künstlich angelegten Rosen- und Renaissancegarten stellt der Herzogspark einen der malerischsten Rückzugsorte Regensburgs dar. Inmitten von Blumen und sattem Grün sind kleine Gehwege angelegt, die allesamt auf eine kleine Anhöhe führen. Auf dem höchsten Punkt der Anlage, findet ihr das Herzstück des Parks, den Prebrunnturm. Mit seinen knapp zehn Metern zählt er zwar nicht zu den höchsten Bauwerken Regensburgs, allerdings kann man von seiner Spitze aus sowohl die Bauten der Altstadt als auch die Naturschönheit Regensburgs bestaunen.

Adresse: Der Park hat keine eigene Adresse, allerdings befindet er sich direkt neben dem städtischen Naturkundemuseum: Prebrunntor 4. Wer nicht mit dem Auto durch den dichten Stadtverkehr will, kann den Park auch gemütlich per Rad erreichen. Dazu folgt ihr einfach dem Donauradweg Richtung Westen, bis ihr die Stadtmauer seht. Nach ein paar hundert Meter muss man ein paar Treppenstufen hochsteigen um zum Eingang des Parks, einem schmiedeeisernen Tor, zu gelangen. Lage: westlicher Altstadtrand. Eintritt: Keine Kosten. Der Park wird von städtischer Hand gepflegt und ist daher für jedermann kostenfrei zugänglich. Öffnungszeiten: Der Park ist ganztägig geöffnet. Die Anlage schließt am Abend automatisch. Wer es verpasst, rechtzeitig zu gehen, muss sich aber keine Sorgen machen. Man kann das Eingangstor von innen jederzeit öffnen – genug Zeit also, um sorgenfrei zu lustwandeln.

Zeitloser Ausblick: Winzerer Höhen

Kommen wir nun zum Schmuckstück unserer Aussichtsreihe. Nachdem wir vom Zentrum weiter nach draußen gedrungen sind, stehen wir nun last but not least vor den Toren Regensburgs. Wer denkt, mit den Hügeln auf der anderen Seite der Donau ist nichts anzufangen, hat sich geirrt: Die Winzerer Höhen zählen zwar zu den aufgrund der Vielzahl an zu überwindenden Höhenmetern am schwersten zugänglichen unserer Aussichtspunkte, allerdings lohnt sich die Mühe, hochzusteigen, in jedem Fall! Eine nahezu unüberschaubare Anzahl an kleinen Pfaden führt quer durch das Gehölz, einen mehr oder minder steilen Hang hinauf, hin zum geografisch höchsten Punkt der Stadt.

Dort angekommen führt ein Feldweg (Richtung Westen) geradewegs bis hin zu einem circa 20 Meter breiten Grünstreifen, an dem kein Gebüsch mehr den Blick auf die Landschaft verwehrt. Das Ergebnis einer halbstündigen Wanderschaft: Einfach traumhaft! Man bekommt ein Panorama zu Gesicht, das sich gewaschen hat – Stadt, Land, Fluss, nichts bleibt im Verborgenen, alles ist einsehbar. Wer Muse für eine Auszeit hat, sollte sie hier nehmen. Eine kleine Parkbank lädt zum Verweilen ein und gibt Raum, um vom Alltag abzuschalten …

Adresse: Am westlichen Ende der Nürnberger Straße führt zwischen zwei Wohnhäusern ein schmaler Fußweg hinauf zum Gipfel. Eine weitere, weitaus bequemere Möglichkeit, die Höhen zu erreichen, ist, mit dem Bus der Linie 17 ab Arnulfsplatz bis Haltestelle Dreifaltigkeitsberg/Städtischer Friedhof zu fahren und von dort aus zu Fuß weiterzugehen. Aber Vorsicht! Die verschlungenen Pfade, die auf die Höhen führen, sind zwar beschildert, bei Unaufmerksamkeit kann man aber leicht die Orientierung verlieren. Lage: nördliches Donauufer – parallel zur Bundesstraße B8, Eintritt: Schweiß und Muskelkater, Öffnungszeiten: zeitlos.

Stefan Obermeier