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Titelfoto: Julia Lamml
03. August 2018

Bairisch für Anfänger

Mit seinen Sprüchen in Mundart begeistert Stephan Hautmann aus Regensburg online tausende Menschen. Jetzt hat er daraus eine eigene Kollektion für T-Shirts entworfen.

Mit Du Hirsch kommen Heimatsprüche in modernem Design aufs T-Shirt.Julia Lamml

Weißt du, wer oder was eine Schixn ist? Nein? Was ist mit Bleschl? Diridari? Schnufl? Auch nicht? Okay, sieht so aus, als bräuchtest du ein bisschen Nachhilfe in Bairisch. Dabei helfen kann dir zum Beispiel Stephan Hautmann. Auf seiner Facebookseite „Du Hirsch“ und dem gleichnamigen Instagramaccount postet der Regensburger Mediengestalter regelmäßig bekannte oder unbekanntere bayrische Vokabeln, typisch bayrische Sprüche und manchmal bayrische Memes.

Angefangen hat alles im April 2016. „Zu der Zeit gab es schon einige ähnliche Seiten. Ich fand die Idee cool, den bayerischen Dialekt zu pushen. Aber ich wollte es auf ein höheres Niveau bringen – mit wiedererkennbarem Design, moderner, schöner“, erzählt Stephan. Schnell wurde die gelbe und weiße Schrift auf dunkelgrauem Hintergrund sein Markenzeichen. Anfangs verfolgte Stephan kein konkretes Ziel, sondern wollte einfach mal sehen, wie es so läuft. Inzwischen hat „Du Hirsch“ über 14 000 Likes auf Facebook und knapp 3000 Follower bei Instagram.

"Du Gloifl!" - Liebevolle Beleidigungen

Auf den Namen für seinen Onlineauftritt hatte ihn ein ehemaliger Kollege gebracht. „Immer, wenn ich in der Arbeit Schmarrn gemacht habe, hat er mich ‚Du Hirsch!‘ genannt“, lacht Stephan. Wenn man durch den Feed seiner Facebookseite scrollt, stellt man fest, dass zur bayrischen Sprache generell viele kreative Schimpfwörter und liebevolle Beleidigungen gehören. Sein liebstes Schimpfwort sei allerdings „Du Gloifl!“, sagt der 29-Jährige. Google verrät, dass ein Gloifl eine Art unverschämter, grober Kerl ist – richtig übersetzen lassen sich solche Wörter aber sowieso nicht.

Auch innerhalb Bayerns gibt es Unstimmigkeiten über die Bedeutung von bestimmten Wörtern. Aber vor allem, über deren richtige Schreibweise und Aussprache. „Man erkennt an den Kommentaren schon viele regionale Unterschiede. Der Fokus der Posts liegt auf dem Oberpfälzer Dialekt. Deswegen fragen manchmal Münchner nach, was das für komisches Bairisch sein soll“, erzählt der gebürtige Teublitzer.

Dialekt-T-Shirts, Leberkäs-Seifen und mehr

Vor einem Jahr beschloss Stephan dann, seine Sprüche auf T-Shirts drucken zu lassen. Denn neben Nachrichten mit Vorschlägen für neue Vokabeln, bekam er auch immer wieder Anfragen, ob es nicht auch Kleidung von ihm gäbe. In den folgenden Monaten probierte er verschiedene Druckereien in ganz Europa aus und entschied sich schließlich für die eines Bekannten in Nordrhein-Westfalen. Seit kurzem gibt es die Shirts mit vorerst drei verschiedenen Motiven im eigenen Onlineshop von „Du Hirsch“.

Auch wenn er sein Projekt nur neben seinem eigentlichen Job als Mediengestalter verfolgt, investiert Stephan viel Zeit in „Du Hirsch“. An den Wochenenden nimmt das Planen der Beiträge manchmal mehrere Stunden Zeit in Anspruch. Wenn es gut läuft, will er sein Sortiment erweitern – einerseits mit eigenen T-Shirt-Motiven, andererseits zum Beispiel mit Produkten einer Firma, die Seifen in Form von Leberkässemmeln und Weißwürsten produziert. Außerdem ist er mit Label Bird und den Verantwortlichen für den Pop Up Store des Deggingers im Gespräch.

Stephan freut sich, dass sich wieder mehr Menschen trauen, ihren Dialekt auszuleben. Und alle, die immer noch nicht wissen, was eine Schixn ist, können es ja lernen.