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Mathias Wagner
Titelfoto: Mathias Wagner
10. Februar 2012

Broschüre warnt Gastronomen

Zahlreiche Stadträte unterstützen Aktion der Initiative „Keine Bedienung für Nazis“.

Der Aufkleber soll Anhänger rechten Gedankenguts vom Betreten der jeweiligen Gastronomie abhalten.Mathias Wagner

Regensburg. Die Regensburger Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ veröffentlicht eine Informationsbroschüre für die Regensburger Gastronomie. Damit wollen sie Wirte helfen, rechte Gruppierungen zu erkennen und gegebenenfalls vermeiden, dass rechte Veranstaltungen im eigenen Etablissement stattfinden. Die Initiative hat die Informationsbroschüre samt Aufkleber („Rassisten werden hier nicht bedient“) an insgesamt 210 Gastronomiebetriebe in Regensburg gesendet.

Auch die Stadträte der CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, ÖDP und Die Linke unterstützen die Aktion und fordern die Wirte in einem Schreiben auf, die in der Broschüre aufgeführten Hinweise zu beherzigen und den Aufkleber im Lokal anzubringen. Gastronomen „nehmen eine Schlüsselrolle ein, da Sie durch die Ausübung Ihres Hausrechts und der entsprechenden Zutrittsverweigerung der Verbreitung von rassistischem Gedankengut den öffentlichen Raum entziehen können“, so die Regensburger Stadträte, die das Unterstützenschreiben unterzeichneten.

„Wir hoffen, dass daraufhin noch mehr unserer Aufkleber an den Eingängen der Betriebe kleben werden und Rassisten der öffentliche Raum weiter entzogen wird“, so Ludwig Simek, Sprecher der Initiative „Keine Bedienung für Nazis“.

Gegründet wurde die Initiative aufgrund eines Vorfalls, der sich 2010 in einer Regensburger Kneipe ereignete und bei der ein Wirt von Neonazis brutal zusammengeschlagen wurde. Der Wirt hatte sich im Vorfeld eingemischt, als eine rechte Gruppe vor seinem Lokal eine farbige Mutter anpöbelten. „Wir müssen auf der Hut sein und alles dafür tun, damit Verbrechen mit rechtsextremem und fremdenfeindlichem Hintergrund nicht mehr passieren“, kündigt Bürgermeister Joachim Wolbergs im Vorwort der Broschüre an.

Mathias Wagner