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Rebekka Knoll
Titelfoto: Rebekka Knoll
10. November 2015

Casino im Wohnzimmer

In ihrer Freizeit haben sechs Regensburger ein Spiel entwickelt, das Spielautomaten mit Poker verbindet. Der Verkauf startet am Mittwoch, 11. November im Cinemaxx.

„Jackpot 62“ besteht aus 62 Karten. Ziel des Spiels ist es, den großen Jackpot zu knacken.Rebekka Knoll

Regensburg. Wer montags gegen 19 Uhr ins Auerbräu geht, sieht in einer Ecke sechs Leute sitzen. Sie spielen Karten. In der Mitte liegen zwar Jetons, sie spielen aber kein Poker. „Wenn wir den Leuten erzählen, dass es unser eigenes Spiel ist, gucken sie.“ Doch genau so ist es. Dieses Spiel wurde in Regensburg erfunden und entwickelt: Am Mittwoch, 11. November startet der Verkauf von „Jackpot 62“.

Eigentlich ist Uwe Schneider kein Spieler. Er hat in Regensburg einen KFZ-Zulassungsdienst etabliert und sieht sich eher als Tüftler. Doch dann war er einmal in Las Vegas, wo er die Menschen am Automaten und beim Pokern beobachtete. Zurück in der Oberpfalz ließ ihn ein Gedanke nicht los: Könnte man beides verbinden? Automaten und Poker? Er begann zu zeichnen, Karten auszuschneiden. „Ich hab unglaublich viel Zeit reingesteckt.“ Freunde meinten schon: „Der spinnt ja“, doch Schneider ließ sich nicht beirren. Er scharrte ein Team um sich, mit dem er Stunde um Stunde im Auerbräu spielte, Fehler ausbesserte, nachjustierte – bis das Spiel endlich stand. Nun soll es vom Gamblestore deutschlandweit vertrieben werden und irgendwann vielleicht sogar online spielbar sein.

„Jackpot 62“ besteht aus 62 Karten, designt von Diplomgrafiker Jürgen Hagl. Er hat sich an den Bildern von Slot-Maschinen orientiert. „Der Trend geht weg von Kirsche und Banane“, erzählt Realschullehrer Christoph Binninger, den Uwe Schneider zum Geschäftsleiter für „Jackpot 62“ gemacht hat. Die Bilder in den Automaten sollen, beispielsweise mit Märchenfiguren, angenehme Assoziationen wecken. Diesen Ansatz nutzte auch das „Jackpot 62“-Team. Es erinnert an Casinos, den Reiz des Spielens und an das große Glück.

Ziel des Spiels ist es, den Jackpot zu knacken. Dafür braucht man entweder fünf gleiche Karten, 3 Joker oder, beim Kartenvergleich, das beste Blatt. „Man hat es schnell gelernt“, erzählt Schneider. Auch seine Eltern – Mitte siebzig und zu Anfang noch skeptisch – spielten es nach Kurzem mit Leidenschaft. Wer es selbst mal ausprobieren möchte, kann das am 11. November zwischen 17 und 21.30 Uhr im Cinemaxx tun. Währen der James-Bond-Nacht wird hier ein spezieller „Jackpot 62“-Tisch stehen, an dem das Spielteam sein Kartenspiel präsentiert, vorführt und zum Mitspielen einlädt. Der Jackpot an diesem Abend: Ein nagelneues „Jackpot 62“.

Rebekka Knoll