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28. Mai 2019

Für ein fahrradfreundliches Regensburg

Die Initiatoren des Regensburger „Radentscheids“ wollen die Stadt sicherer und vor allem attraktiver für den Radverkehr machen. Dafür sammeln sie jetzt fleißig Unterschriften. Wir haben mit ihnen über mögliche Wege und Vorurteile gesprochen.

Ingolf Radcke und Michael Achmann (v. li.) engagieren sich für den Regensburger „Radentscheid“ und damit für sichere und attraktive Fahrradrouten durch die gesamte Stadt. Fotos: Stina Walterbach

Regensburg. Der Unmut über Regensburgs mangelnde Fahrradfreundlichkeit ist groß. Dabei stören sich die Radler laut ADFC Fahrradklima-Test von 2018 vor allem an zugeparkten und zu schmalen Fahrradwegen, der hohen Diebstahlsrate, der schlechten Ampelschaltung und an fehlenden öffentlichen Leihfahrrädern. Dabei standen einige dieser Dinge schon oft auf der politischen Agenda. Die Leihfahrräder zum Beispiel waren immer mal wieder ein Thema, passiert ist bisher aber wenig.

Das wollen die Initiatoren des Regensburger „Radentscheids“ jetzt ändern. Insgesamt 6000 Unterschriften brauchen sie, um anschließend einen Bürgerentscheid beantragen zu können. Ein großes Vorbild ist dabei unter anderem Bamberg. Dort war das Bürgerbegehren mit Forderungen wie radgerechte und sichere Schulwegrouten, Radschnellwege für den Pendelverkehr oder der Schutz der Radfahrer an viel befahrenen Hauptstraßen bereits erfolgreich.

„Eines unserer Teammitglieder war sehr angetan vom Bamberger Radentscheid. Als Christian Hader, Initiator des dortigen Radentscheides dann einen Vortrag hielt, waren wir uns einig, das auch in Regensburg umzusetzen“, erzählt Michael Achmann, einer der Sprecher der Initiative. Aber was genau fordert die jetzt eigentlich? Konkret geht es den Initiatoren des Regensburger „Radentscheids“ um ein Netz von durchgängigen Hauptrouten für den Fahrradverkehr mit geschützten Radwegen an vielbefahrenen Hauptstraßen, sicher gestalteten Kreuzungen und ausreichender Anzahl von Fahrradabstellanlagen. Forderungen, die nicht gegen, sondern mit dem Autoverkehr funktionieren sollen, so Ingolf Radcke, ein weiterer Sprecher der Initiative: „Unser Ziel ist es nicht, uns mit den Autofahrern anzulegen. Wir wollen nur eine Förderung des Radverkehrs. Wir denken, im öffentlichen Raum ist genug Platz für beides.“

Am 4. Juni geht's zur Fahrraddemo an die Uni.

Derzeit gäbe es da aber noch so einige Mängel, die die Stadt zwar nach und nach beheben würde, eine langfristige Verbesserung sei das aber nicht, so die Initiatoren. „Ich fahre immer mehr und mehr Fahrrad, weil Regensburg einfach eine Stadt der kurzen Wege ist. Egal wo ich hinmöchte, meist bin ich mit der Fahrrad schneller. Aber umso mehr man Fahrrad fährt, umso mehr muss man sich auch ärgern, dass die Infrastruktur an manchen Stellen noch so mangelhaft ist. Zum Beispiel in der Frankenstraße auf Höhe vom Reginakino und am Ernst-Reuter-Platz gibt es immer noch diese Bedarfsampeln für Radfahrer. Da wird man mit dem Fahrrad regelrecht ausgebremst“, sagt Achmann.

Unterschriftenlisten liegen unter anderem am What the Kiosk am Neupfarrplatz aus.

Das Idealbild wäre die Fahrradrouten durch die Stadt so attraktiv zu gestalten, dass viele Menschen freiwillig aufs Fahrrad umsteigen, weil es so einfacher und schneller geht. Das würde dann im Umkehrschluss auch den Autoverkehr entspannen – weniger Staus, weniger Lärm, weniger Abgasbelastung, so die Initiatoren. Wer den Regensburger „Radentscheid“ unterstützen möchte, kann unter anderem am What the Kiosk am Neupfarrplatz, in der Buchhandlung Dombrowsky, beim Farben Eckert, in der Velo-Station, beim Rosenhammer in Steinweg und beim Schefthaler in Prüfening auf einer der Listen unterschreiben. Einzige Voraussetzungen: Mindestens 18 Jahre alt sein und den Hauptwohnsitz in Regensburg haben.

Weitere Aktionen sind unter anderem am 4. Juni um 7.15 Uhr geplant. Dann geht es zur Fahrraddemo an die Uni, um auf die Sicherheitslücken am Galgenberg aufmerksam zu machen. Treffpunkt ist an der Albertstraße. Und auch am Bürgerfest wird es einen Infostand geben.

Alle Termine, Helfertreffen und weiteren Infos findet ihr außerdem auf www.radentscheid-regensburg.de.