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Titelfoto: Rainer Wendl
21. Februar 2018

Kampf gegen das RKK

Ein neues Bündnis will per Bürgerentscheid das geplante Kultur- und Kongresszentrum auf dem Kepler-Areal verhindern.

Sie führen das Bündnis gegen ein RKK auf dem Kepler-Areal an: Quirin Quansah, Anna-Lena Schnaudt und Professor Dr. Achim Hubel.Rainer Wendl

Regensburg. Nach 1999, 2004 und 2006 steht den Bürgern dieser Stadt möglicherweise bald zum vierten Mal eine Abstimmung über das ewige Reizthema Regensburger Kultur- und Kongresszentrum (RKK) ins Haus. Das neu gegründete Bündnis „Kein RKK auf dem Kepler-Areal!“ will schon im März mit einer konkreten Fragestellung für einen Bürgerentscheid an die Öffentlichkeit gehen und dann umgehend mit dem Sammeln von Unterstützerunterschriften beginnen.

Mit diesem neuerlichen Bürgerbegehren ziehen die Kritiker des im Vorjahr durchgeführten Beteiligungsverfahrens „Stadtraum gemeinsam gestalten“ die erwartbare Konsequenz. Zu den Mitgliedern des Bündnisses zählen altbekannte Aktivisten genauso wie junge Gesichter. Zu ihnen gehört der Politologiestudent Quirin Quansah, der am Vorgehen der Stadt kein gutes Haar ließ: „Der demokratischen Kultur Regensburgs wird das nachhaltig schaden.“ Die Ablehnung des RKK auf dem Kepler-Areal gründet sich im Wesentlichen auf zwei Argumente. Zum einen ist dies der Eingriff in den Alleengürtel, der von offizieller Seite auf etwa 100 zu fällende Bäume taxiert wird. „Da wird ein Kahlschlag erfolgen!“, warnt Bündnismitglied Karl Bierl. Sein Mitstreiter Professor Dr. Achim Hubel nennt das Vorhaben „ungeheuerlich“, zumal der – eigentlich per Dekret aus dem 19. Jahrhundert unveränderbare – Grüngürtel im Lauf der Zeit bereits ständig reduziert worden sei. Gegen eine weitere Schrumpfung will er „mit allen Mitteln kämpfen“, nicht zuletzt in seiner Eigenschaft als Mitglied des Nationalkomitees des Internationalen Rats für Denkmalpflege Icomos.

Das nicht minder gewichtige zweite Argument der RKK-Gegner ist die aus ihrer Sicht schlicht nicht vorhandene Notwendigkeit einer solchen Einrichtung. Durch traditionelle Tagungsorte wie die Uni oder das Kolpinghaus sowie neue Stätten wie die Continental Arena oder das Marina Forum könne der Bedarf an Kongressen in Regensburg bestens abgedeckt werden, lautet die Überzeugung. „Daher sollten wir die 100 Millionen Euro für ein RKK sparen und lieber für einen besseren ÖPNV ausgeben“, fordert Johannes Ludsteck vom Bündnis. Sein Kollege Kurt Raster schlägt folgenden Verwendungszweck vor: „Mit diesem Geld kann man viel im sozialen Wohnbereich machen.“ Wie auch immer: Entscheiden soll der Bürger.