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Stefan Christoph
Titelfoto: Stefan Christoph
13. März 2014

Kleine Kunstwerke sichtbar machen

Der Streetartfinder war eine Idee aus einem Uni-Seminar, die zwei Studierende jetzt weiterführen. Auf der Website kann man Kunst im öffentlichen Raum – nicht nur in Regensburg – finden und auch selbst dokumentieren.

Viele der kleinen Kunstwerke sieht man erst auf den zweiten Blick. Wer aufmerksam durch die Stadt geht, kann viele intelligente und witzige Stencils, Grafittis und Co finden.Stefan Christoph

Regensburg. Das Seminar, in dem Patrick Schneider und Christopher Bogatzki die Idee zum Streetartfinder hatten, behandelte das Thema „Digital Humanities“, digitale Geisteswissenschaften also. Die beiden sollten herausfinden, wie man das Internet beispielsweise für die Kunst nutzbar machen kann. Die beiden Lehrstühle für Medieninformatik und Informationswissenschaft veranstalten das Seminar zu diesem Thema. So programmierten sie ihre Internetseite streetartfinder.de, auf der jeder Fotos von Streetart-Kunstwerken hochladen kann. Direkt per Handy oder auch gemütlich zu Hause am PC kann jeder den Ort zu seinem Foto auf der Karte suchen und Schlagwörter zum Bild angeben. Und damit es so unkompliziert wie möglich geht, kann man ganz einfach ohne Registrierung mitmachen.

Da es viel positives Feedback auf das Projekt gegeben hat, haben sich Chris und Patrick dazu entschieden, die Seite privat weiterzuführen. Neben Regensburg gibt es auch noch einige andere Städte, die man dort anwählen kann. In Regensburg sei aber die Dichte an Streetart mit am größten, meinen die beiden. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Altstadt so verwinkelt und recht klein im Vergleich zu den Kernen anderer Städte ist. Wenn das Projekt läuft, können sich die beiden durchaus vorstellen, die Seite auch auf andere Städte auszuweiten. Außerdem könnte es in Zukunft so etwas wie eine Kommentarfunktion geben, oder einen Routenplaner für Streetart-Erkunder in der Altstadt. Damit würde das Ganze zu einem echten sozialen Netzwerk werden.

Verglichen mit anderen Städten scheint Regensburg nachlässig, was die Entfernung von Streetart angeht. Trotzdem verschwinden aber auch hier viele der Kunstwerke nach einiger Zeit wieder: Wenn es nicht der Bauhof oder die Hauseigentümer sind, sind es oft auch einfach Vandalen, denen Streetart zum Opfer fällt. Genau weil diese Art der Kunst besonders vergänglich ist, ist der Streetartfinder nicht nur eine gute Möglichkeit, Kunst zu entdecken, sondern auch, um diese kleinen Kunstwerke zu sammeln und für die Nachwelt zu erhalten.

Stefan Christoph