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Titelfoto: Oxana Bytschenko
19. Juli 2018

Kultür steht vor dem Aus

Der Verein, der Menschen mit wenig Geld einen Besuch von Kultur- und Sportveranstaltungen ermöglicht, braucht dringend Spender.

Britta Kutzner (re.), Geschäftsführerin des Kultür Regensburg e.V., Dr. Carsten Lenk und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter bangen um die Zukunft des Vereins.Oxana Bytschenko

Regensburg. Auf einmal geht nichts mehr: Seit 2015 vermittelt Kultür Regensburg e.V. kostenlose Karten für verschiedene Events an Menschen, die sich einen Besuch im Theater, bei den Schlossfestspielen oder im Stadion nicht leisten können. Jetzt steht der Verein vor dem Aus.

Rund 1000 Menschen besuchen das Büro in der Obermünsterstraße 1 pro Monat, bisher wurden 22 000 Karten vermittelt. Rund 120 Veranstaltungen gibt es bei Kultür pro Monat: Theater, Tanz, Opern, Lesungen, klassische Konzerte, Kabarett oder Sportevents. Die registrierten Nutzer können einmal pro Monat eine Veranstaltung mit einer Person ihrer Wahl besuchen und im nächsten Monat ein anderes Genre für sich entdecken.

Die Karten kommen von mehr als 50 Partnern: Es sind alle Buchhandlungen dabei sowie der EVR und der SSV Jahn, Odeon Concerte und Power Concerts, Traumfabrik, Kunstforum Ostdeutsche Galerie und die Legionäre. Der Verein braucht aber Geld, um die Ladenmiete, die Stelle der Geschäftsführerin Britta Kutzner sowie Sachkosten zu finanzieren. „Mindestens 30 000 bis 35 000 Euro pro Jahr sind notwendig“, erklärt Sprecher Dr. Carsten Lenk.

Das Problem ist, dass die Stellenfinanzierung durch das Ostbayerische Kulturforum Ende August ausläuft. Außerdem ist ein größerer Förderer, der die Kosten des Vereins für zwei bis fünf Jahre übernehmen wollte, plötzlich abgesprungen. „Es ist eine bedrohliche Situation, ohne Spender stehen wir vor dem Aus. Deshalb brauchen wir jetzt die Regensburger“, so Lenk. Denn Kultür sei für so viele Menschen wichtig geworden. „Das Angebot nutzen Menschen, die aus dem System gefallen sind: Da ist der russlanddeutsche Rentner dabei, die alleinerziehende Zahnarzthelferin und Besucher der Tafel“, erklärt er. Die Arbeit von Kultür ist an die Tafel angelehnt. „Nur bieten wir unseren Besuchern Kultur statt Lebensmittel“, sagte Britta Kutzner, „aber es ist Brot für die Seele!“ Dabei entdecken Menschen viele Spielstätten und dadurch auch ihre Stadt neu, sie wagen sich auf unbekanntes Terrain. „Wir setzen uns für Kultur für alle Menschen ein, denn diese ist heute sehr teuer“, so Kutzner.

Interessierte können dem Trägerverein beitreten, gegründet 2017 – so wie die Sozialen Initiativen es gerade getan haben, wie Vorsitzender Reinhard Kellner verkündete. „Wir können uns nicht vorstellen, dass es Kultür nicht mehr gibt“, sagte er. Das Angebot erreiche auch Menschen mit psychischen Krankheiten sowie Obdachlose.

Unternehmen, Privatpersonen und Stiftungen können spenden: Kultür Regensburg e.V., Sparda Bank Ostbayern, IBAN: DE 41750 905000 00045 1112, BIC: GENODEF1S05.