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Alexandra Wessel
12. Mai 2019

Leder von glücklichen Kühen

Jonas Mumm und Christoph Mandl haben das Start-Up Thann gegründet. Sie stellen in Handarbeit Geldbörsen, Gürtel und Kameragurte aus Bioleder her.

Jonas Mumm und Christoph Mandl (v. li.) verwenden für ihre Designs nur Leder von Biokühen, deren Herkunft sie kennen. Fotos: Alexandra Wessel

Regensburg. Wenn ihr euch einen schicken neuen Geldbeutel aus Leder kauft, fragt ihr euch dann, woher das Material dafür eigentlich kommt? Die Leute vom Geschäft Leder Lärm jedenfalls schon: Mit ihren neuen Thann-Produkten aus Bioleder revolutionieren sie das Lederhandwerk.

Zum Beispiel produzieren sie robuste und langlebige Geldbörsen. Diese Portemonnaies haben viele Kartenfächer und ein geräumiges Geldfach, in das ein 50 Euro-Schein leicht reinpasst – und trotzdem bleibt die Börse flach genug für die Hosentasche. Außerdem schmücken nicht nur Gürtel mit verschiedenen Breiten und Farben die Schaufenster, auch Schlüsselanhänger, Kameragurte und Brillenetuis findet man dort. Mit einer Kniehebelpresse werden auf Wunsch Buchstaben auf die Produkte gepresst. Ein Schlüsselanhänger mit dem eigenen Namen darauf ist immer ein persönliches Geschenk.

Langlebige und hochwertige Produkte

In ihrer Werkstatt im hinteren Ladenteil basteln die Besitzer Christoph Mandl und Jonas Mumm eifrig an ihren ästhetischen und dennoch funktionalen Produkten: Von Anfang bis Ende stellen sie die Stücke komplett selbst her. „Wir legen großen Wert auf Hochwertigkeit und vor allem Nachhaltigkeit. Wir produzieren von Hand in kleinen Stückzahlen, um Gegenstände zu fertigen, die den Käufer ein Leben lang begleiten“, erklärt Mandl.

Schlüsselanhänger, Geldbeutel, Brillenetuis, Kameragurte – für jeden ist etwas dabei.

Aber was bedeutet eigentlich Bioleder genau? Laut der Geschäftsbesitzer sind die wichtigen Kriterien: Es muss pflanzlich gegerbt sein und von Bio-Rindern aus Weideschlachtung stammen. Zusammen mit dem kleinen Tannenbaum als Logo, spielt der Name Thann (von englischen Tanner – Gerber) auf das pflanzliche Gerbverfahren an, das beim Bioleder eine wichtige Rolle spielt, auch wenn das Verfahren natürlich einige Wochen länger dauert und viel aufwendiger ist als das chemische Verfahren mit Chrom. „Die allermeisten Hersteller, die behaupten, Bioleder anzubieten, meinen damit lediglich, dass das Leder pflanzlich gegerbt wurde. Über das Tierleben sagt das aber nichts aus“, bemerkt Mandl.

Weiderinder statt Massentierhaltung

Für ihre Produkte wollen Mandl und Mumm keinesfalls Leder von Rindern aus Massentierhaltung verwenden, sondern die Tiere sollen als Herde ganzjährig auf einer Weide gelebt haben und auch dort getötet werden. Auf diese Weise werden die Rinder keinem Transportstress ausgesetzt.

Ein Lederstück mit dem eigenen Namen darauf ist ein persönliches Geschenk.

Mandl erklärt außerdem, dass sie mit ihrem Unternehmen eine Botschaft verbreiten wollen: „Das Besondere an uns ist, dass wir in dem eigentlich traditionellen Lederhandwerk etwas Innovatives machen. Wir wollen die Leute dazu bringen, dass sie darüber nachdenken: Wieso kaufe ich eigentlich Leder, wenn ich absolut nicht weiß, woher es kommt?“ Und Mumm fügt hinzu: „Es gibt bereits Fairtrade-Mode oder auch Bekleidung aus Biostoffen, also wieso sollte es nicht auch Bioprodukte im Lederhandwerk geben?“

Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, könnt ihr euch im Onlineshop auf www.thannleder.de oder direkt im Laden am St.-Georgen-Platz 9 umsehen.

Alexandra Wessel