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Titelfoto: drubig-photo - Fotolia
12. Januar 2017

Lernen will gelernt sein

Erfolg ist nicht nur eine Frage der Lerndisziplin und Intelligenz, sondern auch des klugen Selbst- und Zeitmanagements.

Die Prüfungszeit hat begonnen. Wir haben ein paar Tipps für euch, wie man gut durch die stressige Zeit kommt und dabei noch ganz einfach etwas lernen kann.drubig-photo - Fotolia

Manche Zeitgenossen können auch nach mehreren Jahrzehnten Goethes „Zauberlehrling“ aus dem Gedächtnis zitieren, andere hingegen haben manchmal die Quintessenz eines Buches schon nach wenigen Tagen vergessen. Was speichert unser Gehirn? Und vor allem: wie und wie lange? Wie lässt sich vor einer Prüfung das schier überwältigende Pensum an Lernstoff schaffen und das Gelernte auch langfristig behalten? Natürlich gibt es Überflieger, denen alles zuzufliegen scheint, das Gros jedoch muss sich den Erfolg hart und mit Konzept erarbeiten. Die gute Nachricht: Die Methoden sind von jedermann anwendbar und ein wichtiger Stein auf dem Weg zum Ziel.

Zeitmanagement vor der Prüfung

Ein realistischer Arbeitsplan ermöglicht einen Überblick über das gesamte Prüfungspensum, das in einzelne Arbeitsziele und Lernetappen strukturiert wird. Zunächst werden die erforderlichen Arbeitsschritte und Tätigkeiten aufgeführt, anschließend zu jedem Punkt der notwendige Zeitaufwand geplant. Wichtig ist dabei eine realistische Zeiteinschätzung, die auch tatsächlich zu bewältigen ist. Bei einem knappen Zeitbudget sollten die eigenen Ansprüche überprüft und Prioritäten gesetzt werden. Auf Basis des Übersichtsplans sind detaillierte Wochenpläne mit einem genauen Stundenplan empfehlenswert. Darin sollten nicht nur die Lernphasen, sondern auch Erholungspausen berücksichtigt werden. Konkrete Ziele und Abwechslung fördern die Motivation. Hilfreich sind auch kleine Belohnungen für erreichte Etappenziele. Hilfreich ist sich konkrete Arbeitsziele zu setzen und den Arbeitsalltag abwechslungsreich zu gestalten. Außerdem sollte man sich für jedes erreichte Ziel belohnen und so aktiv für eine gute Arbeitsmotivation sorgen. Zum Beispiel mit einem Konzertbesuch oder einem Festivalticket. Dann hat man etwas, worauf man sich freuen kann, wenn die Prüfungszeit rum ist.

Individuelle Lernmethoden

Aktives Lernen bedeutet, dass der Stoff nicht nur passiv aufgenommen wird, sondern der Lernende sich aktiv damit beschäftigt. Das Wissen wird mithilfe von Fragen erschlossen. Wer sich die Zusammenhänge erschließt und den Lernstoff inhaltlich strukturiert, kann das Wissen leichter und langfristig im Kopf speichern. Dadurch Erschließen Sie sich deshalb das Wissen mit Hilfe von Fragen. Erklären Sie sich die Zusammenhänge, und bilden Sie übersichtliche Strukturen. Die fünf beliebtesten Lernmethoden sind die Lernkartei, Visualisierung und Lernplakate, Exzerpte, Mind-Mapping und das sogenannte SQ3R. Im Studium muss meist ein großes Stoffpensum in kurzer Zeit gelesen und aufgenommen werden. Hierfür entwickelte Francis P. Robinson in den 40er-Jahren die Lernmethode des aktiven und verstehenden Lesens, auch SQ3R-Methode genannt. Die Buchstabenfolge SQ3R steht für die Abfolge, in der der Leser ein (wissenschaftliches) Buch zur Kenntnis nehmen sollte. Abkürzend sind gemeint Survey, Question, Read, Recite und Review. Es geht dabei nicht um das Erhöhen der Lesegeschwindigkeit, sondern das Verstehen und Behalten von Inhalten. Die Herangehensweise unterteilt sich dabei in fünf Schritte: Der Lernende verschafft sich einen Überblick (Survey) über den gesamten Text anhand der Zwischenüberschriften, des Aufbaus und von Stichwörtern, im zweiten Schritt werden zu jedem Abschnitt Fragen gestellt, so steigt die Motivation, sich im dritten Schritt, beim Lesen (Read) mit dem Text detailliert auseinanderzusetzen, um entsprechende Antworten zu finden. Bei der anschließenden Wiedergabe (Recite) werden die einzelnen Kapitel wiedergegeben, am besten schriftlich oder mithilfe von farbigen Mindmaps. Abschließend gibt der Leser die wichtigsten Punkte des Textes beim Rückblick (Review) nochmals wieder und beantwortet aus dem Gedächtnis die Fragen.

Die Lernkartei unterstützt das systematische Lernen: Der Stoff wird in verschiedene Schlüsselwörter gegliedert. Jedes Schlüsselwort wird auf einer Karteikarte notiert, auf der Rückseite die jeweilige Erklärung oder Lösung. Der Karteikasten wird in fünf Fächer unterteilt, mit jeder richtigen Antwort wandert die Karte ein Fach weiter, bei einer falschen wieder ins Einstiegsfach. Für die Computergeneration gibt es das Karteikastenlernsystem auch längst in digitaler Form.

Das Mind-Mapping nutzt die menschliche Vorliebe von Eselsbrücken und Visualisierungen und ist in vielen kreativen Arbeitsprozessen eine beliebte Methode. Auch zum Lernen und bei der Prüfungsvorbereitung eignet sich das Mind-Mapping, denn der Stoff muss übersichtlich strukturiert werden und kann sich durch die systematische Beschäftigung festigen.