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Titelfoto: Veronika Räß
31. Juli 2018

Mit Hashtags gegen den Müll

Veronika Räß startet mit ScheeZamRamma eine ungewöhnliche Aktion. Ihr Ziel: Regensburgs Straßen und Wege sollen noch sauberer werden.

Beim Gassi gehen oder Spazieren Müll wegräumen: Veronika Räß startet die Aktion ScheeZamRamma.Veronika Räß

Regensburg. Oft ärgert man sich beim Spaziergehen oder Radfahren über herumliegenden Müll. Es wird vieles achtlos weggeworfen, vom Taschentuch bis zu Essensverpackungen. Doch statt sich zu ärgern, schlägt Veronika Räß vor, selbst aktiv zu werden: Sie hat unter dem Namen ScheeZamRamma eine Aktion gestartet.

„Mich stört, wenn so viel Müll in unserer schönen Stadt herumliegt, also habe ich angefangen, die Sachen aufzuheben“, sagt Räß. Die junge Frau ist als Autorin und selbstständiger Coach tätig. Als sie mit ihrem Hund Gassi ging, kamen nach 100 Metern schnell zwei Handvoll Bierdeckel zusammen. „Ich habe sie in den nächsten Mülleimer geworfen“, sagt Veronika Räß.

Für das Müllverhalten vieler Passanten gibt es sogar einen Begriff: „Littering“ – Abfall in die Gegend schmeißen. Immer wieder finden verschiedene Aktionen in Regensburg statt, bei denen Menschen gemeinsam Parks und die Donauufer aufräumen. Veronika Räß‘ Initiative soll spontaner und flexibler ablaufen: „Wenn jeder beim Spaziergehen einen Quadratmeter um sich herum aufräumt, dann erhalten wir unser schönes Regensburg“, erklärt die junge Frau. Ihr geht es dabei nicht um den erhobenen Zeigefinger oder eine Erziehungsmaßnahme: „Sondern es geht um das gute Gefühl, Müll wegzuräumen statt einfach vorbeizugehen“, sagt sie.

Für mehr Motivation soll ein zweiter Teil der Aktion sorgen: Wer ein Stück Straße oder eine Parkecke aufgeräumt hat, kann diese saubere Gegend fotografieren und unter dem Hashtag #ScheeZamRammaRegensburg bei Instagram einstellen. „Denn der Fokus soll nicht auf dem Negativen, dem Müll liegen, sondern auf unserer sauberen Stadt“, erklärt Veronika Räß, „das achtlose Wegwerfen finde ich zwar auch traurig, aber man kann etwas dagegen tun.“

Studien haben außerdem gezeigt, dass Menschen sich scheuen, Müll in sauberen Gegenden zurückzulassen. Wenn dagegen schon Müll da ist, ist die Scheu weg, der Müll landet auf der Straße – und so dreht sich die Spirale immer weiter. Dieses Verhalten kann man zum Beispiel auch täglich am Donauufer oder auf der Jahninsel studieren.

Für Veronika Räß zählt der kleine Einsatz. Man müsse auch nicht den ganzen Spaziergang über nach Müll suchen. „Drei Minuten reichen vollkommen, es soll ja Spaß machen und die Menschen kurz für dieses Problem wachmachen“, sagt der Coach. Wer sich vor dem Müll ekelt, kann Gummihandschuhe oder Taschentücher einpacken. „Und wenn man seine Nachbarschaft ein paar Minuten am Tag sauberer macht, freut sich der nächste, der in der Straße vorbeigeht.“