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Stefan Christoph
Titelfoto: Stefan Christoph
08. August 2014

Tüftler united!

Wer einen Faible für Computer, Physik oder ähnliche Themen hat, der wird sich in der Binary Kitchen wohl fühlen. Seit Anfang des Jahres findet man sie in der Walderdorffstraße 13b im Ostenviertel.

In der Binary kitchen wird wie wild getüftelt.Stefan Christoph

Regensburg. Als ich das erste Mal in der binary kitchen in der Walderdorffstraße im Stadtosten vorbeischaue, werde ich nett empfangen: „Wir kochen gerade“, heißt es aus einer kleinen Einbauküche. Und damit wäre auch schon der zweite Namensbestandteil des Regensburger Vereins binary kitchen erklärt. Was den ersten Teil angeht, sind die Deutungen schon vielfältiger: Binärcode, das sind die Einsen und Nullen, die wir oft mit Technik in Verbindung bringen und in denen unsere Computer, Smartphones, Navigationsgeräte und selbst unsere Digitaluhren arbeiten. Und genau damit hat das Ganze auch zu tun.

Spaghetti Bolognese mit Nerds

Denn technische Spielereien sind tatsächlich eines der Dinge, mit denen sich die Binary Kitchen beschäftigt: Sie ist ein sogenannter „Hack Space“, das heißt ein Raum für Technikinteressierte, Computerfreaks oder Wissenschaftsbegeisterte – für Leute also, die sich selbst ganz unprätentiös als Nerds bezeichnen. Sie basteln dort an technischen Gerätschaften, löten Computerteile, unterhalten sich über Physik-Themen oder kochen zusammen. An dem Abend, an dem ich dabei bin, gibt es übrigens Spaghetti Bolognese.

Einer der Ersten, der mir bei meinem Besuch in der Binary Kitchen vorgestellt wird, ist Igor. Igor ist aber kein technikbegeisterter Nerd, sondern ein 19-Zoll-Rack, das jemand in die Kitchen mitgebracht hat. Solche und andere technische Gerätschaften stehen im Keller in der Walderdorffstraße 13b zu Hauf rum: Nicht mehr gebraucht, hat sich jemand dazu entschlossen, sie in die Binary Kitchen zubringen, damit sie jemand nützlich einsetzen oder wenigstens zum Ausschlachten benutzen kann.

Löt-Papst Mitch Altman eingeflogen

Aber nicht nur Technik allein spielt eine Rolle. In der Binary Kitchen wird auch viel miteinander geredet, gelacht und jeder kann immer wieder etwas neues mit nach Hause nehmen: Im Mai wurde Löt-Papst Mitch Altman aus den USA eingeflogen, damit er für die Technikinteressierten einen Vortrag in der Wechselwelt halten konnte. Auch Kinder und Senioren waren dabei und haben einiges Neues gelernt.

Bisher finanziert sich der Verein vor allem durch Mitgliedsbeiträge. Nach öffentlicher Förderung habe man bisher noch nicht gefragt und die Mietkonditionen der Räume in der Walderdorffstraße 13b sind sehr okay. Helfende Hände und natürlich auch interessierte Menschen sind aber immer herzlich willkommen.

Stefan Christoph