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Benedikt Baumgartner
27. November 2019

Wo sind junge Ideen für die Innenstadt?

Der Regensburger Nachwuchs durfte im W1 kontroverse Themen mit Vertretern der Stadt diskutieren. Der Einladung folgten allerdings wenige.

Gibt es eine Lösung für das sommerliche Müllproblem auf der Jahninsel? Diese Frage wurde bei der JUPS-Diskussionsrunde am Dienstag, 26. November diskutiert. Foto: Stefan Effenhauser

Regensburg. JUPS – Jugendpartizipation im Stadtteil – heißt die städtische Diskussionsplattform für junge Regensburger. Am Dienstag, 26. November waren die Innenstadtbewohner an der Reihe, Vertretern der Stadt Regensburg – unter anderen Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer – ihre Visionen und Ideen, Lob oder Kritik mitzuteilen. Die Beteiligung von Jugendlichen und gerade auch von Organisationen, die sich sonst lautstark für Veränderungen einsetzen, blieb leider mau. Dennoch wurden wichtige Themen wie die Lebensqualität in der Altstadt zur Sprache gebracht und diskutiert. Zwei Beispiele:

Müll auf der Jahninsel

Problem: Auf der Jahninsel grillen, chillen und die Sonne genießen, das ist gerade im Sommer ein Regensburger Highlight. Aber wer liegt gern zwischen Pizzakartons, Mülltüten und Grillresten auf der Picknickdecke? Niemand. Also ist neben den Besuchern auch die Stadt gefordert, den anfallenden Müll zu beseitigen. Davon gibt’s nur viel zu viel auf der Jahninsel, gerade nach warmen Sommernächten. Oder stehen einfach zu wenige Mülleimer auf der Jahninsel?

Hintergrund: Das Problem sorgt auch bei der Stadt für qualmende Köpfe. Wie soll man dem enormen Müll beikommen? Einerseits muss der anfallende Abfall irgendwo hin, andererseits will man die Jahninsel auch nicht mit Mülltonnen zupflastern.

Lösung: Ein Lösungsansatz ist es, für mehr Aufklärung bei den Besuchern der Jahninsel zu sorgen. Ziel ist es, dass der Müll mitgenommen wird – entweder bis zu freien öffentlichen Mülleimern oder im Notfall bis nach Hause. Eine andere Möglichkeit: mehr Mülleimer, aber versteckt. Beispielsweise wird die Möglichkeit von im Boden versenkbaren Mülltonnen diskutiert.

Stirbt die Subkultur in der Altstadt aus?

Problem: In verschiedenen Kneipen und Bars, die früher regelmäßig Livemusik im Programm hatten, treten heute kaum noch Bands oder Künstler auf. Unter jungen Regensburgern geht die Angst um, dass die Subkultur aus dem Zentrum vertrieben wird.

Auch Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Scharzfischer (3. v. li.) stand dem Altstadtnachwuchs Rede und Antwort. Foto: Benedikt Baumgartner

Hintergrund: Die Ursache für gestrichene Liveevents in Kneipen liegt oft in der Nutzungsbestimmung eines Lokals. Handelt es sich um eine Schankstätte, in der vor allem gegessen und getrunken werden soll und bis auf Ausnahmen Musik nur im Hintergrund läuft, oder um eine Vergnügungsstätte, bei der Künstler auftreten können, so viel sie wollen?

Lösung: Schwierig, denn eine Kneipe einfach so von einer Schank- in eine Vergnügungsstätte umzumelden, geht nicht. Beispielsweise gelten dann ganz andere Schallschutz-Richtlinien. Die sind wegen hoher Kosten und dem allgegenwärtigen Denkmalschutz schwer einzuhalten. Alternative: DIY-Musik-Venues aus der Innenstadt weiter nach draußen verlagern, wo Häuser ohne andere Mieter zur Verfügung stehen. Dann droht die Innenstadt aber wirklich, einen Teil der Subkultur zu verlieren.

Benedikt Baumgartner