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Titelfoto: sedatseven – stock.adobe.com
31. Oktober 2018

Therme auf Orientalisch

Arabische Hamams bieten Entspannung in prachtvollem Ambiente. Auch im deutschsprachigen Raum gibt es einige gute Adressen dafür.

Inzwischen gibt es Hamams nicht mehr nur in arabischen Ländern, sondern zum Beispiel auch in München und Bad Griesbach.

In einigen Hotels und Badelandschaften kann man sich in Deutschland auf eine Sinnesreise in eine andere Kultur begeben. Das sogenannte Hamam ist ein Dampfbad aus dem arabischen Raum und auch unter dem Namen „türkisches Bad“ bekannt. Was aber ist der Unterschied zu normalen Thermen und worin unterscheiden sich die Angebote?

Ursprünglich wurden Hamams neben Moscheen errichtet, um als Ort für die Reinigungsrituale vor den Gebeten zu dienen. Gäste des Bades legen ihre Kleidung ab und binden sich Handtücher um oder ziehen leichte Badekleidung über. Der Besuch beginnt mit einer Dusche, um den Körper von Schmutz zu befreien. Während Saunen in gängigen Thermen meist zweckmäßig eingerichtet sind, ist das Hamam prachtvoll gestaltet. Auch die Temperatur unterscheidet sich: Im türkischen Bad herrschen zwischen 40 bis 50 Grad und die Luftfeuchtigkeit liegt bei 90 bis 100 Prozent. In Saunen erreichen die Temperaturen weit höhere Werte. Das Hamam besteht aus Marmor und beheizten Kacheln, in der Mitte befindet sich eine gewärmte, kreisrunde Liegefläche. An den Wänden sind Waschbecken angebracht. Dort kann man sich mit warmem oder kaltem Wasser übergießen.

In Thermen kann man neben den Saunabesuchen verschiedene Verwöhnangebote dazu buchen und auch im Hamam kann man es sich gut gehen lassen. Als Wellnessbehandlung lässt man sich auf der Liegefläche, genannt Nabelstein, von einem Bademeister, dem sogenannten Tellak, zum Beispiel mit einer Massage, die wie ein Peeling wirkt, verwöhnen. Dabei werden mit einem rauen Ziegenlederhandschuh abgestorbene Hautzellen entfernt. Danach gibt es eine Schaummassage: Ein Baumwollsack wird mit Seife eingeweicht, durch die Luft geschwenkt und der so entstandene Schaum auf den Körper aufgetragen. Abschließend wird man mit warmem Wasser abgespült. Durch Massage und Peeling in Verbindung mit der hohen Luftfeuchtigkeit wird die Durchblutung der Haut angeregt. Erholen kann man sich in einem kühleren Raum.

Im türkischen Bad kann man sich somit – wie in anderen Thermen auch – verwöhnen lassen und danach in einem Ruhebereich entspannen. Anders als in Deutschland gilt es in arabischen Ländern übrigens als normal, sich in den traditionellen Hamams die Haare zu färben oder sich zu rasieren. In öffentlichen Hamams gilt zudem eine Geschlechtertrennung. Erleben kann man die orientalische Therme vor allem in touristischen Gegenden in der Türkei. Hamams in der Nähe von Regensburg befinden sich in der Wohlfühltherme Bad Griesbach, in München im Anatolia Hamam, im Mathilden Hamam und im El Hamam im Hotel Ambiance Rivoli.