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01. Oktober 2019

5 Mal Kunst im Oktober

Sehr geehrte Damen und Herren, im Folgenden lesen Sie den Bericht eines Kunst-Stümpers über fünf alles andere als stümperhafte Ausstellungen, auf die sich dieser Stümper – trotz aller Stümperhaftigkeit – freut.

Von 11. Oktober bis 1. November stellt James Francis Gill im Art Affair aus. Bild: James Francis Gill

Regensburg. „Ein grauer Schleier hält die Stadt umwickelt, auf zwanzig Schritte macht das Auge Schicht, der nasse Staub mir in den Schnurrbart prickelt und rinnt mir kitzelnd über das Gesicht“, dichtete Hermann Löns im 19. Jahrhundert in seinem Gedicht „Oktober“. Und was sagt uns das? Von wegen goldener Oktober sagt uns das. Kalt ist es, nass ist es, neblig ist es. Also rein ins Warme! Zum Beispiel in eine dieser fünf Ausstellungen, die den Oktober trotz Kälte, Nässe und Nebel tatsächlich golden glänzen lassen.

Licht- und Klangwerk in den letzten Zügen

Dort wo die Züge langsamer werden, anhalten, Menschenmassen verschlingen und mit reichlich Verspätung wieder losrollen, dort stellt Berkan Karpat noch bis 20. Oktober aus: Im donumenta ART Lab Gleis 1 unter dem Hauptbahnhof bringt der Künstler zwei in Wasser getauchte Suren des Korans zum Schwingen. Das können ihr nicht nur hören, sondern auch fühlen. Karpat thematisiert damit die Ästhetik des Korans. Nach dieser Ausstellung verabschiedet sich das donumenta ART Lab Gleis 1 bis zum Frühjahr 2020 in die Herbst- und Winterpause.

Bunte Portraits aus dem Pinsel

Schnell sein! Anna Boceks Portraitgemälde sind nur noch bis 9. Oktober zu sehen. Foto: Anna Bocek

Nach drei Jahren Domstadt-Abstinenz hat es Starkünstlerin Anna Bocek Anfang September wieder nach Regensburg verschlagen. Im Schlepptau hatte sie anscheinend eine überproportional große Reisetasche – schließlich musste sie ihre farbenfrohen Werke, die seit 5. September im Art Affair zu sehen sind, hierher bekommen. Noch bis 9. Oktober ist die Ausstellung, die übrigens „The colors of emotions“ getauft wurde und Boceks unverwechselbare Frauenportraits zeigt, zu sehen. Also: Hopp, hopp.

Das doppelte Lottchen

Falls ihr in nächster Zeit einen Fuß ins Kunstforum Ostdeutsche Galerie setzt und euch fragt, ob ihr einen zu viel gekippt habt, können wir euch an dieser Stelle beruhigen. Nicht Bier, Wein, Schnaps und Co sind dafür verantwortlich, dass ihr auf einmal doppelt seht, sondern die Ausstellung „Verborgene Doppelbilder“. Gezeigt werden Bilder, deren Schöpfer sie doppelt bemalt haben. Sei es, um etwas auszuprobieren, eine Bildidee zu skizzieren oder Farbproben zu machen. Bis 9. November ist der Dopplungs-Spaß zu sehen.

Analoge Schwarz-Weiß-Malerei

Tel Aviv, seine Menschen und Bauhaus-Baukunst Foto: Wolf-Dietrich Nahr

Wolf-Dietrich Nahr, seines Zeichens Journalist und Fotograf, hat sich diesen Sommer – bewaffnet mit einer analogen Mittelformat-Kamera – in Tel Aviv auf die Lauer gelegt und Menschen vor Bauhaus-Bauwerken fotografiert. Hätte man zwar auch in Regensburg vor dem gleichnamigen Baumarkt in der Langobardenstraße machen können, dafür aber weitaus weniger eindrucksvolle Fotos bekommen. Die Ausstellung in der Säulenhalle des Thon-Dittmer-Palais ist noch bis 2. November zu sehen.

Pop-Art in Reinform

Wenn der eine Star seine (anscheinend ja überproportional große) Reisetasche packt und weiterzieht, klackert schon der nächste Trolley übers Kopfsteinpflaster Richtung Art Affair. Gezogen wird er von keinem geringeren als James Francis Gill, einem der letzten noch lebenden Begründers der Pop-Art. Von 11. Oktober bis 1. November sind seine Werke – Marily Monroe, Bob Dylan und Konsorten auf Leinwand gebannt – in der Galerie ArtAffair - Galerie für moderne Kunst in der Neue-Waag-Gasse 2 zu sehen.