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16. Oktober 2019

Alle Facetten des Regenbogens

Sieben Tage lang zeigen die „Queer-Streifen“ spannende Spielfilme, Kurzfilme und Dokumentationen. Am 17. Oktober geht’s los.

Eröffnet wird das diesjährige Queer-Streifen-Festival mit der unkonventionellen Liebeskomödie „Two in the Bushes“.Bildnachweis: The Spark Chamber

Regensburg. Bereits zum achten Mal zeigt das Queer-Streifen-Filmfestival das ganze Spektrum des queeren Films in der Filmgalerie im Leeren Beutel.

Von 17. bis 23. Oktober werden Filme aus aller Welt gezeigt – im Mittelpunkt der Spielfilme, Dokumentationen und Kurzfilme stehen dabei die Herausforderungen, Existenzkämpfe und Erfolge lesbischer, schwuler, trans- und inter- und bisexueller Menschen, wie sie noch immer selten auf der großen Leinwand zu sehen sind.

Oberstleutnant im falschen Körper

Muss Beziehung immer so funktionieren, wie wir es schon kennen? Der Eröffnungsfilm „Two in the Bush – A Love Story“ erzählt am Donnerstag um 20 Uhr von Emilys Versuch, zu sich selbst zu finden – zwischen Lebensträumen, seltsamen Dates, verrückten Katzen und unerwarteten Wendungen von Bisexualität bis zur Polyamorie. Zuvor kann sich das Festivalpublikum mit Häppchen und Sekt im Foyer der Filmgalerie auf die neue Ausgabe der Queer-Streifen einstimmen.

Sowohl am Eröffnungstag als auch bei der Flimmerkasten-Fete könnt ihr im Foyer mit den Veranstaltern feiern. Foto: Christian Kreil

Am Sonntag um 21 Uhr ist eine deutsche Dokumentation zu einer außergewöhnlichen Thematik zu sehen: „Ich bin Anastasia“ berichtet von Oberstleutnantin Anastasia Biefang, die sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere zum Coming Out als trans Frau entscheidet. Der Film begleitet Anastasia bei ihrer Transition, ihrem Dienstantritt und ihrem Umgang mit ihrem neuen Bataillon. Im Anschluss könnt ihr mit Mitgliedern des Trans-Ident e. V. über die Doku diskutieren.

Im restlichen Programm finden sich ganz unterschiedliche, globale wie persönliche Perspektiven auf queeres Leben: vom drängenden Kinderwunsch über Konflikte mit der streng religiösen Familie bis zu inniger Romantik und abenteuerlichen Beziehungskisten.

Filmgespräche und Flimmerkasten-Fete

„Darkroom – Tödliche Tropfen“. Foto: missingFilms

Sowohl für Samstag als auch für Sonntag konnten die Organisatoren des Festivals Darsteller der gezeigten Streifen für Filmgespräche im Anschluss gewinnen. Am Samstag um 19 Uhr trifft im mexikanischen Spielfilm „The Garden Left Behind“ Ablehnung und Gewalt auf Solidarität und Liebe: Mit ihrer Großmutter lebt Tina als undokumentierte Migrantin in den USA – dank der hohen Beteiligung von trans Personen vor und hinter der Kamera wird die ständige Bedrohung realistisch dargestellt. Hauptdarstellerin Carlie Guevara kommt für das Festival extra aus den USA nach Regensburg. „Darkroom – Tödliche Tropfen“ am Sonntag um 19 Uhr rekonstruiert einen realen Kriminalfall von 2012 und ist nichts für zarte Gemüter. Bei der anschließenden Filmdiskussion sind die Darsteller Heiner Bomhard und Bozidar Kocevski anwesend.

Neben den elf abendfüllenden Filmen bekommt auch das Genre des Kurzfilms viel Platz eingeräumt: Der Kurzfilmwettbewerb am Montag, 21. Oktober gehört Filmen mit dem Überthema „schwul“, am Dienstag folgen queere Filme und am Mittwoch Filme über lesbische Frauen. Insgesamt haben es 28 Kurzfilme in die finale Auswahl geschafft - eine Jury und Am Samstag, 19. Oktober steigt ab 23 Uhr im Foyer vor dem Kinosaal die kultige Flimmerkasten-Fete mit 80er-Jahre-Pop, Indie und Live-Elektro.

Das ganze Programm findet ihr auf www.queer-streifen.de, Karten könnt ihr auf www.filmgalerie.de vorbestellen.