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24. September 2018

Angst und Arthouse

Von 27. bis 30. September können sich Horrorfreunde beim Hardline-Festival auf Genreperlen freuen.

Im Eröffnungsfilm „Summer of 84“ gehen Jugendliche auf Mörderjagd. Foto: Pandastorm Pictures

Was haben eine mordlustige Wildsau, ein gefährliches Labyrinth, Kannibalen, heimtückische Kidnapper und ein wirklich zorniger Nicolas Cage gemeinsam? Sie werden alle Teil des berühmt-berüchtigten Regensburger Horrorfilmfestivals Hardline sein. Von 27. bis 30. September verwandeln Organisator Florian Scheuerer und sein Team das Ostentorkino wieder in ein Paradies für alle Fans der etwas härteren Filme.

Mehr als nur Horror

Zum sechsten Mal findet das Hardline-Filmfestival nun schon statt und es wird größer und größer. Mit dem Festival wächst bei Florian Scheuerer die Qual der Wahl: „Wir haben dieses Mal so viele tolle Filme bekommen!“ Das ermöglicht aber auch ein viel dynamischeres und vielseitigeres Programm als sonst. Anstatt Horror gibt es dieses Jahr auch viel aus dem Fantasy-Bereich. „Es ist das bisher beste Programm“, verspricht der Organisator. Los geht es am Donnerstag, 27. September um 20 Uhr mit einem von Scheuerers Favoriten: „Summer of 84“ von den Machern des „süßen“ Splatterfilms „Turbo Kid“. Story und Bilder werden viele wahrscheinlich mit dem Serienerfolg „Stranger Things“ in Verbindung bringen, aber „Summer of 84“ hat nochmal ein paar ganz andere Wendungen und Kunstgriffe parat. Auch das als „RKSS“ bekannte Regisseur-Trio wird am Eröffnungsabend anwesend sein – für Florian Scheuerer geht da ein kleiner Traum in Erfüllung: „Ich bin ein totaler Fan!“ In der späteren Vorstellung am selben Tag sehen die Zuschauer „Habit“ von Simeon Halligan. Die Arbeit des Briten wird dieses Jahr im Directors Spotlight vorgestellt. Das heißt, es werden mehrere Filme von ihm gezeigt und er wird selbst zusammen mit seiner Produzentin das Festival über zu Gast sein und Fragen des Publikums beantworten – und das wird auch nötig sein, denn in seinem Werk finden sich durchaus kontroverse Filme. „Diskussion ist wichtig. Deshalb wollen wir politische Themen ins Kino holen“, sagt Scheuerer. Wer den letztjährigen Regisseur im Directors Spotlight noch in Erinnerung hat, der wird sich freuen: Denn Chad Archibald war so begeistert vom Regensburger Festival, dass er dieses Jahr wiederkommt und seinen neuesten Film „I’ll Take Your Dead“ im Gepäck hat, in dem ein Vater und seine Tochter einem sehr morbiden Job nachgehen … Die Hardline-Gäste werden sogar die ersten in Europa sein, die diesen Film sehen, genauso wie bei „The Axiom“, der ebenfalls Europapremiere feiert.

Filme aus aller Welt

Ansonsten kann man sich auf ganze 15 Filme mit völlig unterschiedlichen Themen und Ansprüchen einstellen. Splatter, Fantasy, Thriller, Monster- und Psychofilme – es gibt alles, was das Horrorherz so begehrt und das Genre hergibt. Übrigens ist die Filmauswahl in diesem Jahr nicht nur thematisch extrem bunt, sondern auch in Sachen Herkunft. So flimmern unter anderem Filme aus Kanada, Australien, England, Südafrika, Spanien und Mexiko über die Leinwand des Ostentorkinos. Der Film aus Mexiko, „Tigers Are Not Afraid“, ist ein echtes Must-See und sogar eine Empfehlung von Oskar-Preisträger Guillermo del Toro. Alle Filme werden in der Originalsprache, also meist englisch, gezeigt.

Auch beim Rahmenprogramm wurde nicht gespart: Am Freitagabend laden die DJs Hellgore und Mortalkermit zur Aftershowparty in die Kinokneipe ein, am Samstag übernimmt diesen Job Sublime. Sonntag um 18.30 Uhr gibt es Livemusik der Jazzband Trio Elf, bevor dann im Abschlussfilm tatsächlich Nicolas Cage in dem angeblich besten Horrorfilm des Jahres „Mandy“ den Hardline-Fans den letzten Rest gibt.