Es ist schon ein anrührendes Bild der Gesellschaft, das der Trailer verspricht: Man sieht den braungebrannten, wohlgenährten George Clooney in der Rolle des Familienvaters Matt King, der gleich zu Beginn dem schweren Koma seiner Frau ins Auge blicken muss. Seine beiden Töchter sehen in ihm als Elternteil nur die „Ersatzperson“, doch von nun an muss er sich als fürsorglicher Vater unter Beweis stellen. Das ganze spielt vor dem bildschönen Hintergrund Hawaiis und – das wird schon in der Vorschau explizit angesprochen – soll so einen natürlichen, schönen Kontrast zu der traurigen Zerrissenheit der dort wohnenden Gesellschaft bilden.
„Die Leute denken, nur weil wir auf Hawaii wohnen ist unser Leben ohne Sorgen – sind die verrückt?“. Dieser Ausspruch Kings bringt es auf den Punkt. Geplagt von dem ohnehin schon schweren Schock durch seine im Sterben liegende Frau, findet er zu allem Überfluss noch heraus, dass diese ihn mit einem schmierigen Immobilienhändler betrogen hatte. Matt King begibt sich auf eine Suchmission nach dem Übeltäter und will ihn zur Rede stellen.
Alexander Payne, der schon mit „Sideways“ und „About Schmidt“ (mit Jack Nicholson in einer brillanten Altersrolle) sein Gefühlt für subtile und auch tragische Komödien unter Beweis gestellt hat, gelingt mit seinem neuen Film ein kleines Meisterwerk. Zu Gute kommt dem Film vor allem, dass viele wichtige Szenen niemals in Dramatik oder Kitsch abdriften. Der freilich tragischen Geschichte um Leben und Tod wird eben das „normale“ Leben mit all seinen kleinen Freuden und Sorgen gegenübergestellt.
Hinter der Familiengeschichte schimmert auch das Bewusstsein der Menschen für ihr Heimatland durch. Matt Kings ganze Familie ist Verwalter und Eigentümer einen großen Stückes Land auf Hawaii, das – noch unberührt und in natürlichem Glanz – verkauft werden soll, um es zu bebauen. King ringt mit der Entscheidung, ständig in der moralischen Frage nach seiner Herkunft und der Ehre seiner Vorfahren. Schließlich ist sein Blut halb weiß und halb „native american“.
Mal den Aspekt der tollen Regieführung außen vor und vor allem Clooneys schauspielerischer Glanzleistung, die förmlich nach dem Oscar schreit, kann der Film doch in erster Linie eins: toll unterhalten. Die Geschichte ist einfach wunderschön erzählt, berührend, anmutig und lustig. Auf keinen Fall verpassen!

