Dem Sender fehlt nur das Geld

Das Projekt Sup.FM wurde begraben. Es soll aber schon bald weitergehen.

Maximilian Falk (links) und Simon Treppmann wollen Sup.FM wiederbeleben.

Es hätte eine tolle Geschichte sein können: Zwei Studenten schließen sich zusammen, gründen eine Firma, investieren viel Geld, finden Unterstützung, das Unternehmen setzt sich durch.

Es ist nicht ganz so gekommen. 2010 gründen Dominik Walser und Ludwig Birk Sup.FM, ein Internetradio. Die beiden studieren BWL, sehen das Unternehmen vor allem als Spielfeld, um theoretisches Marketing-Wissen in die Praxis umzusetzen. Später allerdings gibt es Differenzen zwischen den beiden: Ludwig Birk bleibt bei Sup.FM, Maximilian Falk ersetzt Walser als Programmchef.

Von da an forciert Sup.FM die Zusammenarbeit mit dem Studentenfunk. Das ist für beide Parteien interessant. Beim Studentenfunk machen viele Medienwissenschaftler mit, es kann in die Studienleistungen eingebracht werden. Bei Sup.FM finden sie eine Plattform: das Internetradio sendet täglich, der Studentenfunk nur sporadisch.

Maximilian Falk, Medienwissenschaftsstudent, sieht viel Potenzial bei Sup.FM und legt den Fokus auf Entertainment: „Die drängendste Frage war natürlich, wie wir Zuhörer gewinnen können. Nur mit Musik geht das nicht, da gibt’s zu viel Konkurrenz von den etablierten Radiosendern – gerade Ego.FM ist im studentischen Milieu weit verbreitet. Also mussten wir es schaffen, dass die Zuhörer einschalten, weil die Moderatoren lustig sind und gute Musik gespielt wird.“ Also kommen täglich Shows mit wechselnden musikalischen Schwerpunkten. Dabei ist von Indie bis HipHop alles vertreten. „Wir haben tolle Moderatoren mit einem umfangreichen musikalischen Wissen und sie sind witzig“, meint Falk. Geholfen hat es nicht viel. Große Massen an Zuhörer konnte Sup.FM nie generieren. „Oft haben gerade einmal unsere Freunde zugehört, manchmal hatten wir nur 30 Zuhörer im Livestream“, erzählt Simon Treppmann. Der 24-Jährige studiert ebenfalls Medienwissenschaft und kam vom Studentenfunk zu Sup.FM. „Beim Studentenfunk haben wir vor allem Reportagen gemacht, bei Sup.FM können wir viel flexibler sein, witziger und spontaner. Natürlich reizt es auch, moderieren zu können“, so Treppmann.

Trotz eines engagierten Teams von zwölf aktiven Mitarbeitern gerät das Unternehmen Sup.FM in Schwierigkeiten. „Ludwig war der Einzige, der etwas von Marketing verstand. Alles blieb an ihm hängen, Kontakte herstellen, Flyer entwerfen. Er hat Tag und Nacht für Sup.FM gearbeitet“, weiß Falk. Nun zog Birk die Notbremse. „Ludwig hat uns mitgeteilt, dass er nicht mehr so viel Zeit und Energie aufwenden könne. Wir haben das im Team besprochen und dann die Entscheidung per Facebook bekannt gegeben“, erklärt Maximilian Falk das Aus von Sup.FM. „Alles gehörte im Endeffekt Ludwig. Unser Studio ist im Haus seiner Familie, er hat die notwendige Ausrüstung gekauft. Er hat viel privates Vermögen in Sup.FM gesteckt“, weiß Falk. Schlussendlich hat Sup.FM keine Einnahmen generiert und die laufenden Kosten mussten bezahlt werden, darunter GEMA-Gebühren Beiträge an die GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten). „Es war gut, dass Ludwig die Notbremse gezogen hat. Auch wenn es schade ist“, so Falk.

Aber es soll weitergehen mit Sup.FM. „Wir könnten morgen wieder senden, alle sind motiviert und haben Lust – alles was fehlt, ist Geld“, erklärt Maximilian Falk. Aus diesem Grund soll ein Gespräch mit dem Regensburger Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Dotzler geführt werden, in der Hoffnung, dass die Universität die monatlichen Kosten übernimmt. „Es gäbe so viel Möglichkeiten für Studenten, bei Sup.FM Praxiserfahrung zu sammeln“, meint Falk. BWLer könnten das Marketing übernehmen, Juristen sich mit dem komplizierten Medienrecht auseinandersetzen und alle, die später „irgendwas mit Medien“ machen wollen, könnten bei Sup.FM in das Business hinein schnuppern.

„Wir hoffen natürlich, dass sich die Universität bereit zeigt, mit uns zu kooperieren. Es geht ja nicht um viel Geld“, so Falk. Sie hätten schon ein Konzept ausgearbeitet, hätten konkrete Pläne. „Nächstes Semester wollen wir wieder senden“, lautet die Ansage von Maximilian Falk und Simon Treppmann.

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