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Katharina Harbach
09. Oktober 2019

Die Katzenretterin

Tierquälerei ist in vielen Ländern immer noch ein aktuelles Thema. Was wir alle dagegen tun können, hat uns Tierschützerin Sandra Oliva im Interview verraten.

Katzen, die in Hotels herumlaufen, sind süß. Doch was nach der Saison mit den Tieren dort passiert, ist alles andere als tierfreundlich. Foto: Sandra Oliva

Regensburg. Abgemagert, geschlagen, verbrannt oder einfach an den nächstbesten Pfahl gebunden – immer wieder sieht man erschreckende Bilder von Tierquälerei in den sozialen Netzwerken. Zahlreiche Organisationen und private Tierschützer rufen zu Spendenaktionen auf oder versuchen gerettete Tier zu vermitteln. Wir haben eine dieser privaten Tierschützerinnen interviewt.

Ihren letzten Urlaub wird die 32-jährige IT-Systemkauffrau Sandra Oliva wohl so schnell nicht vergessen - und das nicht, weil er so schön war. Gemeinsam mit einer Freundin wurde sie in Tunesien mehrmals Zeugin von Tierquälerei. Doch anstatt dies einfach zu ignorieren, hat sie sich für die Tiere eingesetzt. Drei Katzen konnte sie dadurch von der Straße holen. Um den Tieren ein gutes Zuhause in Deutschland bieten zu können, sammelt sie jetzt Spenden.

Warum engagierst du dich im Tierschutz und was kann jeder von uns tun?

Tierschutz ist für mich seit ich denken kann ein Thema. Mit 12 Jahren beschloss ich, mich vegetarisch zu ernähren, da ich nichts mehr essen wollte, was mal gelebt hat. Selbst habe ich bereits zwei Katzen aus der Tierhilfe Kelheim geholt, um ihnen bei mir ein schönes Leben zu bieten. Ich bin zwar nicht in einer Organisation aktiv, helfe aber immer gerne, wenn ich kann. Und sollte ich mal im Lotto gewinnen, würde ich gerne eine Art Gnadenhof aufmachen.

Man sollte unter keinen Umständen wegschauen, wenn man ein krankes, verletztes Tier findet oder wenn man sieht, wie jemand ein Tier misshandelt. . Es gibt viele Organisationen die so viel Gutes für Tiere tun. Diese kann man unterstützen durch Futterspenden, alte Handtücher oder Geld: Alles kann gebraucht werden.

Wichtig ist es auch, solche Organisationen in sozialen Netzwerken zu unterstützen. So kann jeder geteilte Post eine Hilfe sein. Außerdem empfehle ich jedem, der ein Tier möchte, dies aus dem Tierschutz zu holen. Dort gibt es so viele Tiere, die ein schönes Zuhause suchen.

An welche Grenzen stößt du bei deinem Engagement und warum machst du trotzdem weiter?

„Ein Tier zu retten verändert nicht die ganze Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.“ - dieser Satz treibt Sandra bei ihrem Engagement an. Foto: Bianca Oliva

Sehr schlimm war es auf Djerba in Tunesien. Dort haben wir ein verletztes Katzenbaby in einer Gasse liegen sehen, das auf Grund der Verletzungen schon von der Mutter verstoßen wurde. Wegschauen ist für mich keine Lösung! Wir haben vergebens versucht Hilfe zu finden. Durch eine deutsche Facebook-Gruppe für Djerba konnten wir den Kontakt zu einer privaten Tierschützerin herstellen. Da sie selbst nicht mobil ist, hat sie einen befreundeten Taxifahrer geschickt, der ein Katzenkörbchen gebracht hat. Ich muss sagen, dass dies eine extreme Situation für uns war. Am Ende hat aber alles geklappt und das Kätzchen konnte zu der Tierschützerin gebracht werden. Leider hat es die Nacht aber nicht überlebt.

Dieses Leid zu sehen hat mich bestärkt, zu versuchen wenigstens ein paar der Katzen zu retten.

Zurzeit sammelst du ja Geld für drei tunesische Katzen. Was genau hat es mit dieser Spendenaktion auf sich und wie willst du diesen Katzen damit helfen?

Es gibt viele Hotelkatzen, die während der Saison genutzt werden, um Echsen und andere Tiere fernzuhalten und weil die Touristen sie süß finden. Nach der Saison werden diese Katzen „entsorgt“: auf die Straße gesetzt und misshandelt.

Das Geld sammeln wir, um drei Katzen, die wir aus einem Hotel in Tunesien gerettet haben, ein gutes Zuhause zu geben. Wir konnten einfach nicht mit ansehen wie diese Katzen auf sich gestellt sind. Der ganze Prozess kostet pro Tier rund 500 Euro. Da wir es nicht übers Herz bringen nur eine Katze zu retten, haben wir uns für drei Tiere entschieden. Das Ganze ist für uns natürlich eine finanzielle Belastung, weshalb wir um Unterstützung bitten.

Die Ausreise aus Tunesien ist nicht einfach und mit viel Zeit und Kosten verbunden. Während diesem Prozess, der rund sechs Monate dauert, fallen selbstverständlich auch die Kosten für Futter und sonstige Versorgung an. Zudem müssen die Katzen alle notwendigen Impfungen erhalten, kastriert und gechipt werden. Außerdem müssen diverse Blutproben vorgelegt werden. Erst dann ist es möglich die Kleinen ausreisen zulassen.

Wer jetzt neugierig geworden ist und selbst helfen möchte, alle

Details zur Spendenaktion gibt es auf www.betterplace.me

und auf Facebook.

Katharina Harbach