Die Welt spricht Facebook

Social Media ist weiterhin auf dem Vormarsch und auch aus dem beruflichen Alltag nicht mehr wegzudenken.

Vernetzen, verknüpfen, verbandeln: Netzwerken ist weiterhin auf dem Vormarsch. Größter Beliebtheit erfreut sich nach wie vor Facebook.

Teilen, liken, posten. Die ganze Welt des Social Networkings scheint auf drei Pfeilern zu stehen. Und zwar auf denen, die die Facebook-Welt vorgibt. Freilich gibt es noch viele weitere Social Media-Plattformen. Doch Facebook führt die Liste mit 850 Millionen Mitgliedern unangefochten an. So gut wie jeder ist bei Facebook, eine Vernetzung ist unumgänglich. Gewollt oder ungewollt.

Charles Schmidt, bei der Krones AG für Social Media zuständig, hat sich die Vernetzung zu Nutzen gemacht: Nachdem er anfangs nur zugehört und mitgelesen hat, ist er mittlerweile vollends eingetaucht in die Social Media-Welt. Täglich die Krones-Neuigkeiten twittern und den Facebook-Status aktuell zu halten, das gehört für den Corporate Social Media Officer ganz selbstverständlich dazu.

Erfreuliche Nachricht: Die Mitarbeiter reagieren durch die Bank positiv, machen mit und tragen so für Krones das Image des weltweit agierenden Großunternehmens, in dem jeder jeden kennt, in die Welt.

Krones ist Vorreiter. Angestellte aller Altersstufen gehen ganz selbstverständlich mit den sozialen Netzwerken um. Vor allem die Jugend weiß, wo der Social Media-Hase langläuft. „Wenn die jungen Arbeitnehmer in die Unternehmen kommen, werden sie deutlich mehr Wissen mitbringen, als wir bisher haben“, so Schmidt. Und das kann nicht schaden: Es sei schon vorgekommen, dass aus einer Kontaktaufnahme via Twitter eine Anstellung geworden ist.

Doch diese Verschmelzung und Vernetzung birgt auch Gefahren. „Man sollte beim Posten schon überdenken, was man öffentlich macht. Es könnte ja auch der Arbeitgeber online sein“, mahnt Schmidt. Dass sich Beruf und Privates kaum noch trennen lässt ist eine Nebenwirkung des Vernetzens. „Dieses Problem hat jeder“, weiß Schmidt, der 400 Facebook-Freunde hat. „Meinen zehn echten Freunden in der Freundesliste geht die Posterei über Krones wahrscheinlich auf die Nerven. Aber ich hoffe, sie sehen‘s mir nach.“

Charles Schmidt definiert die Social Media als Geselligkeit über den Biertisch hinaus. Und genauso wie am Biertisch geht er auch mit seinen Posts um: „Da entscheide ich ja auch, je nachdem wer mit dabei sitzt, was ich erzähle“. Nach diesem einfachen Prinzip wird auch gefiltert, was gepostet wird. Für Schmidt heißt das im Klartext: Familienkrisen nein, Fußballfoto ja. Doch da müsse jeder, der die Netzwerke nutzt, seine eigenen Grenzen ziehen. Doch eines hat sich bereits herauskristallisiert: „Die Leute handeln unreflektiert was Posts angeht.“ Das kann ins Auge gehen! Sowohl beruflich als privat. Um solche Fehler zu vermeiden, gab die Krones AG zur Hilfestellung sogar Guidelines für den Umgang mit Social Media an ihre Mitarbeiter heraus. Obwohl da eigentlich nur Dinge drinstehen, „die selbstverständlich sein sollten“. Trotzdem kann es nicht schaden, unter Anleitung in einer ruhigen Minute zu überlegen, was man preisgeben möchte und was nicht.

Einen Punkt kritisiert Schmidt zur Zeit aber: Die Wirtschaft verlange nach blutjungen Hochschulabsolventen, die BWL und Kommunikationswissenschaften studiert hätten und durch zehn Jahre Erfahrung glänzen. „Da werden Leute gesucht, die es bislang nicht geben kann“, urteilt er.

Doch das wird sich ändern, Widerstand gegen die neue Kommunikationsform hilft nichts: „Mittelfristig wird sich Social Media etablieren, wie das Telefon oder Fax. Social Media ist eine Evolution der Kommunikation.“ Da ist sich der Social Media-Manager sicher.

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