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10. August 2018

Ein Sommer des Feminismus

Der Juli stand in Regensburg ganz im Zeichen der Frauen. Die Veranstaltungsreihe „Ein Sommer des Feminismus“ machte mit einer Lesung, Vorträgen und Diskussionsrunden auf Feminismus von heute aufmerksam.

Der Juli stand in Regensburg ganz im Zeichen der Frauen. Foto: beavera - adobestock.com

Regensburg. Am 30. September 2018 können wir in Deutschland auf 100 Jahre Frauenwahlrecht zurückblicken. Dieses Jubiläum hat das Theater Regensburg, gemeinsam mit ASF und DIE.LINKE, zum Anlass genommen, eine ganz besondere Veranstaltungsreihe auf die Beine zu stellen.

Den Auftakt der Reihe bildete die Lesung „Oh Simone!“, bei der die Journalistin und Autorin Julia Korbik ihr Buch „Oh Simone! Warum wir Beauvoir wiederentdecken sollten“ vorgestellt und einige Passagen daraus vorgelesen hat. In ihrem Buch hat sich Korbik intensiv mit der Schriftstellerin, die heute als Ikone des Feminismus gilt, auseinandergesetzt und aufgezeigt, warum sie heute noch von Interesse ist – vor allem für junge Frauen.

Auch das Theater Regensburg hat mit seinem 47. Nachtdienst mit dem Titel #bitchesgetyourshitdone eine Bestandsaufnahme des Feminismus von heute vorgenommen. Dabei wurde in unterschiedlichen szenischen und musikalischen Darstellungen beleuchtet, wo der Feminismus aktuell steht, welcher Fortschritt bereits erzielt wurde, aber auch warum er heute so viel Gegenwind erfährt und dass Männer eine wichtige Rolle in der Frauenbewegung spielen können.

Außerdem gab es die Möglichkeit die Thematik mitzudiskutieren: Gleich zwei Vorträge mit anschließender Diskussionsrunde setzten sich mit dem Feminismus von heute auseinander. Bei dem Vortrag „femme national – (Anti-)Feminismus von Rechts“ beschäftigte sich Marina Mühlbauer, Kreissprecherin DIE.LINKE, damit, inwieweit Antifeminismus durch die extreme Rechte zunimmt. Bei dem Vortrag „Popkultur und Feminismus“ im Degginger haben Mirca Lotz, Mitbegründerin des Netzwerkes musicBYwomen, und Marion Schmid vom Verband für Popkultur in Bayern e.V., ihre Projekte für mehr Chancengleichheit von Frauen in der Musikbranche vorgestellt. Außerdem haben sie auf den hohen Pay Gap in der Musikbranche aufmerksam gemacht und darüber gesprochen, welche Rolle Frauen, wie beispielsweise die Musikerin Björk, in der Popwelt spielen. Im Anschluss wurde mit den Teilnehmern angeregt diskutiert.

Bei einem Frauenfrühstück im Andreasstadl gab es dann bei leckerem Kaffee und Semmeln die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich zu vernetzen und auszutauschen. Das Frühstück bildete den gelungenen Abschluss einer informativen und besonderen Veranstaltungsreihe zu einem wichtigen Thema, das nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Wer die Veranstaltungsreihe verpasst hat oder sich noch näher mit dem Thema Feminismus auseinandersetzen möchte, kann im August auch die Ausstellung „Wer braucht Feminismus?“ im Donau-Einkaufszentrum besuchen. Die Wander-Ausstellung richtet sich an jeden, der sich ein eigenes Bild von der Thematik machen möchte und hat sich zum Ziel gesetzt, einen Dialog über Feminismus und seine Bedeutung in unserem täglichen Leben anzuregen. Vom 13. bis 23. August gastiert die Ausstellung in Regensburg.